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Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers (Kanada).
Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers (Kanada).(Foto: imago/Icon SMI)

Kein Team in den NHL-Playoffs: Kanada zittert vor Eishockey-Horrorszenario

Die Stimmung in Kanada ist gedrückt: So wie es aussieht, wird kein heimisches Eishockey-Team die Playoffs um den Stanley Cup erreichen. Nur ein Wunder könnte das Debakel abwenden. Dabei spielt Eishockey in Kanada eine ganz besondere Rolle.

Marco Sturm hat nur wenige Wochen in Kanada gespielt. Doch wie sich die Fans im Eishockey-Mutterland derzeit  fühlen, weiß der Bundestrainer genau. "Für sie ist es sehr, sehr  bitter. Es tut natürlich weh", sagt der ehemalige NHL-Stürmer. Denn das Horrorszenario wird real: Erstmals seit 46 Jahren werden die Playoffs um den Stanley Cup ohne kanadische Klubs ausgespielt, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.

Einen Monat vor Ende der Hauptrunde sind die sieben kanadischen Teams im Rennen um die 16 Plätze für die Meisterrunde praktisch chancenlos. Am besten liegt noch der Hauptstadtklub Ottawa Senators  im Rennen, dem sechs Punkte zum letzten Wild-Card-Rang fehlen. Sturm, der von 1997 bis 2012 in der NHL spielte, stand nur kurz bei einem kanadischen Klub unter Vertrag. Im Herbst 2011 spürte er bei seinem Intermezzo bei den Vancouver Canucks, welchen Stellenwert der Nationalsport dort hat. "Ein ganzes Land lebt nur für Eishockey", sagt Sturm: "Alle sind sehr, sehr stolz, dass sie darin die Besten sind."

Aktuell nicht: Die sieben kanadischen Klubs liegen auf den letzten elf Rängen der 30er-Liga. Das hat, so Sturm, neben wirtschaftlichen - wegen des schwächeren kanadischen Dollars - auch mentale Gründe. "Der Druck auf die Spieler ist enorm", meint Sturm: "Wenn's gut läuft, ist alles okay. Wenn nicht, dann kocht es gewaltig."

Fernsehquoten brechen ein

Im vergangenen Jahr hatten bis auf die Edmonton Oilers und die Toronto Maple Leafs alle kanadischen Teams die Playoffs erreicht. Und das Medienunternehmen Rogers, das für die kanadischen TV-Rechte umgerechnet 3,5 Milliarden Euro über zwölf Jahre bezahlt, jubilierte. Nachdem aber in der zweiten Runde Rekordmeister Montreal Canadiens und die Calgary Flames als letzte Klubs ausgeschieden waren, brachen die Einschaltquoten ein. Das Finale zwischen den Chicago Blackhawks und Tampa Bay Lightning erreichte in Kanada die schlechteste TV-Resonanz seit 2009, insgesamt schalteten während der Meisterrunde 20 Prozent weniger Zuschauer ein als im Vorjahr.

Auch die NHL ist aufgeschreckt, denn Rogers zahlt deutlich mehr als der Fernsehsender NBC für die US-Rechte (1,8 Milliarden Euro für zehn Jahre). "Ist es ideal, wenn wir im kanadischen Markt nicht vertreten sind? Nein", sagte der Liga-Vize Bill Daly. Viel Grund zum Jubeln hatten Kanadas Fans in den letzten Jahren in den NHL-Playoffs ohnehin nicht. Seit 1993, als die Canadiens ihren 24. und bislang letzten Titel gewannen, ging der Stanley Cup nicht mehr ins Eishockey-Mutterland. Seit 2011, als die Vancouver Canucks mit Christian Ehrhoff im siebten Endspiel gegen die Boston  Bruins mit Dennis Seidenberg verloren, hat kein kanadisches Team mehr das Finale erreicht.

Gar nicht erst die K.o.-Runde zu erreichen, wäre allerdings ein historischer Tiefpunkt. Das gab es nur 1970, als Montreal und Toronto vorzeitig scheiterten. Damals waren sie die einzigen kanadischen Klubs in der Zwölfer-Liga.

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Quelle: n-tv.de

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