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Trotz der verschärften Sicherheitskontrollen wollen Spieler und Trainer zu sportlicher Normalität übergehen.
Trotz der verschärften Sicherheitskontrollen wollen Spieler und Trainer zu sportlicher Normalität übergehen.(Foto: dpa)

Rugby-Testlauf für die Fußball-EM: Paris macht Stade de France "Terror-sicher"

Die Anschläge vom November stecken den Parisern noch tief in den Knochen. Vor allem beim heutigen Rugby-Match gegen Italien sind Einsätze von Polizei und Sicherheitsdiensten drastisch erhöht. Besucher sollen früh kommen, denn der Einlass wird lange dauern.

Frankreich hat für das erste große Sportereignis im Stade de France seit den schrecklichen Attacken vor knapp vier Monaten aufgerüstet. Medienberichten zufolge sind beim Auftaktmatch des Sechs-Nationen-Turniers im Rugby zwischen Frankreich und Italien allein etwa 250 bis 300 Polizisten im Einsatz. Normalerweise seien es 100, berichteten die Zeitungen "Le Parisien" und "Le Monde".

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Die Zahl der Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten werde von üblicherweise 750 auf 900 erhöht. Spürhunde und Scharfschützen sollen zudem für maximale Sicherheit sorgen.

Spieler und Trainer wollen dennoch zu so etwas wie sportlicher Normalität übergehen. "Wir erinnern uns jeden Tag an die Attacken", sagte Frankreichs Coach Guy Novès. Dazu sei das Spiel gar nicht nötig. "Aber wird dürfen es nicht zum Fokus machen. Wir müssen spielen", betonte der 62-Jährige laut der britischen Zeitung "The Telegraph". Neben Frankreich und Italien nehmen England, Irland, Schottland und Wales an dem Turnier teil. Am 13. Februar sind die Iren zu Gast, am 19. März die Engländer.

Konzept-Test für EM im Juni

Am 29. März bestreiten Frankreichs Fußballer gegen Russland ihr erstes Spiel im Stadion in Saint-Denis seit den Attacken dort und in Paris selbst vom 13. November vergangenen Jahres. Insgesamt 130 Menschen waren dabei ums Leben gekommen. In Saint-Denis hatten sich drei Attentäter in die Luft gesprengt, ein unschuldiger Mensch wurde getötet.

Späteren Ermittlungserkenntnissen zufolge hatten die Terroristen eigentlich ein Attentat im Stadion verüben wollen, in dem die Franzosen gegen Weltmeister Deutschland spielten. Die Terroristen waren aber nicht durch die Kontrollen gekommen.

Frankreichs Rugby-Verband bat nun die Fans, wegen der Kontrollen beim Einlass frühzeitig zum Stadion zu kommen. Die Tore des Stadions werden gut zwei Stunden vor der Partie geöffnet. Um Schlangen wartender Fans und Besucher vor den Eingangstoren zu vermeiden, werden vorher insgesamt sieben Durchgangspunkte eingerichtet.

Diese Stationen müssten alle Zuschauer passieren, dort werden sie abgetastet und ihre Taschen kontrolliert, sagte ein Sicherheitsbeamter der Zeitung "Le Monde". Das Konzept könnte womöglich auch für die Fußball-EM vom 10. Juni bis 10. Juli getestet werden. Saint-Denis ist nicht nur einer der Spielorte, dort werden sowohl das Eröffnungsspiel als auch das Finale stattfinden.

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Quelle: n-tv.de

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