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Maria Scharapowa könnte mehrere Jahre gesperrt werden.
Maria Scharapowa könnte mehrere Jahre gesperrt werden.

Tennisstar mit positivem Dopingtest: Nadal: "Scharapowa sollte bestraft werden"

Ein positiver Dopingtest muss eine Sperre nach sich ziehen, diese klare Meinung vertritt Tennisstar Rafael Nadal im Fall von Maria Scharapowa. Der Schlägerausrüster der Russin sieht das anders und verklärt die 28-Jährige zu einer Art Ikone des ehrlichen Sports.

Spaniens Tennis-Superstar Rafael Nadal hat die Dopingbeichte von Maria Scharapowa mit Bedauern zur Kenntnis genommen, sieht aber keinen Grund zur Gnade für die Russin. "Sie sollte bestraft werden", sagte der frühere Weltranglistenerste vor dem ATP-Turnier in Indian Wells. "Es ist schwer vorstellbar, dass so etwas passiert", sagte Nadal: "Für Maria möchte ich glauben, dass es ein Fehler war. Sie wollte es nicht tun. Aber es war offensichtlich fahrlässig. Sie muss dafür bezahlen."

Der Wirkstoff Meldronium war im Medikament Mildronat enthalten.
Der Wirkstoff Meldronium war im Medikament Mildronat enthalten.(Foto: imago/ITAR-TASS)

Scharapowa hatte am Montag in Los Angeles einen positiven Dopingtest bei den Australian Open im Januar öffentlich gemacht. Bei der 28-Jährigen war die seit dem 1. Januar verbotene Substanz Meldonium gefunden worden, mit dem zuletzt einige Sportler erwischt wurden. Die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin wurde von der ITF mit Wirkung vom 12. März vorläufig suspendiert, sie könnte bis zu vier Jahre gesperrt werden.

Nadal betonte, dass er niemals zu unerlaubten Mittel gegriffen habe und wehrte sich gegen die in der Vergangenheit immer wieder aufgekommenen Spekulationen. "Ich habe schon einige Male davon gehört, dass ich mit Doping in Verbindung gebracht wurde und es ist ermüdend", sagte der 14-malige Grand-Slam-Gewinner: "Ich bin absolut sauber."

Auf die Stammzell- und auch die Orthokin-Therapie, bei der behandeltes Eigenblut in Gelenke injiziert wird, habe er bei Verletzungen zurückgegriffen. "Ich habe nie versucht, das zu verbergen", sagte Nadal.

"Stolz darauf, hinter Maria zu stehen"

Unterstützung für Scharapowa gab es nach ihrem Dopinggeständnis vom Sportartikelhersteller Head. Während andere Sponsoren der Russin wie Nike, Tag Heuer und Porsche ihre Verträge aussetzten, kündigte der Schläger-Ausrüster der fünfmaligen Grand-Slam-Turniersiegerin eine Verlängerung des Kontraktes an.

"Head ist stolz darauf, hinter Maria zu stehen, jetzt und künftig, und wir beabsichtigen, ihren Vertrag zu verlängern", hieß es in einer Presseerklärung des Unternehmens, die Scharapowa zu einer Art Fairness-Ikone stilisierte. Die Russin sei ein Vorbild und eine unbescholtene Person, die Millionen Fans weltweit inspiriert habe, Tennis zu spielen und zu schauen. "Die Ehrlichkeit und der Mut, den sie gezeigt hat, als sie ihren Fehler öffentlich gemacht und zugegeben hat, waren bewundernswert", schrieb Head - ganz so als wäre Scharapowas Dopingverstoß ohne ihre Beichte gar nicht öffentlich geworden.

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Quelle: n-tv.de

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