Ermittlungen zu Enkes Tod

Polizei nennt Einzelheiten

11.11.2009 | 00:40 Uhr
Bei einer Pressekonferenz zum Tod von Fußball-Nationaltorwart Robert Enke gibt die Polizei erste Informationen zum Unfallgeschehen bekannt. Fragen nach einem Abschiedsbrief werden nicht beantwortet, ein Unfall aber weitgehend ausgeschlossen.
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Die Unfallstelle beschrieb die Polizei als keinen "Ort, an dem man normalerweise die Gleise überquere". (Foto: dpa)

Laut Polizei hat Enke sein Auto am Dienstagabend etwa zehn Meter von den Gleisen entfernt abgestellt. Sein Portemonnaie habe der 32-Jährige auf dem Beifahrersitz des nicht verschlossenen Wagens liegenlassen. Anschließend muss Enke mehrere 100 Meter an den Gleisen entlang gegangen sein, bevor er von einem aus Bremen in Richtung Hannover fahrenden Regionalzug erfasst wurde, teilte der Sprecher der Polizeidirektion Hannover, Stefan Wittke, mit.

In einer ersten Befragung gab der Zugführer zu Protokoll, dass er eine Person auf den Gleisen habe stehen sehen. Er und ein weiterer im Führerhaus anwesender Lokführer hätten sofort eine Notbremsung eingeleitet, sagte Wittke. An der Unglücksstelle fahre der Zug ungebremst mit hohem Tempo. Weitere Augenzeugen gebe es für das Unglück nicht. Ein Selbstmord wurde von Wittke nicht offiziell bestätigt, allerdings deuteten alle Anzeichen darauf hin. Es sei kein Ort, an dem man normalerweise die Gleise überquere.

Große Anteilnahme

Fragen nach einem Abschiedsbrief Enkes wurden zunächst nicht beantwortet. Der Kriminaldauerdienst kümmert sich um Enkes Ehefrau, die nach dem Unglück zum Unfallort gekommen war. Jörg Schmadtke, Manager von Hannover 96, war bei der Pressekonferenz anwesend und drückte seine tiefe Trauer aus: "Er hinterlässt eine große Lücke, nicht nur in Hannover, sondern auch in Fußball-Deutschland. Wir stehen alle unter Schock und sind noch nicht in der Lage, die Dinge zu kommentieren."

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Hunderte Menschen nahmen in Eilvese und Hannover Anteil an Enkes Tod. (Foto: dpa)

In der Nähe des kleinen Ortes Eilvese war die Unfallstelle am Dienstagabend weiträumig abgesperrt. Flutlichtwagen der Feuerwehr tauchten die Unglücksstelle in helles Licht. Mehrere Einsatzwagen von Polizei und Rettungskräften waren im Einsatz. In Eilvese und vor der Geschäftsstelle von Hannover 96 zündeten viele Menschen Kerzen an und legten Schals und Trikots von Enkes Verein nieder.

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Verwendete Quellen: dpa