Donnerstag, 19. November 2009
CAS vertagt sich erneut: Pechstein-Urteil nächste Woche
Der Internationale Sportgerichtshof CAS wird das Urteil im Fall der gesperrten Eisschnellläuferin Claudia Pechstein nun erst am 25. November bekanntgeben.Ursprünglich war das Urteil für den 5. November angekündigt worden. Dann hatten sich die Richter überraschend auf diese Woche vertagt, da der Entscheid entgegen der gängigen Praxis am CAS gemeinsam mit der Urteilsbegründung veröffentlicht werden sollte.
Durch die neuerliche Verschiebung kann Pechstein am Wochenende nicht beim dritten Weltcup der Eisschnellläufer in Hamar starten. Allerdings haben ihre Anwälte einen Eilantrag an den CAS gerichtet, um ihren Start am Samstag doch noch zu erwirken. Einen ähnlichen Antrag vor dem Weltcup-Auftakt in Berlin vor zwei Wochen hatte der CAS jedoch abgelehnt.
Pechstein "sprachlos"
"Fast fünf Wochen für ein Urteil zu benötigen, wie in meinem Fall, in dem es nur ein einziges belastendes und in der Wissenschaft zudem noch umstrittenes Indiz gibt, macht mich das erste Mal sprachlos. Ich möchte dieses unwürdige Hin und Her nicht mehr weiter kommentieren", sagte Pechstein, nachdem der CAS die erneute Verschiebung bekanntgegeben hatte: "Gut, dass wir heute nochmals einen Eilantrag gestellt haben. Denn wenn dieser abgelehnt wird, weiß ich wenigstens schon einmal, was ich Mittwoch zu erwarten habe."
Klar ist, dass Pechsteins Chancen auf einen Freispruch weiter gesunken sind. Sollte der CAS - wie zu erwarten ist - auch den Eilantrag ablehnen, sind selbst im Falle eines immer unwahrscheinlicheren Freispruchs ihre Möglichkeiten, noch in Vancouver zum sechsten Mal an Olympischen Winterspielen teilnehmen zu können, auf ein Minimum reduziert.
Empörung bei der DESG
Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG kritisierte den erneuten Aufschub des Urteils heftig. "Das ist kein positives Zeichen. Das ist, als ob jemand mit der Todesspritze kommt und dann sagt, ich verschiebe das noch um zwei Wochen", erklärte DESG-Präsident Gerd Heinze: "Bei mir hört jetzt jede Toleranz auf. Die Entscheidung ist doch in den Köpfen der Richter schon lange klar. Der Aufschub ist im Sinne der sportliche Fairness nicht mehr nachzuvollziehen. Damit stellt sich die Sportgerichtsbarkeit kein gutes Zeugnis aus."
Heinze ist der Meinung, dass die Sportlerin schon viel früher hätte informiert werden müssen: "Diese erneute Geduldsprobe ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar. Kein vernünftiger Richter würde so lange brauchen, um so etwas ordentlich zu formulieren."
cwo/dpa
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