Sport
Montag, 18. Juli 2011

Juve fordert Aberkennung: Inter bangt um Meistertitel 2006

Ein Manipulationsskandal lässt 2006 den italienischen Fußball erbeben. Juventus Turin steigt ab und verliert den Meistertitel an Inter Mailand. Aufgrund neuer Beweise geht Juve nun dagegen vor. Doch der italienische Verband weist die Beschwerde ab. Nun geht es vor ein Zivilgericht.

Moggi manipulierte Ligaspiele zugunsten von Turin.
Moggi manipulierte Ligaspiele zugunsten von Turin.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Trotz massiver Liga-Manipulationsvorwürfe darf Inter Mailand den italienischen Meister-Titel 2006 behalten. Der italienische Fußballverband (FIGC) verweigerte die von Juventus Turin geforderte Aberkennung des Mailänder Titels. Der Verband erklärte sich in seiner Sitzung in Rom aus juristischen Gründen für nicht zuständig. Die Turiner wollen nun vor einem Zivilgericht klagen. "Die Glaubwürdigkeit des Systems steht auf dem Spiel", erklärte Juve-Präsident Andrea Agnelli.

Den Turinern war der Titel 2006 wegen der Machenschaften ihres damaligen Managers Luciano Moggi aberkannt und Inter zugesprochen worden. Moggi hatte mit Hilfe enger Kontakte zu den Schiedsrichter-Koordinatoren und zu Unparteiischen Ligaspiele zu Gunsten von Juve manipuliert. Dafür wurde er vom Verband lebenslang gesperrt und Juve zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt.

"Inakzeptabel, beleidigend und geschmacklos"

Inter galt damals als Opfer. Im laufenden Zivilprozess gegen Moggi und seine Komplizen in Neapel tauchten nun neue Abhörprotokolle auf. Dies brachten den Chef-Ankläger des italienischen Fußballverbands, Stefano Palazzi, zu dem Schluss, dass auch Inter vor fünf Jahren betrogen habe. Der damalige Inter-Präsident Giacinto Facchetti habe ebenfalls Schiedsrichter beeinflusst und damit die Serie A manipuliert. Hätte das neue Belastungsmaterial bereits vor fünf Jahren vorgelegen, wäre auch Inter verurteilt und der Titel 2006 Mailand nicht zugesprochen worden.

Inter-Präsident Facchetti starb 2006.
Inter-Präsident Facchetti starb 2006.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Sportrechtlich ist der Fall verjährt. Inter-Präsident Massimo Moratti wies dennoch alle Vorwürfe zurück. Der Club-Besitzer nannte die Anschuldigungen gegen den im September 2006 verstorbenen Facchetti "inakzeptabel, beleidigend und geschmacklos".

Quelle: n-tv.de

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