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Gary Anderson spielte bislang eine überragende Darts-WM. Beleg dafür: Sein Neundarter im Halbfinale gegen Jelle
Gary Anderson spielte bislang eine überragende Darts-WM. Beleg dafür: Sein Neundarter im Halbfinale gegen Jelle(Foto: imago/BPI)

Darts-WM vor spektakulärem Finale: Perfekter Anderson muss "Jackpot" knacken

Mit dem ersten Neun-Darter des WM-Turniers lässt Titelverteidiger Gary Anderson die Fans im "Ally-Pally" komplett ausflippen und unterstreicht seine Favoritenrolle für das Finale gegen Zweifach-Weltmeister Adrian Lewis. Das Finale verspricht ein Spektakel.

Es war der Moment, auf den alle gewartet haben. Über 600-mal wurde bei der Darts-WM in London die 180 geworfen, der sagenumwobene Neun-Darter gelang aber keinem Spieler - bis zum späten Samstagabend. Mit dem ersten perfekten Spiel der laufenden WM verwandelte Titelverteidiger Gary Anderson den eh schon äußerst stimmungsvollen Alexandra Palace in ein Tollhaus. Ganz nebenbei untermauerte er seine Favoritenstellung für das Finale gegen den Engländer Adrian Lewis, das Sie ab 20 Uhr im n-tv.de Liveticker verfolgen können.

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Bereits im Viertelfinale gegen James Wade (5:1) waren Anderson acht perfekte Darts gelungen. Doch mit dem letzten Pfeil verfehlte der 45-Jährige die benötigte Doppel-12 ganz knapp und erntete die typischen, nicht ganz ernst gemeinten Buhrufe der Zuschauer. Im dritten Leg des ersten Satzes gegen den niederländischen Überraschungs-Halbfinalisten Jelle Klaasen reichte die unglaubliche Präzision bis zur Vollendung: 501 Punkte, eliminiert in nur neun Würfen - besser geht es nicht.

Auf den Tag genau sieben Jahre nach dem ersten Neun-Darter bei einer PDC-WM von Klaasens Landsmann Raymond van Barneveld gelang auch Anderson dieses Kunststück. Während aus 3000 Kehlen der Jubelorkan losbrach, nahm der Schotte seinen ersten Neun-Darter bei einer WM (den vierten insgesamt beim Verband PDC) gewohnt zurückhaltend zur Kenntnis und deutete nur mit dem Zeigefinger auf die Bühne. "Während des Neun-Darters dachte ich mir: 'Diesmal verpasst du ihn nicht'", sagte Anderson, der 15.000 Pfund (rund 20.000 Euro) zusätzlich kassiert. Zudem spendet der WM-Hauptsponsor für jeden Neun-Darter 9000 Pfund (rund 12.000 Euro) an ein Kinderkrankenhaus in Stoke.

#daistdasding

Die im Schnitt 1,01 Millionen Zuschauer des übertragenden Senders Sport1 reagierten ähnlich euphorisch wie die Zuschauer im "Ally-Pally". Binnen weniger Minuten kletterte der Hashtag #daistdasding bei Twitter auf die Nummer eins der Trend-Hitliste. Mit dem Neun-Darter im Rücken glich der Auftritt Andersons beim 6:0 gegen Klaasen wieder mal einer Machtdemonstration: Im gesamten Matchverlauf gab er nur fünf Legs ab. Mit einer Durchschnittspunktzahl von 107,32 spielte die Nummer zwei der Rangliste zudem den zweitbesten Average des gesamten Turniers und spazierte ins Finale.

Schon 2011 standen sich Anderson und Adrian Lewis im WM-Finale gegenüber. Damals siegte Lewis.
Schon 2011 standen sich Anderson und Adrian Lewis im WM-Finale gegenüber. Damals siegte Lewis.(Foto: imago/Action Plus)

Dort kommt es zur Neuauflage des Endspiels von 2011 gegen den zweimaligen Champion Lewis. "Ich spiele gut, ich fühle mich gut, und ich freue mich auf ein großes Finale. Ich bin bereit", sagte Anderson, der gewarnt sein sollte, obwohl er die letzten Duelle gegen Lewis für sich entschied. Vor fünf Jahren war Anderson gegen den 30-Jährigen ebenfalls als leichter Favorit ins Endspiel gegangen, unterlag dann aber mit 5:7.

Auch Lewis läuft richtig heiß

Und Lewis stellte im ersten Halbfinale wie in den Runden zuvor ebenfalls seine Topform unter Beweis. Gegen den fünfmaligen Weltmeister und van-Gerwen-Bezwinger van Barneveld nutzte er Schwächephasen seines Gegners eiskalt aus und erspielte sich mit insgesamt 15 180ern schnell eine 5:0-Satzführung, bevor sich das niederländische Stehaufmännchen mit einigen spektakulären High Finishes ins Match zurückkämpfte.

Van Barneveld hatte seine drei Runden zuvor im Entscheidungssatz gewonnen, im Viertelfinale gegen den Engländer Michael Smith dabei einen 0:3-Rückstand aufgeholt. Gegen Lewis kam Publikumsliebling "Barney" auch auf 3:5 heran - bevor Lewis den Sack zumachte. "Ich habe nie jemanden unter Druck so gut finishen sehen wie Raymond. Aber ich bin auch gut unter Druck. Das ist die Weltmeisterschaft, und ich bin hier, um sie zu gewinnen", sagte "The Jackpot" Lewis.

Um den Rekordjackpot von 300.000 Pfund (rund 400.000 Euro) geht es im Finale, die Hälfte haben beide bereits sicher. Und auch die Chancen für ein weiteres perfektes Spiel stehen nicht schlecht: Den einzigen Neun-Darter in einem WM-Finale bislang warf Lewis - gegen Anderson.

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Quelle: n-tv.de

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