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Robert Harting will wieder an die Spitze.
Robert Harting will wieder an die Spitze.(Foto: dpa)

"Ich wollte nie aufgeben": Robert Harting kehrt zurück in den Ring

Der deutsche Diskus-Olympiasieger Robert Harting will nach seinem Kreuzbandriss wieder voll durchstarten. 531 Tage hat er Pause gemacht. Nun arbeitet er an seiner Topform. Doch der Weg dahin ist hart, denn komplett fit ist er noch nicht. Aber er will sich zwingen.

Ring frei für Robert Harting. 531 Tage nach seinem letzten Auftritt bestreitet der Diskus-Olympiasieger wieder einen Wettkampf. Die lange Leidenszeit für den Berliner ist endlich vorbei, und beim Heimspiel in der Hauptstadt, dem Istaf Indoor, werden ihn die Fans am Samstag wieder feiern. "Ich wollte nie aufgeben, ich wollte immer wieder zurück", sagt der 31-Jährige. Lokalmatador Harting ist die Hauptattraktion des Hallenmeetings - dabei muss er dort nicht einmal gewinnen oder sich das Trikot zerreißen.

531 sind seit seinem letzten Wettkampf vergangen.
531 sind seit seinem letzten Wettkampf vergangen.(Foto: dpa)

"Ich werd' mich da mal durchschütteln lassen und gucken, was rauskommt. Und dann habe ich die Marschroute für die nächste Zeit", bekannte der Diskus-Riese, der etwas abgespeckt hat und derzeit 125 Kilo wiegt. Ein Hallenmeeting ist für einen Diskuswerfer eher ein Bonmot - für Harting zählt in diesem Jahr nur die Freiluftsaison und Olympia. Doch im Schongang wird er Rio nicht erreichen. "Ich muss mich jetzt zwar auch wieder zwingen und kämpfen. Aber ich hab' das ja schon mal geschafft", sagte der dreimalige Weltmeister. "Es wird dieses Jahr einen Olympiasieger geben. Und wenn ich der bin, freue ich mich tierisch. Und wenn nicht, dann macht's ein anderer."

Vor vier Jahren musste Harting Olympiasieger werden, in Rio kann er. "2012 in London, da hatte ich mich über Gold definiert. Danach fiel viel von mir ab, ich war total erleichtert. Wenn ich das jetzt noch mal schaffe, wäre das geil", betonte der Schützling von Trainer Torsten Schmidt.

"Das Wort heißt Leidenschaft"

Im September 2014 riss sich der Diskus-Recke das Kreuzband und das Innenband im linken Knie. Immer wieder verschob er im vorigen Jahr sein Comeback, um kein Risiko einzugehen. Olympia war und ist ihm mehr wert als ein WM-Start 2015 in Peking oder irgendein Alibi-Wurf. Aber "derHarting", wie seine Internetseite heißt, ist immer ein Siegertyp gewesen - und ein Kämpfer geblieben.

"Das Wort heißt Leidenschaft. Die Deutschen haben ja eine Leidenschaft für Erfolg, aber weniger die Leidenschaft, sich auch mal durchzuquälen", meinte der Diskus-Champion, der nach Operation, Reha und Aufbautraining noch nicht wieder der Alte ist: "Ich fühle mich aber gerade nicht wie ein Olympiasieger, sondern eher wie ein Anfänger." Seit kurzem arbeitet er mit einem Mentaltrainer zusammen. "Es geht um den Kopf, und das ist Software", erklärte er, "und meine Software ist momentan irgendwie noch nicht effektiv genug."

Auch das "Comeback" der Leichtathletik nach den Doping- und Korruptionsskandalen laufe längst nicht optimal. "Konsequent wäre es, wenn man die Rekorde auf null stellt", forderte Harting. "Man sollte transparent sein, denn die Konsumenten des Sports in aller Welt werden immer klüger." Da müsse der Weltverband "deutlich nachlegen". Die Suspendierung des gesamten russischen Verbandes hält Harting für "das richtige Signal, denn das war ja Betrug auf höchster Ebene". Allerdings versteht er nicht, "warum das Kollektiv der unschuldigen russischen Athleten sich noch nicht gemeldet hat und nicht auf die Barrikaden geht. Dann sollen sie doch unter der IOC-Flagge starten. Solche Ausnahmeregelungen sind doch bei Olympia möglich.

Quelle: n-tv.de

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