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Sport
Sonntag, 29. Mai 2011

Spanisches Endspiel beim Final Four: HSV und Löwen verpassen Titel

Die Handballer des FC Barcelona können es ihren Fußballkollegen gleichtun und beim Final Four in Köln den nächsten Champions-League-Titel nach Katalonien holen. Im Halbfinale besiegen sie die Rhein-Neckar Löwen und treffen im Endspiel auf Ciudad Real, die sich gegen den HSV Hamburg durchsetzen.

Gillaume Gille und sein HSV mussten im Halbfinale gegen Ciudad Real die Segel streichen.
Gillaume Gille und sein HSV mussten im Halbfinale gegen Ciudad Real die Segel streichen.(Foto: picture alliance / dpa)

Für den deutschen Meister HSV Hamburg und die Rhein-Neckar Löwen ist der Traum vom Sprung auf den europäischen Handball-Thron geplatzt. Die beiden Bundesligisten zogen beim Final-Four-Turnier in Köln in den deutsch-spanischen Halbfinal-Duellen den Kürzeren und spielen nur um Platz drei. Hamburg unterlag Angstgegner Ciudad Real mit 23: 28, die Löwen mussten sich zuvor dem spanischen Meister FC Barcelona mit 28:30 geschlagen geben. Im Endspiel greift Ciudad Real nach seinem vierten Titel in der europäischen Königsklasse, Vorjahresfinalist Barcelona hat die Champions League bisher sechsmal gewonnen.

Offene Rechnung nicht beglichen

Hamburg scheiterte zum vierten Mal in Folge an Ciudad und beglich die von Präsident Andreas Rudolph zuvor angesprochene "offene Rechnung" nicht. Vor 19.250 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena waren Hans Lindberg und Stefan Schröder mit jeweils fünf Toren beste HSV-Werfer. Bei Ciudad glänzte Alberto Entrerrios mit sechs Treffern. "Das war nicht unser Spiel. Mit so einer Leistung hat man es auch nicht verdient", sagte Nationalmannschaftskapitän Pascal Hens.

HSV-Coach Schwalb konnte mit seinem Team nicht zufrieden sein.
HSV-Coach Schwalb konnte mit seinem Team nicht zufrieden sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Das Team von Trainer Martin Schwalb leistete sich insgesamt zu viele technische Fehler und leichte Ballverluste. Dabei mussten die Spanier, die im Viertelfinale die SG Flensburg-Handewitt aus dem Wettbewerb geworfen hatten, zunächst einen Schock verdauen. Nationaltorhüter Arpad Sterbik verletzte sich bereits in der vierten Minute bei einer Abwehraktion gegen Domagoj Duvnjak und musste ausgewechselt werden.

Fritz kann Szmal nicht ersetzen

Gegen die starke Ciudad-Defensive tat sich der HSV, der in dieser Saison zum ersten Mal deutscher Meister geworden war, schwer. In der 34. Minute hatten die Spanier sich erstmals einen Fünf-Tore-Vorsprung erarbeitet (17:12). Trotz der lautstarken Unterstützung der eigenen Fans und eines ganz starken Nationaltorhüters Johannes Bitter erholten sich die Hanseaten davon nicht mehr.

Bei den Löwen war Nationalspieler Uwe Gensheimer mit sieben Toren bester Werfer. Für die Badener war es im achten Vergleich mit einer spanischen Mannschaft im Europacup die erste Niederlage. Bei den Katalanen, die im Viertelfinale Titelverteidiger THW Kiel ausgeschaltet hatten, erzielten Siarhei Rutenka und Juan Garcia jeweils fünf Treffer.

Löwen-Keeper Szmal musste verletzt raus.
Löwen-Keeper Szmal musste verletzt raus.(Foto: picture alliance / dpa)

"Ich konnte nicht an die Leistung von Slawomir Szmal anknüpfen. Wenn er 60 Minuten durchgespielt hätte, hätten wir gewonnen", sagte Löwen-Schlussmann Henning Fritz. Der überragende polnische Nationaltorhüter Szmal musste Mitte der zweiten Halbzeit mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel seinen Platz für Fritz räumen. In dieser Phase setzten sich die Katalanen von 20:20 (46.) auf 25:20 (50.) ab. "Das war der Knackpunkt. Der Vorsprung von Barcelona war zu groß", meinte Gensheimer.

Favorit setzt sich durch

Die Löwen begannen übernervös und lagen schnell mit 0:4 im Hintertreffen (8.). Doch auch der spanische Favorit leistete sich immer wieder leichte Ballverluste und agierte alles andere als souverän. So entwickelte sich zwar eine umkämpfte, aber keineswegs hochklassige Begegnung. Angetrieben vom starken Szmal kamen die Löwen Mitte der ersten Halbzeit Tor um Tor heran und durch Zarko Sesum in der 27. Minute zum ersten Ausgleich (10:10).

Der FC Barcelona steht verdient im Endspiel des Final4.
Der FC Barcelona steht verdient im Endspiel des Final4.(Foto: picture alliance / dpa)

Auch nach dem Wechsel dominierten zunächst die Abwehrreihen. Die Löwen gingen durch ihren norwegischen Kreisläufer Bjarte Myrhol erstmals in der 36. Minute beim 15:14 in Führung, doch die Begegnung blieb spannend. Am Ende setzte sich der Favorit dann verdient durch.

Quelle: n-tv.de

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