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Die Unglücksstelle nahe dem russischen Jaroslawl. 43 Menschen kamen bei dem Flugzeugabsturz ums Leben.
Die Unglücksstelle nahe dem russischen Jaroslawl. 43 Menschen kamen bei dem Flugzeugabsturz ums Leben.(Foto: dpa)
Donnerstag, 08. September 2011

Lichtblick nach Eishockey-Tragödie: Jaroslawl startet mit neuem Team

Fast die gesamte Eishockey-Mannschaft von Lokomotive Jaroslawl kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Dennoch tritt das Team in der russischen KHL an. Der Saisonstart wird verschoben, andere Vereine stellen Spieler ab. In drei Tagen soll die neue Mannschaft stehen.

Lokomotive Jaroslawl wird in der Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) antreten. Das kündigte der russische Ligapräsident Wjatscheslaw Fetissow einen Tag nach dem Flugzeugabsturz an, bei dem fast die gesamte Mannschaft des dreimaligen russischen Meisters ums Leben gekommen war. "Die neue Mannschaft wird in den nächsten zwei bis drei Tagen gebildet", sagte Fetissow der Presse. Das Team werde bereits an der aktuellen KHL-Saison teilnehmen, so Fetissow weiter.

Die Liga hatte zuvor den Beginn des Spielbetriebs auf unbestimmte Zeit verschoben. KHL-Präsident Alexander Medwedew kündigte jedoch an, die Liga werde den Betrieb wahrscheinlich am kommenden Dienstag wieder aufnehmen. An neuen Spielern wird es Jaroslawl dabei nicht mangeln. "Mindestens 30 Spieler haben bereits direkt nach dem Unglück angekündigt, Lokomotive zu unterstützen und die Saison für Jaroslawl spielen zu wollen", sagte Fetissow.

Am Dienstag waren bei dem Absturz einer Chartermaschine nordöstlich von Moskau 43 Menschen gestorben. An Bord der Unglücksmaschine vom Typ Jak-42, die kurz nach dem Start vom Flughafen Jaroslawl abstürzte, befand sich die gesamte Mannschaft des dreimaligen russischen Meisters aus Jaroslawl. Unter den Opfern war auch der deutsche Eishockey-Nationalspieler Robert Dietrich. Der gebürtige Kasache Dietrich war erst vor wenigen Wochen vom DEL-Klub Adler Mannheim nach Jaroslawl gewechselt. Nur der russische Spieler Alexander Galimow und ein Bordingenieur überlebten schwer verletzt. Die Unglücksursache ist noch unklar.

Die Spielervereinigung rief zu Spenden für die Angehörigen der Opfer auf. In Jaroslawl erinnerten in der Nacht etwa 3000 Eishockey-Fans mit Kerzen und Blumen an die Opfer. Kirchenglocken schlugen. "Vielen Dank, Jungs", stand auf einem Plakat. Die Region Jaroslawl gedenkt von diesem Freitag an mit drei Trauertagen der Opfer.

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Quelle: n-tv.de

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