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Doping-Drahtzieher?  Bjarne Riis.
Doping-Drahtzieher? Bjarne Riis.(Foto: dpa)

Radprofi: Voigt ein Doping-Lügner: Hamilton klagt Teamchef Riis an

Nach Lance Armstrong wird es auch für die dänische Radsportlegende Bjarne Riis eng. Ex-Fahrer Tyler Hamilton beschuldigt Riis, er habe als Teamchef in Sachen Doping "alles gewusst". Dänemarks Radsportverband droht dem einstigen Nationalidol. Und auch Jens Voigt bekommt sein Fett weg.

Gefährliche Sätze für Radsport-Teamchef Bjarne Riis. "Bjarne wusste Bescheid, wenn ich gedopt wurde. Er wusste alles." Ex-Profi Tyler Hamilton aus den USA hat seinen früheren dänischen Arbeitgeber in Interviews genauso schwer belastet wie zuvor seinen Ex-Teamkollegen und Landsmann Lance Armstrong, der jetzt lebenslang gesperrt ist.

Hamilton warf dem 48-jährigen Riis in der dänischen Tageszeitung "B.T." unter anderem vor, ihn mit dem spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes zusammengebracht zu haben. Riis hatte in den vergangenen Jahren stets erklärt, er habe Fuentes nie persönlich getroffen oder anderen Kontakt gehabt. Dem hielt Hamilton bei dem Werbe-Interview für sein Enthüllungsbuch "The Secret Race" ("Das heimliche Rennen") in Kopenhagen entgegen: "Ich hatte (2003) ein Treffen mit Fuentes verabredet, und Bjarne fragte, ob er mitkommen dürfe. (...) Fuentes kam durch die Hintertür, und Bjarne hat ihn auch getroffen."

"Du musst von Blinden umgeben sein"

Auch den deutschen Rad-Profi Jens Voigt bezichtigte Hamilton der Dopingh-Lüge. "Du musst von Blinden umgeben sein, wenn in deiner 15-jährigen Karriere nie etwas gehört oder gesehen haben willst. Voigt ist jemand, der gerne redet. Er kennt jeden im Feld, und da wurde über Doping geredet. Ich selbst war da sehr vorsichtig, aber andere haben es gemacht." Er glaube definitiv, dass Jens Voigt auch selbst gedopt habe. "Aber ich habe keine spezielle Kenntnis davon", sagte Hamilton. Voigt hatte in der vergangenen Woche der B.T. gesagt, er habe nie etwas von Doping im Team gehört und auch nichts gesehen.

Bitter stößt Hamilton die Aussage von Jens Voigt auf, Riis hätte erklärt, man könne im Team nicht dopen. "Auf eine gewisse Art hat er mir damit ins Gesicht gespuckt. Ich weiß nicht, was er in so einer Situation sagen könnte, aber es sollte nicht das sein, was er im Moment sagt."

"Bjarne wusste von jedem dieser Besuche"

Der Chef des dänischen Radsportverbandes, Tom Lund, sagte dazu im Fernsehsender DR2: "Wenn Hamiltons Behauptung stimmt, dass Riis Fuentes kannte, hat der keinen Platz mehr im Radsport." Der Däne hatte nachträglich Doping als Aktiver bei seinem Tour-de-France-Sieg 1996 zugegeben, sich als Teamchef und Rennstall-Besitzer aber später als eifriger Doping-Gegner profiliert. "Man kann im nationalen Fernsehen einmal lügen und nationale Vergebung bekommen, wie es bei ihm der Fall war. Aber zweimal geht das nicht", sagte Lund.

Hamilton war 2002 und 2003 Spitzenfahrer in damaligen Riis-Team CSC. In dieser Zeit habe er alle vier Wochen zum Blutdoping bei Fuentes in Madrid reisen müssen, gab er in "B.T." an und sagte weiter: "Bjarne wusste von jedem dieser Besuche." Riis habe als Teamchef außerdem während der Tour de France die verbotene Einnahme von Cortison zur Leistungssteigerung durch alle Fahrer persönlich geplant. Er verfüge nicht über Beweise, sagte Hamilton. Weder Riis noch das Team Saxo Bank-Tinkoff Bank wollten sich zu den Vorwürfen äußern. Von dem Amerikaner ebenfalls beschuldigte Ärzte erklärten in "Jyllands-Posten", sie hätten Cortison ausschließlich und wie erlaubt gegen gesundheitliche Probleme verabreicht.

Quelle: n-tv.de

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