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Angebliche Wett-Manipulation : Ist das Profitennis käuflich?

Ein Verdacht überschattet den Auftakt der Australian Open: In den vergangenen zehn Jahren sollen auch Grand-Slam-Sieger in manipulierte Tennisspiele verwickelt gewesen sein. Schiebung sei  im Tennis "weit verbreitet", berichtete die BBC. Was ist da dran?

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Welcher Verdacht besteht?

Nach Informationen der BBC und BuzzFeed News sollen in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 16 Spieler aus den Top 50 - darunter auch Grand-Slam-Sieger - in Match-Manipulationen involviert gewesen sein. Namen wurden bislang nicht genannt. Es gibt allerdings Gerüchte, dass beschuldigte Profis auch bei den seit diesem Montag laufenden Australian Open in Melbourne am Start sind.

Haben Profis zugegeben, von Syndikaten angesprochen worden zu sein?

Ja - unter anderem Novak Djokovic. Der Branchenführer aus Serbien bestätigte am Rande der Australian Open, dass ihm 2007 etwa 200.000 Dollar angeboten worden seien, damit er beim ATP-Turnier in St. Petersburg ein Match verliert. "Natürlich sind wir nicht darauf eingegangen", sagte Djokovic. Der Verbindungsmann war allerdings nicht an ihn persönlich herangetreten, sondern an ein Mitglied seines Teams.

Sind Profis überführt worden?

Ja. Seit der Einführung des Kontroll-Organs mit offiziellem Namen "Tennis Integrity Unit (Tiu)" im Jahr 2008 gab es bislang 18 Bestrafungen - davon sechs lebenslange Sperren für unbekanntere Profis. Einer davon ist Daniel Köllerer. 2011 war der Österreicher wegen Match-Manipulationen in drei Fällen lebenslang gesperrt worden. Auch der ehemalige ATP-Weltmeister Nikolai Dawidenko aus Russland war in seiner Karriere immer wieder beschuldigt worden, absichtlich aufgegeben zu haben. Beweise gab es allerdings nie.

Wie spannt die Tiu die Profis ein?

Unter anderem müssen es die Profis der Tiu sofort melden, wenn sie von verdächtigen Personen angesprochen und mit zwielichtigen Angeboten konfrontiert werden. Bei konkreten Verdachtsfällen kann die Tiu die Prüfung von Smartphones, Computern und Laptops der Profis fordern. Weigern sich die Spieler, droht ihnen wegen "Nicht-Kooperation" eine Strafe von bis zu zwei Jahren. Bislang sind laut ATP-Boss Chris Kermode über 14 Millionen Dollar investiert worden, um gegen Korruption im Profitennis vorzugehen.

Quelle: n-tv.de

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