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Sport
Die 6,95 Meter von Alexandra Wester bedeuten Weltjahresbestleistung.
Die 6,95 Meter von Alexandra Wester bedeuten Weltjahresbestleistung.(Foto: imago/Sebastian Wells)

"Geiles" Comeback: Harting und Westers Wunderweite begeistern

Robert Harting feiert ausgerechnet vor heimischer Kulisse ein fulminantes Comeback. Kurs auf Olympia nimmt auch die junge Weitspringerin Alexandra Wester. Mit unglaublichen 6,95 Meter fliegt sie in Berlin so weit wie zuletzt Heike Drechsler - vor 20 Jahren.

Als der Diskus noch über die blaue Bahn hüpfte, sank Robert Harting auf die Knie, streckte beide Fäuste zur Hallendecke und ließ sich wenig später auf der Ehrenrunde von fast 13.000 Fans feiern. Im letzten Versuch hatte sich der Berliner beim Istaf Indoor fast sensationell noch den Sieg gesichert - ein grandioses Comeback nach fast anderthalbjähriger Leidenszeit. So avancierte Olympiasieger Harting noch zum Star eines unterhaltsamen Leichtathletik-Abends, der aus deutscher Sicht noch ein weiteres Highlight bot: Die bis dato unbekannte Weitspringerin Alexandra Wester landete bei unglaublichen 6,95 Metern - und träumt nun mit 21 Jahren schon von Olympia.

Robert Harting ist wieder zurück.
Robert Harting ist wieder zurück.(Foto: imago/Sebastian Wells)

Nach Rio de Janeiro will im Sommer natürlich auch Robert Harting. Der Olympiasieger von 2012 triumphierte mit 64,81 Metern und war seinem jüngeren Bruder Christoph beim Heimspiel in der Mercedes-Benz-Arena damit 47 Zentimeter voraus. "Ein geileres Comeback gibt es eigentlich nicht", sagte der 31-Jährige nach seinem Sieg bewegt. "Es ist ein Tag, den ich nie vergessen werde. Das bleibt immer im Herzen", gestand der Lokalmatador und bedankte sich bei den Zuschauern.

Der dreimalige Weltmeister hatte Anfang September 2014 seinen bis dato letzten Wettkampf bestritten und sich kurz darauf das Kreuzband gerissen. Sein großes Ziel sind die Sommerspiele in Rio, und der überraschende Sieg gab Harting mächtig Auftrieb. "Klar", sagte der Modellathlet mit Vollbart, "jetzt gehe ich mit einem Lächeln in mein Programm". Im Mai will er in die Freiluftsaison starten, das Training fällt dem "Oldie" heute schwerer als früher. "Man kann solche Würfe nicht mehr einfach aus dem Arm schnipsen", meinte Harting mit Blick auf seine verblüffende Comeback-Weite.

Mit einem Satz in die Weltspitze

Weitsprung-Shootingstar Wester kann sich ebenfalls Hoffnungen auf einen Olympia-Start machen. Die 21-Jährige vom ASV Köln steigerte sich auf 6,95 Meter und überbot die Jahresweltbestleistung gleich um elf Zentimeter. "Das ist schwer zu realisieren. Mein Ziel war es eigentlich, die WM-Norm von 6,75 Meter zu knacken", sagte sie. Besser als Wester waren in der Halle überhaupt erst zwei deutsche Weitspringerinnen: Rekordfrau Heike Drechsler (7,37 Meter/1988) und Helga Radtke (7,09/1985).

Olympiasiegerin Drechsler war vor 20 Jahren letztmals bei einem Hallenmeeting weiter gesprungen (6,96 Meter). Wester, die vom früheren Weltklasse-Dreispringer Charles Friedek trainiert wird, bedankte sich bei dem Publikum, das "Hammer mitgemacht hat". Sie hat als erste Weitspringerin auch die DLV-Norm für die Hallen-WM Mitte März in Portland/Oregon erfüllt.

Dafne Schippers läuft allen davon

Eine Überraschung gab es auch auf der Gegenseite beim Stabhochsprung: Der Brasilianer Thiago Braz da Silva schlug den Top-Favoriten dort ein Schnippchen und sicherte sich den Sieg mit Südamerika-Rekord von 5,93 Metern. Gleich um 17 Zentimeter steigerte der 22-Jährige seine persönliche Bestleistung. Olympiasieger Renaud Lavillenie musste sich als Zweiter mit 5,85 Metern ebenso geschlagen geben wie Ex-Weltmeister Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken mit 5,77 auf Rang drei.

Weltmeisterin Dafne Schippers setzte das Sprint-Glanzlicht des Abends: Sowohl im Vorlauf (7,04 Sekunden) als auch im Finale (7,00) rannte die 200-Meter-Weltmeisterin von Peking Jahresweltbestzeit - zugleich Landesrekord für die Niederländerin. "Sprint-Opa" Kim Collins gewann zum dritten Mal in Serie den Männersprint beim Hallen-ISTAF: Der bereits 39 Jahre alte Routinier aus St. Kitts und Nevis setzte sich diesmal in 6,53 Sekunden durch. Der deutsche Rekordmann Julian Reus (Wattenscheid) und Europameister James Dasaolu (Großbritannien) schieden nach Fehlstarts aus.

Quelle: n-tv.de

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