Endlich fit und doch nicht dabei

Robben muss in München leiden

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Mit Arjen Robben lief es für die Bayern in der Liga zuletzt nicht rund. Ohne ihn kamen die Münchner im Pokal locker weiter. (Foto: dapd)
11.02.2012 | 06:33 Uhr
Im Pokal nur Bankdrücker, mit Xherdan Shaqiri ein Konkurrent für seine Position verpflichtet und den eigenen Vertrag beim FC Bayern immer noch nicht verlängert - Arjen Robben hat sich den Start ins EM-Jahr ganz bestimmt anders vorgestellt. Kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht. Der Star muss sich bewähren.

Jupp Heynckes war bemüht, die Diskussion schnell zu beenden. Arjen Robben habe "sehr gut trainiert, es ist eine Freude, ihm zuzuschauen", sagte der Trainer des FC Bayern München am Freitagnachmittag. Alles weitere, berichtete Heynckes, könne er nicht beantworten. Etwa die Frage, wie es Robben denn augenblicklich so gehe, nachdem dieser im Viertelfinale des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart (2:0) nicht gespielt habe.

Richtig glücklich ist der ehrgeizige Niederländer aber wohl kaum. Erst die Degradierung zum Bankdrücker, dann die Verpflichtung von Offensiv-Wirbelwind Xherdan Shaqiri: Für Robben wird die Luft beim deutschen Fußball-Rekordmeister offenbar dünner. Auch die Verlängerung seines Vertrages über 2013 hinaus verzögert sich. Noch hält Robben still, doch die Bayern-Stars üben sich bereits in Beschwichtigungsversuchen und mahnen zur Ruhe. "Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Aber er muss jetzt keinen Stress machen", sagte der französische Topstar Franck Ribéry der "tz". Trost spendete Kapitän Philipp Lahm: "Natürlich ist das schwer für Arjen. Solche Härtefälle gibt es beim FC Bayern."

Jeder ist ersetzbar!

Aufmunternde Worte, allerdings auch mit einer klaren Botschaft: Jeder ist ersetzbar! In Stuttgart traf es Robben, der seit 2009 bei den Bayern spielt und oft genug mit Weltklasseleistungen verzückte. "Ich hätte vorne jeden wegnehmen können", sagte Heynckes. Robben lief sich in der Stuttgarter Arena fast 40 Minuten warm, zum Einsatz kam er nicht. Und wie handelt der Trainer gegen den 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 15.30 Uhr/im n-tv.de Liveticker)? Am Freitag wollte sich Heynckes nicht festlegen, er betonte aber: "Das kann wieder einen anderen treffen. Im internationalen Fußball ist das gang und gäbe, deswegen sollte man da nicht so viel Lärm drum machen."

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Die Trainingsleistung stimmt, sagt Coach Jupp Heynckes. Doch die reicht nicht, um ins Team zu kommen. (Foto: dpa)

Nach nur vier Punkten aus drei Rückrundenspielen sah sich Heynckes in Stuttgart zu Umstellungen im wenig inspirierten Offensivspiel gezwungen. Änderungen, die auch Robben selbst nach dem mageren 1:1 beim Hamburger SV und der an Meister Borussia Dortmund verlorenen Tabellenführung angemahnt hatte: "Wir brauchen ein Programm, mit dem wir wieder gewinnen."

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Es kann nur einen geben

Für die erfolgreiche Umprogrammierung des Bayern-Spiels war für Heynckes aber nicht die Verbannung Robbens auf die Bank entscheidend, sondern die Harmonie zwischen den Mannschaftsteilen ausschlaggebend. "Wir hatten eine super Balance zwischen Defensive und Offensive", sagte er. Und dennoch steht Heynckes damit vor der Frage, ob er die Balance wieder verändern soll, im Klartext: Thomas Müller - oder Arjen Robben?

Denn auf eines hat sich Heynckes am Freitag bereits festgelegt: Auf den Positionen vor der Abwehr, die nach dem Ausfall von Bastian Schweinsteiger von Luiz Gustavo und David Alaba besetzt wurden, wechselt er erst mal nicht. Er denke, "dass ich da nichts ändern muss." Also wird auch Toni Kroos nicht zurückgezogen, um damit einen Platz in der Dreierreihe hinter Angreifer Mario Gomez freizumachen.

"Er ist nicht weg und verkauft"

Um den Verbleib von Robben an der Isar fürchtet Müller unterdessen nicht. Nur weil der 28-Jährige gegen Stuttgart nicht gespielt habe, "ist er nicht weg und verkauft." Dabei ist die Zukunft von Robben alles andere als gesichert. Die zuletzt als Formsache gehandelte Verlängerung seines Vertrages über 2013 hinaus verzögert sich einstweilen. Die Verpflichtung des Schweizer Ausnahmetalents Shaqiri vom FC Basel, Gegner des FC Bayern im Achtelfinale der Champions League, wird da vielleicht nicht als Beschleuniger fungieren.

Heynckes lobt den Sommer-Neuzugang zudem bereits in den höchsten Tönen. "Er ist ein sehr guter Einkauf, der zu Bayern München passt und vor einer großen Karriere steht. Xherdan wird mit seiner Spielintelligenz und seinen Dribblings unsere Mannschaft in den kommenden Jahren verstärken", sagte er. Elemente, die Robben zuletzt zu oft vermissen ließ.

Verwendete Quellen: sid