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Endlich ganz oben: Peter Prevc belohnt sich mit einem großen Titel.
Endlich ganz oben: Peter Prevc belohnt sich mit einem großen Titel.(Foto: imago/Eibner Europa)

Der lange Weg an die Spitze: Perfekt, perfekter, Prevc

Mit dem Erfolg bei der Vierschanzentournee holt Peter Prevc seinen ersten großen Titel. Nach vielen Enttäuschungen fährt der Slowene endlich den verdienten Lohn ein. Seine Landsleute erwarten nun den Beginn einer neuen Ära – doch es gibt ein mahnendes Beispiel.

Dass der spektakulärste und ästhetischste Flieger seiner Skispringer-Generation so lange ohne großen Titel geblieben war, ist nicht weniger als ein Unding. In Bischofshofen hat Peter Prevc den großen Makel seiner Karriere eindrucksvoll beseitigt: Einen verdienteren Sieger als den Ausnahmekönner aus Slowenien hätte die 64. Vierschanzentournee nicht haben können. Trotz seiner stattlichen Vorsprungs vor seinem Verfolger Severin Freund hatte sich der 23-Jährige im Vorfeld des Abschluss-Springens sämtliche noch so zarten Anspielungen auf den doch schon praktisch feststehenden Triumph verbeten. So viel könne doch noch passieren, sagte Prevc.

Tournee-Gesamtwertung
PlatzNamePunkte
1Peter Prevc1139,4
2Severin Freund1112,9
3Michael Hayböck1081,6
4Kenneth Gangnes1073,5
5Stefan Kraft1036,2
6Johann Andre Forfang1035,5
7Noriaki Kasai1013,2
8Anders Fannemel1010,1
9Richard Freitag1001,4
10Andreas Wank974,4

 

Und wer wüsste das besser als er. Als 17-Jähriger hatte Prevc 2009 im Weltcup debütiert, doch die frühe Hatz forderte Tribut, Prevc stagnierte. Erst 2012 kam der Durchbruch: Prevc gewann das Fliegen in Oberstdorf, feierte seinen ersten Weltcup-Sieg. Einen Tag später stürzte er an gleicher Stelle im Team-Wettkampf, verletzte sich schwer, verpasste die Flug-WM. Nach der Zwangspause kam Prevc noch stärker zurück, beherrscht seitdem mit Freund den Weltcup. "Ich habe gelernt, immer fokussiert zu bleiben, immer wieder aufzustehen", sagt Prevc.

Langes Warten auf den großen Coup

Dem großen Coup hechelte er aber hinterher, wurde regelmäßig im entscheidenden Moment noch abgefangen: Olympia-Silber, WM-Bronze, Gesamtweltcup-Zweiter hinter dem punktgleichen Freund. Alles Ansporn für Prevc, noch mehr für den ganz großen Erfolg zu investieren. "Peter ist wie ich ein eher ruhiger Typ nach außen, aber vor allem ein harter Arbeiter, der immer alles rausholt", sagt Konkurrent Freund, der sich mit dem Slowenen auch bei der Tournee ein Dauerduell auf höchstem Niveau lieferte.

In der Heimat war Prevc schon vor dem ersten slowenischen Tourneesieg seit Primoz Peterka 1996/97 ein Volksheld, zum dritten Mal wurde Prevc zum Sportler des Jahres gewählt. "Das macht mich stolz", sagte er, "schließlich haben wir so viele großartige Athleten." Tatsächlich produziert der zwei Millionen Einwohner zählende Staat Weltklasse-Wintersportler in Serie wie Biathlon-Weltmeister Jakov Fak, Alpin-Olympiasiegerin Tina Maze oder Peterka.

Der andere "PP", der andere Skisprung-Nationalheld, war Prevc stets Vorbild, aber auch Warnung: Peterka war ein Popstar, kam mit dem Ruhm nicht klar, hatte Alkoholprobleme, psychische Probleme. Mit dem feinfühligen Prevc gehen die Slowenen, die Peterka noch mit ihrer Zuneigung erdrückt hatten, behutsamer um - sie wollen noch viel von "Peter dem Großen" haben. Und der könnte in den kommenden Wochen richtig abräumen: Bei der am 15. Januar beginnenden Skiflug-WM ist Prevc der große Favorit, auch im Gesamtweltcup liegt er unangefochten vorne. Der Tourneesieg könnte der Auftakt zu Goldenen Zeiten gewesen sein.

Quelle: n-tv.de

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