Sport

"Muss es nicht noch schwerer machen": Reichelt attackiert Streif-Organisatoren

Plötzlich ist es ruhig auf der legendären Streif: Skirennfahrer Hannes Reichelt fliegt kurz vor dem Ziel der Abfahrt bei irrem Tempo ab, knallt in die Fangzäune. Der Österreicher hat Glück im Unglück. Trotzdem übt er nun heftige Kritik an seinen Landsleuten.

Ski-Rennläufer Hannes Reichelt wird nach seinem schweren Sturz am vergangenen Samstag auf der Streif in Kitzbühel erstaunlich schnell wieder im Weltcup starten und übt gleichzeitig harte Kritik an den Organisatoren des Rennens. Der 35-Jährige kritisierte bei einer Pressekonferenz in Innsbruck, dass das Rennen nach seinem Sturz nicht abgebrochen wurde.

Hat den brutalen Abflug auf der Streif glücklicherweise ohne schwere Verletzungen überstanden: Der Österreicher Hannes Reichelt.
Hat den brutalen Abflug auf der Streif glücklicherweise ohne schwere Verletzungen überstanden: Der Österreicher Hannes Reichelt.(Foto: imago/Ulmer)

"Nachdem es zwei der Top-Leute so abwirft, lässt man einerseits noch zehn weitere runter fahren und andererseits nimmt man dann dem Rest der Läufer die Chance, zu starten", das finde er nicht richtig, sagte er. Das Rennen wurde erst nach 30 Startern abgebrochen.

"Ich habe nichts gesehen"

Reichelt hatte sich bei seinem Sturz auf der Streif eine Knochenstauchung im linken Knie zugezogen. An der gleichen Stelle erlitten Georg Streiberger (Österreich) sowie Aksel Lund Svindal (Norwegen) bei Stürzen Kreuzbandrisse. Als Ursache für seinen Sturz nannte Reichelt die schlechte Sicht. "Ich habe nichts gesehen. Ich wusste nicht einmal annähernd, wo ich mich befunden habe. Die Kompression war dann schneller da als gedacht", sagte er.

Kritik übte der Abfahrer auch an der Pistenpräparierung. In der Kompression, in der er und die anderen beiden Läufer stürzten, gebe es zwei Linien, erklärte er. In diesem Jahr sei die etwas sicherere Linie viel unruhiger und schlechter präpariert gewesen, als die engere, risikoreichere Variante. "Deswegen sind wir auch bei schlechter Sicht die engere Linie gefahren. Die Strecke ist schon so schwer genug, die muss man nicht noch schwerer machen", sagte Reichelt, der bereits am Donnerstag wieder auf Skiern stehen will.

Wie der Österreichische Ski-Verband mitteilte, bestreitet der 35-Jährige dann das erste Training für die Weltcup-Abfahrt am Samstag auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen (11.30 Uhr). Danach soll entschieden werden, ob Reichelt auch im Training am Freitag und im Rennen am Samstag startet.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen