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Nach vier Spielen in Folge haben die deutschen Handballer eine große Chance auf das EM-Halbfinale.
Nach vier Spielen in Folge haben die deutschen Handballer eine große Chance auf das EM-Halbfinale.(Foto: imago/Camera 4)

Auch Topstars drücken beide Daumen: Handballer siegen sich in aller Munde

Die deutschen Handball-Nobodys mischen die EM in Polen auf und sorgen in ihrer Heimat für Begeisterung: Dort steigt vor dem "Endspiel ums Halbfinale" gegen Dänemark die Euphorie, bei Fans und anderen Sportstars. Selbst Manuel Neuer fiebert mit.

Traumhafte TV-Quoten, dickes Lob von Fußball-Weltmeister Manuel Neuer und prominente Halbfinal-Grüße aus Down Under: Die deutschen Handballer sind durch ihren überraschenden Höhenflug bei der EM plötzlich in aller Munde. Vor dem "Endspiel ums Halbfinale" gegen Dänemark am Mittwoch (18.15 Uhr/ARD) steigt die Euphorie nicht bloß in der Heimat, selbst die Topstars anderer Sportarten fiebern begeistert mit.

Andreas Wolff hat einen Edelfan: Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer.
Andreas Wolff hat einen Edelfan: Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer.(Foto: imago/Camera 4)

"Ich drücke den deutschen Handballern ganz fest die Daumen", sagte Tennisspielerin Angelique Kerber bei den Australian Open in Melbourne: "Es ist toll, wie sie sich präsentieren. Das Halbfinale wäre eine super Sache." Trotz der Zeitverschiebung versuche sie, sich "so gut wie möglich zu informieren". Olympiasieger Moritz Fürste, der in Indien gerade an der Hockey India League teilnimmt, steht sogar nachts auf und guckt die deutschen Spiele "mit Kopfhörer und mit Tapestreifen überm Mund, um nicht zu schreien". "Weltklasse Männer! Geile Truppe, mega Fight", twitterte Fürste nach dem Krimi gegen Russland (30:29).

Und auch Fußball-Weltmeister Manuel Neuer verfolgt die Auftritte der deutschen Rasselbande mit Interesse, vor allem die starken Leistungen der beiden Keeper haben es dem Nationaltorwart angetan. "Ich freue mich, dass wir im Handball wie im Fußball traditionell gute Torhüter haben. Andreas Wolff und Carsten Lichtlein machen das sehr gut", sagte Neuer.

Senkrechtstarter Wolff sei "ein ganz anderer Typ als etwa Silvio Heinevetter, der durch seine unruhige Art die Stürmer aus dem Konzept bringen wollte", sagte Neuer: "Wolff hingegen steht sehr lange, antizipiert sehr gut und zwingt den Gegner zur ersten Aktion." Wolff freut sich über die Anerkennung des "besten Torwarts der Welt". "Das geht runter wie Öl", sagte Wolff er und versteht die lobenden Worte Neuers als weiteren Motivationsschub für die so wichtige Partie gegen Dänemark: "Das gibt uns ein zusätzliches positives Gefühl. Und je mehr wir davon mitnehmen, desto leichter wird es."

"Nummer eins der Ballsportarten hinter Fußball"

DOSB-Präsident Alfons Hörmann spricht angesichts der Leistungen von einem "begeisternden Turnier der jungen deutschen Mannschaft, die zeigt, welches Handballpotenzial in Sportdeutschland steckt". Die Ausfälle im deutschen Rückraum von Kapitän Steffen Weinhold und Torjäger Christian Dissinger würden zwar schwer wiegen, "aber das Team hat gezeigt, dass es über sich hinauswachsen kann." Die beherzten Auftritte des jüngsten aller EM-Teams kommen in Deutschland an - dies beweist die Gunst der Fernsehzuschauer.

Den Krimi gegen Russland (30:29) verfolgten am Sonntagabend im Schnitt 6,04 Millionen Zuschauer mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 19,7 Prozent - dies sind die höchsten Werte im laufenden Turnier. Am Mittwoch winkt eine neue Bestmarke. "Das ist natürlich Wahnsinn", sagte Linksaußen Rune Dahmke: "Für eine Sportart, für die sich angeblich niemand interessiert, sind in der Spitze bis zu 25 Prozent eine sehr schöne Zahl. Das zeigt, was diese junge deutsche Mannschaft für eine Welle mit sich zieht."

Und Torhüter Wolff meinte: "Ich hoffe, dass wir gegen Dänemark noch einen drauflegen können, damit der Handball wieder dahin kommt, wo er hingehört: Als klare Nummer eins der Ballsportarten hinter dem Fußball." In die gleiche Kerbe schlägt auch Dagmar Freitag, Sportausschuss-Vorsitzende im Bundestag. Die Zahlen könnten "ein deutliches Signal an die Fernsehsender" sein. Die Quoten zeigen, sagte Freitag, "dass die Zuschauer mehr sehen wollen als nur Fußball, der die TV-Landschaft dominiert".

Quelle: n-tv.de

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