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Auf Sand im x-ten Frühling: Haas muss gegen Djokovic ran

Tommy Haas setzt seinen Siegeszug bei den French Open fort. Der Hamburger fertigt im Achtelfinale des Grand-Slam-Turniers den Russen Michail Juschni ab und gewinnt klar. Nun wartet aber ein ganz harter Brocken.

Tommy Haas befindet sich momentan in Top-Form.
Tommy Haas befindet sich momentan in Top-Form.(Foto: dpa)

Im hohen Tennisalter von 35 Jahren und 61 Tagen hat Tommy Haas eine Lücke in seiner Grand-Slam-Vita geschlossen. Und das im Schnelldurchgang. Nur 84 Minuten brauchte Deutschlands bester Tennisspieler beim 6:1, 6:1, 6:3 gegen den Russen Michail Juschni, um erstmals in seiner Karriere ins Viertelfinale der French Open einzuziehen. Dort trifft er am Mittwoch auf den Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien), der Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Nr. 16) mit 4:6, 6:3, 6:4 und 6:4 bezwungen hat.

Die Runde der besten Acht hatte Haas zuvor bei den drei anderen Majors in Melbourne, Wimbledon und New York mehrfach erreicht. In Paris war 2002 und 2009 jeweils im Achtelfinale Endstation gewesen - im zwölften Anlauf klappte es nun mit dem Sprung in den Kreis der Topspieler. Haas ist damit erst der dritte Deutsche nach Boris Becker und Michael Stich, der bei allen vier Grand Slams das Viertelfinale erreicht hat. In seinem x-ten Frühling bekommt der Wahlamerikaner nun auch in Roland Garros das Prädikat "der Älteste seit ..." verliehen.

Bei einem Grand Slam ist Haas der älteste Viertelfinalist seit Andre Agassi 2005 bei den US Open, der Amerikaner hatte 74 Tage mehr auf dem Buckel. Im Viertelfinale der French Open ist der Weltranglisten-14. Haas sogar der älteste Spieler seit 42 Jahren, seit einem gewissen Ungarn namens Istvan Gulyas. Für den Altersrekord in Roland Garros in der Profi-Tennis-Ära muss der "nimmermüde Haas" (L'Equipe) allerdings noch ein paar Jahre dranhängen. Pancho Gonzales, geboren am 9. Mai 1928, erreichte 1968 in Paris als 40-Jähriger das Halbfinale.

Juschni ohne Chance

Haas' Erfolge immer nur an seinem Alter zu messen, würde dem besten Spieler der "Nach-Becker-Ära" allerdings nicht gerecht werden. "Genug mit den Kommentaren über den 35-jährigen Haas", twitterte US-Profi Mardy Fish: "Was ist mit der einfachen Tatsache, dass dieser Typ ein unglaublich guter Tennisspieler ist?"

Auf dem Court Suzanne Lenglen ließ Haas dies den fünf Jahre jüngeren Michail Juschni spüren. Der Weltranglisten-31., der sein Viertelfinal-Erlebnis in Paris bereits 2010 hatte, verzweifelte an seinem Kontrahenten. Juschni hielt nicht annähernd mit. Ein Aufschrei in Durchgang eins brachte keine Besserung, selbst als er in Satz zwei seinen Schläger an der Bank zerlegte, fand der Russe nicht ins Spiel. Nur selten blitzte seine Klasse auf, mit der er Haas beim Vorbereitungsturnier in Rom noch 6:4, 6:3 geschlagen hatte. "Ich habe ihm zu viele Chancen gegeben, gutes Tennis zu spielen", sagte Juschni.

Anders als in der Runde zuvor, beim Matchball-Drama gegen John Isner, bekam Haas beinahe keine Gegenwehr. Nicht einmal schimpfen musste er, dabei hatte er dies zuvor als schlechtes Zeichen gewertet: "Wenn ich mich einmal nicht aufrege, bekomme ich schon Nachrichten aus der Heimat, was mit mir los sei. Dann weiß die Familie, dass irgendetwas nicht stimmt."

Quelle: n-tv.de

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