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Verdacht auf gewerbsmäßigen Handel: Positive A-Probe im Ringen sorgt für Novum

Der Dopingfall beim deutschen Mannschaftsmeister ASV Nendingen zieht offenbar größere Kreise. Daher ermittelt jetzt die Freiburger Staatsanwaltschaft. Der Deutsche Ringer-Bund geht davon aus, dass seine Athleten um Weltmeister Stäbler nicht betroffen sind.

Die Nationale Anti Doping Agentur Nada hat erstmals auf Grundlage des neuen Anti-Doping-Gesetzes Anzeige erstattet und so für ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gesorgt. Das Verfahren richtet sich gegen Athleten und Verantwortliche des deutschen Mannschaftsmeisters im Ringen, den ASV Nendingen aus Tuttlingen im Schwarzwald. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Freiburg teilte mit, sie habe nach Hinweisen der Nada an zwei Tagen mehrere Wohnungen durchsucht und dabei Medikamente und Unterlagen sichergestellt.

Die Nada hat erstmals auf Grundlage des neuen Anti-Doping-Gesetzes Anzeige erstattet.
Die Nada hat erstmals auf Grundlage des neuen Anti-Doping-Gesetzes Anzeige erstattet.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Daniel Wozniak, Vizepräsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), sagte, er gehe nach der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft davon aus, dass ein Anfangsverdacht auf gewerbsmäßigen Handel bestünde. Die Staatsanwaltschaft stellte am Donnerstag allerdings noch einmal klar, dass es in ihrem Ermittlungsverfahren ausschließlich um die Verwendung verbotener Substanzen gehe: "Der gewerbsmäßige Handel ist nicht Gegenstand der Ermittlungen."

Keine Verbindung zu deutschen Sportlern?

Rechtsanwalt Wozinak betonte auch, dass er keine Verbindungen zu deutschen Sportlern erkennen könne. Immerhin kämpft der griechisch-römische Weltmeister Frank Stäbler bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft ebenfalls für den ASV Nendingen. "Ich finde es unfassbar, bin schockiert. Es ist schade für unsere Sportart und ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die sich ganz normal an die Regeln halten", sagte Stäbler.

Von den zehn Sportlern, die im Hinkampf den 11:7-Erfolg gegen den SV Germania Weingarten eingefahren hatten, standen mit Ghenadie Tulbea (57 Kilogramm/Freistil), Victor Ciobanu (61 kg/Greco), Nicolai Ceban (98 kg/Freistil), Piotr Ianuluv (86 kg/Freistil, alle rumänische und moldawische Staatsbürger) sowie mit dem Kubaner Yowlys Bonne Rodriguez (66 kg/Freistil) allein fünf ausländische Athleten auf der Matte.

Bei dem Dopingmittel soll es sich um den Wirkstoff Meldonium, der erst seit dem 1. Januar 2016 auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Dopingagentur Wada aufgeführt ist, handeln. Dieser Wirkstoff wird als Herzmedikament eingesetzt, aber seit Jahresbeginn von der Wada als verbotenes Dopingmittel eingestuft.

Quelle: n-tv.de

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