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Montag, 29. August 2005

Ruder-WM in Japan: Hackers Taktik geht auf

Marcel Hacker (Frankfurt/Main) hat Kurs auf Edelmetall genommen. Im Vorlauf der Ruder-WM in Gifu (Japan) gelang dem 28 Jahre alte Skuller ein Auftakt nach Maß. Weder die schwülwarme Witterung mit 35 Grad noch die mutige Renntaktik von Lassi Karonen brachten den Weltmeister von 2002 aus dem Konzept. Mit einem beeindruckenden Zwischenspurt bei 1250 Metern zog er scheinbar mühelos an dem schnell gestarteten Schweden vorbei. "Ich habe gewusst, wie er angeht und war darauf vorbereitet. Meine Taktik ist aufgegangen", sagte Hacker.

Der souveräne Einzug in das Halbfinale mit über drei Sekunden Vorsprung stimmte die deutsche Medaillenhoffnung für den weiteren Verlauf der Titelkämpfe auf dem gestauten Nagara-Fluss optimistisch. Unbeeindruckt von den widrigen Verhältnissen der vergangenen Tage, als ein Taifun ein normales Training unmöglich gemacht und für die Verschiebung der Titelkämpfe um einen Tag gesorgt hatte, präsentierte sich Hacker bei regulären Bedingungen in beeindruckender Form. Indiz für die zurückgewonnene Stärke war die beachtliche Zeit von 6:45,11 Minuten. "Das Wasser ist sehr schnell. Es ist durchaus möglich, dass hier ein neuer Weltrekord fällt", sagte Hacker, der die Weltbestzeit von 6:36,33 Minuten bei seinem WM-Sieg 2002 in Sevilla aufgestellt hatte.

Rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt scheint Hacker die Schlappe von Athen überwunden zu haben. An den enttäuschenden siebten Platz bei der olympischen Regatta mag er in Japan nicht erinnert werden. Den vielversprechenden WM-Start wollte er mit Blick auf das Halbfinale am Donnerstag jedoch nicht überbewerten: "Das ist eine andere Nummer. Neues Spiel, neues Glück." Bleibt Hacker ein ähnlicher Einbruch wie im olympischen Halbfinale erspart, gehört er neben den anderen Vorlaufsiegern Olaf Tufte (Norwegen), Ondrej Synek (Tschechien) und Mahe Drysdale (Neuseeland) zu den Favoriten.

Auch in den anderen Bootsklassen ging die Rechnung für den Deutschen Ruderverband (DRV) am ersten Wettkampftag weitgehend auf. Drei Boote erreichten direkt das Halbfinale. Neben Hacker hielten sich Einer-Ruderin Peggy Waleska (Dresden) und der Doppelzweier mit Christian Schreiber (Halle) und Rene Burmeister (Rostock) schadlos. Vier anderen Boote blieb der Hoffnungslauf am Mittwoch allerdings nicht erspart. Gleichwohl zog DRV-Sportdirektor Michael Müller ein positives Fazit: "Ich bin mit dem Auftakt zufrieden. Gerade im Männer-Skullbereich haben wir eine sehr gute Ausgangsbasis geschaffen."

Am Dienstag starten weitere sieben Boote in die Weltmeisterschaften. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Deutschland-Achter. Von einer leichten Aufgabe für das DRV-Paradeboot kann dabei nicht die Rede sein: Wie die Auslosung ergab, trifft die Crew von Trainer Dieter Grahn auf Weltmeister Kanada.

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