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Training in Stuttgart: Angelique Kerber.
Training in Stuttgart: Angelique Kerber.(Foto: imago/Sportfoto Rudel)
Freitag, 21. April 2017

"Rausgehen, Ukraine schlagen": Kerber soll's im Abstiegskampf richten

Angelique Kerber trägt die Hoffnungen, wenn die deutschen Tennisspielerinnen im Fed Cup gegen den Abstieg spielen. Wer auch sonst? Die Nummer eins der Welt gibt sich optimistisch, mag nicht an eine Niederlage denken - und beschwört einen Geist.

Angelique Kerber wirkte entspannt, sie lächelte, als sie in den Paternoster im Stuttgarter Rathaus stieg. Es ging hinauf zur Auslosung in den dritten Stock - und es könnte als gutes Omen für das Wochenende dienen. An den Abstieg aus der Weltgruppe will vor dem Relegationsspiel des deutschen Fed-Cup-Teams gegen die Ukraine an diesem Wochenende jedenfalls niemand denken. Auch nicht die beste Tennisspielerin der Welt: "Über die Konsequenzen einer Niederlage machen wir uns keine großen Gedanken. Wir wollen rausgehen und die Ukraine schlagen."

Nach einer bislang durchwachsenen Saison soll für die 29-Jährige im Fed Cup der Knoten platzen: "Ich fühle mich gut und freue mich, dass es endlich losgeht. Die Trainingswoche war sehr intensiv, die Stimmung ist da." Dabei könnte im Duell mit dem Team um Jelina Switolina, die Nummer 13 der Welt, der Geist von Stuttgart das Zünglein an der Waage sein. "Das gibt uns den letzten Kick", sagte Kerber. In der 4500 Zuschauer fassenden Arena hatte sie in den vergangenen beiden Jahren das WTA-Turnier gewonnen. Teamchefin Barbara Rittner, die den ersten Abstieg seit 2012 verhindern will, beziffert die Chancen auf "50:50".

"Ich glaube, wir haben gute Chancen"

Die 43-Jährige hatte in den vergangenen Tagen eine "schwierige Entscheidung" zu treffen und benannte letztlich Julia Görges als zweite Einzelspielerin neben Kerber. Görges, Nummer 46 der Welt, erhielt den Vorzug gegenüber Laura Siegemund, die auf Platz 37 steht. "Beide haben zuletzt gut gespielt und das Momentum auf ihrer Seite. Aber Jule hat im Fed Cup wesentlich mehr Erfahrung. Das war ausschlaggebend." Siegemund war zwar nach einer Durststrecke jüngst ins Halbfinale von Charleston eingezogen, hat allerdings noch kein Einzel im bedeutendsten Teamwettbewerb im Tennissport bestritten. Görges dagegen schon elf.

Die in dieser Saison äußerst konstant spielende Norddeutsche wird das Duell gegen die Ukraine am Samstag um 12 Uhr auch eröffnen. Zum ersten Mal überhaupt trifft Görges dabei auf Switolina, die in dieser Saison bereits die Turniere in Dubai und Taipeh gewonnen hat. Ungeachtet dessen gab sich Görges selbstbewusst: "Im Fed Cup ist alles möglich. Ich schaue zuversichtlich auf Samstag", sagte die 28-Jährige. "Ich glaube, wir haben gute Chancen." Siegemund nahm die Entscheidung von Rittner äußerlich gelassen hin. "Ich stehe voll dahinter und bin nicht enttäuscht", betonte die Diplom-Psychologin, die eventuell am Sonntag noch zum Zuge kommen könnte. Nach dem Auftaktmatch am Samstag trifft Kerber in der zweiten Partie auf und Lesia Zurenko. Am Sonntag ab 11 Uhr spielen im Spitzenmatch zunächst Kerber und Switolina gegeneinander. Die ukrainische Nummer eins hatte die letzten drei Duelle mit der Kielerin gewonnen.

Im vierten Einzel spielt dann Görges gegen Zurenko. Für das Doppel wurde die Kombination Siegemund/Carina Witthöft nominiert. Rittner hat allerdings am Sonntag noch die Möglichkeit, Veränderungen an der Aufstellung vorzunehmen. Doch selbst bei einer Niederlage am Wochenende darf sich die DTB-Equipe noch Hoffnung machen. Es spricht viel dafür, dass der Weltverband ITF im August die Aufstockung der Weltgruppe von derzeit 8 auf 16 Teams beschließt. "Der Titel bleibt das Ziel", sagte Rittner knapp 30 Jahre nach dem ersten Fed-Cup-Triumph einer deutschen Mannschaft 1987 in Vancouver.

Quelle: n-tv.de

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