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Bitterer Abgang des Rekordchampions: Phil Taylor ist im Achtelfinale der WM ausgeschieden.
Bitterer Abgang des Rekordchampions: Phil Taylor ist im Achtelfinale der WM ausgeschieden.(Foto: imago/BPI)

Darts-Legende scheitert bei WM: Phil Taylor hat "ausgepowert"

Die Schlangenmänner beißen zu: Bei der Darts-WM gelingt Jelle "The Cobra" Klaasen die Sensation gegen den legendären Phil Taylor. Und auch "Snakebite" Peter Wright schafft den Sprung in die nächste Runde - hat aber mächtig Glück auf dem Weg dorthin.

Das Favoritensterben bei der Darts-WM in London geht weiter. Nur einen Tag nach dem spektakulären Aus des Weltranglisten-Ersten Michael van Gerwen gegen Raymond van Barneveld erwischt es im Achtelfinale auch die Darts-Legende Phil Taylor. Der Rekordchampion unterliegt dem niederländischen Außenseiter Jelle "The Cobra" Klaasen in einem hochdramatischen Match mit vielen Wendungen knapp mit 3:4 und muss damit den Traum vom 17. Titel überraschend früh begraben.

Das WM-Viertelfinale im Überblick

Alan Norris (England) - Jelle Klaasen (Niederlande)

Gary Anderson (Schottland) - James Wade (England)

Raymond van Barneveld (Niederlande) - Michael Smith (England)

Adrian Lewis (England) - Peter Wright (Schottland)

Alle Viertelfinal-Partien werden am Freitag gespielt.

"Ich bin nicht fit genug. Ich bin mental nicht mehr in der richtigen Verfassung. In meinem Leben passieren gerade einige Dinge. Im Februar steht meine Scheidung an", erklärte Taylor nach der Partie. Dabei spielte "The Power" eigentlich gar nicht schlecht (100er-Average und 40 Prozent Checkout-Quote), zeigte sich im Vergleich zu den ersten Runden deutlich formverbessert und führte im entscheidenden Satz sogar mit 2:0 in den Legs. Doch Klaasen bewies starke Nerven. "Ich habe nie aufgegeben und immer daran geglaubt, dass ich es schaffen kann. Ich bin überglücklich", sagte der 31-Jährige, der mit einem Average von 103 Punkten und 46 Prozent verwandelter Chancen auf die Doppel überzeugte.

"Snakebite" muss lange kämpfen

Nicht weniger dramatisch war das Duell zwischen dem Schotten "Snakebite" Peter Wright und dem Engländer Dave Chisnall. Dabei musste sich der Weltranglisten-Vierte Wright gegen die Nummer 13 mächtig strecken, um den Einzug ins Viertelfinale perfekt zu machen. Mit 4:3 setzte sich "Snakebite" ganz knapp durch. Und im letzten Satz wurde es richtig spektakulär: Der Vize-Weltmeister von 2014 brauchte die Satz-Verlängerung (6:4), um den entscheidenden Punkt einzufahren. Mit seinem fünften Matchdart entschied er das Spiel, in dem beide Akteure die Fehler ihres Gegners immer wieder beeindruckend ausnutzten.

"Ich habe keine Ahnung, wie ich die Nerven behalten habe. Wenn ich das in eine Flasche füllen könnte, würde ich es verkaufen", sagte Wright sichtlich gezeichnet von dem harten Fight. Und den Kollegen von "Sport1" erklärte er: "Wir haben eine große Show geboten." Das belegt auch ein Blick auf die Statistik: Wright spielte beeindruckende 103,69 Punkte im Schnitt pro Aufnahme und traf 42,86 Prozent seiner Würfe auf die Doppel. Chisnalls Zahlen sind kaum schlechter: Sein Average lag bei 102,26 Punkten. Außerdem zeigte der Engländer fünf Highfinishes von über 100 Punkten und eine Checkout-Quote von beinahe 50 Prozent. Dennoch vergab der 35-Jährige im sechsten Leg des letzten Satzes seinen einzigen Matchdart auf die Doppel-16.

Im ersten Duell des Abends hatte sich Alan Norris ganz souverän gegen Mark Webster (4:1) durchgesetzt. Norris, der erst in diesem Jahr zum Verband PDC gewechselt war und zum ersten Mal bei der Weltmeisterschaft im Alexandra Palace an den Start geht, überzeugte mit einem Average von knapp 95 Punkten und checkte starke 40 Prozent auf die Doppel aus. 

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Quelle: n-tv.de

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