Dienstag, 16. Mai 2006
7:0 gegen Luckenwalde: Lahm verletzt
Mit einer flotten Fußball-Lehrstunde für die Amateur-Kicker des FSV Luckenwalde hat Jürgen Klinsmanns WM-Kader den 24-tägigen Countdown auf das Eröffnungsspiel gegen Costa Rica eröffnet. Die 20.000 Zuschauer im ausverkauften Mannheimer Carl-Benz-Stadion hatten am Dienstagabend ihre Freude am 7:0 (4:0)-Torfestival der ohne Kapitän Michael Ballack angetretenen deutschen Nationalmannschaft.
Bundestrainer Jürgen Klinsmann war der Spaß allerdings nach 41 Spielminuten vergangen: Anwehrspieler Philipp Lahm landete nach einem Zweikampf im gegnerischen Strafraum unglücklich auf dem linken Arm und musste ausgewechselt werden und zur Untersuchung in ein Krankenhaus. "Es wird eine Kernspintomographie gemacht, dass man einen Ellbogenbruch ausschließen kann. Er hat Schmerzen. Wir drücken die Daumen, dass der Arm nur gestaucht ist", sagte Torwarttrainer Andreas Köpke in einer ersten Reaktion nach dem Schlusspfiff.
Nach dem Einlagespiel über zwei Mal 30 Minuten flog der deutsche WM-Tross noch am Abend ins Regenerations-Trainingslager auf der Ferieninsel Sardinien. "Wir freuen uns, dass wir arbeiten dürfen, dass wir jetzt loslegen können", sagte Klinsmann, dem das Spiel aus Angst vor Verletzungen nicht ins Konzept gepasst hatte.
Gerald Asamoah eröffnete in der von den Luckenwalder Akteuren insgesamt betont körperlos geführten Partie schon nach 185 Sekunden den Torreigen. Bastian Schweinsteiger (5.), Thomas Hitzlsperger (15.), Oliver Neuville (18.), erneut Schweinsteiger (41./Fouelfmeter), Miroslav Klose (52.) und Mike Hanke (54.) führten ihn fort. Nach der Pause durfte auch der am Tag zuvor sensationell nominierte Dortmunder David Odonkor seine Sprinter-Qualitäten nachweisen - ein Tor gelang dem Rechtsaußen allerdings nicht.
Den schönsten Treffer erzielte der Stuttgarter Hitzlsperger mit einem gefühlvollen Heber aus rund 18 Metern. "Es hat Spaß gemacht", erklärte der Mittelfeldspieler, dessen Nominierung lange fraglich gewesen war. Bis auf den wegen einer Erkältung geschonten Kapitän Michael Ballack und die noch verletzten Dortmunder Christoph Metzelder und Sebastian Kehl setzte Klinsmann alle 19 verfügbaren Akteure ein.
Im Tor kamen in Abwesenheit von WM-Keeper Jens Lehmann, der am Mittwoch in Paris mit Arsenal London das Champions-League-Finale gegen den FCBarcelona bestreitet, Oliver Kahn und Timo Hildebrand jeweils 30 Minuten zum Einsatz. Der von den Zuschauern begeistert empfangene Team-Senior Kahn (36) führte die deutsche Elf sogar noch einmal als Mannschaftskapitän aufs Feld. Halten musste Kahn keinen Ball, auch gegen Hildebrand gelang den Luckenwaldern vor 2.500 aus Brandenburg mitgereisten Fans auch nicht das erhoffte Ehrentor.
Der Verbandsligist war als Gewinner der Aktion "Club 2006 - Die FIFA WM im Verein" in den Genuss des Kräftemessens mit den deutschen WM-Hoffnungen gekommen.
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