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Josep Guardiola ist kein Freund von Bierduschen. Beim Champions-League-Sieg würde er sicher eine Ausnahme machen.
Josep Guardiola ist kein Freund von Bierduschen. Beim Champions-League-Sieg würde er sicher eine Ausnahme machen.(Foto: dpa)

Guardiola und der FC Bayern: Sag zum Abschied leise Triple

Von Stefan Giannakoulis, Hamburg

Beim einzigen Testspiel zeigt sich der FC Bayern in bedenklicher Form. Doch zum Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga will das Team von Josep Guardiola in Hamburg nichts anbrennen lassen. Einen Wunsch hat der Trainer.

Es war vor dem Start in die Rückrunde der Bundesliga viel von Josep Guardiolas Abschiedstournee die Rede. Der Trainer verlässt den FC Bayern am Ende dieser Saison und verabschiedet sich gen England. Was wird dann bleiben? Sehr gute Frage. Das Urteil über das fußballerische Vermächtnis des Spaniers wird sich nicht an Titeln und der Schönheit seines Fußballs bemessen, schon gar nicht an deutschen Meistertiteln. Der Ligatriumph ist den Münchnern schließlich so gut wie sicher, das sagt selbst Hans-Joachim Watzke im Interview mit n-tv.de. Der Klubchef der Dortmunder Borussia, des mit einem Rückstand von acht Punkten ärgsten, nun ja, Verfolgers der Münchner sieht nur eine Chance, wenn der Branchenführer anfange, Fehler zu machen. Allerdings: "Bayern macht seit Jahren so gut wie keine Fehler."

Hamburg - München 1:2 (0:1)

Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Djourou, Cléber, Ostrzolek - Kacar (81. Gideon Jung), Holtby - Müller, Hunt, Ilicevic (69. Gregoritsch) - Lasogga (77. Rudnevs). - Trainer: Labbadia
FC Bayern München: Neuer - Jerome Boateng (56. Martinez), Badstuber, Alaba  - Lahm, Thiago - Costa (81. Robben), Alonso, Coman - Thomas Müller  (69. Vidal), Lewandowski. - Trainer: Guardiola
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Tore: 0:1 Lewandowski (37., Foulelfmeter), 1:1 Hunt (53.), 1:2 Lewandowski (61.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Was Guardiola zum vollkommenen Glück mit dem FC Bayern fehlt, ist aber nicht seine dritte Meisterschaft im dritten Bundesliga-Jahr - es ist der Titel in der Champions League. Jeder weiß zwar, dass es unmöglich ist, den Triumph in der europäischen Königsklasse zu erzwingen - sei das Team noch so gut und der Trainer noch so ambitioniert. Aber der Katalane hat es selbst gesagt: "Ich weiß, die Leute wollen, dass wir die Champions League gewinnen. Wenn wir das nicht schaffen, sind wir gescheitert."

Aber sie werden es natürlich versuchen. Und so ist die Bundesligapartie heute beim Hamburger SV (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) auch so etwas wie der Auftakt zur Vorbereitung auf das CL-Achtelfinale, in dem es am 23. Februar und dann im Rückspiel in München 16. März gegen den italienischen Meister Juventus Turin geht. Die Frage ist: Wie kommt der FC Bayern nach der Winterpause in die Gänge?

"Fast jeden Zweikampf verloren"

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Nach dem Trainingslager in Katar hatte Guardiola konstatiert: "In diesem Moment sind wir nicht bereit, die Champions League zu gewinnen." Danach verloren seine Spieler am Samstag vergangener Woche das einzige Testspiel - nach einer bedenklichen Leistung mit 1:2 beim Zweitligisten Karlsruher SC. Guardiola beschwichtigte: "Wir haben verloren, okay, es war eine Lektion für uns, aber wir haben noch sechs Tage bis zum Hamburg-Spiel."

Abwehrchef Jérôme Boateng, der nach einer Notbremse vom Platz geflogen war, äußerte sich da schon deutlicher: "Wir haben fast jeden Zweikampf verloren und dann kannst du auch kein Spiel gewinnen." Und: "Man muss kritisch sein, dass wir noch nicht bereit sind." Im Gespräch mit dem "Kicker" legte er dann nach, sprach von Problemen, sich zu konzentrieren: "Wir dachten vermutlich, es gehe von alleine."

Ein Test ist ein Test ist ein Test

Aber ein Testspiel bleibt ein Testspiel. Wer die Münchner in ihrer formidablen Hinrunde gesehen hat, in der sie allein die Partie in Mönchengladbach verloren und insgesamt nur fünf Punkte abgaben, der kann davon ausgehen, dass sie da sind, wenn es um etwas geht. Oder wie Boateng es formulierte: "Es ist unser Ziel, gleich von Anfang an voll loszulegen." Das sieht auch der Kollege Robert Lewandowski so: "Wir müssen immer attackieren. Hamburg wird defensiv spielen und auf eine Chance warten. Wenn wir gut starten, wird es einfacher." Und Holger Badstuber versicherte: "Ich bin guter Dinge. Über den KSC müssen wir nicht mehr groß reden, wir hängen das nicht an die große Glocke. Am Freitag sind wir voll da."

Und Guardiola? Freut sich, wie er sagt, darüber, dass es jetzt wieder um etwas geht. "Die lange Zeit ohne Fußball ist langweilig, der Wettbewerb ist willkommen." Auch wenn er in Hamburg auf die verletzten Franck Ribéry, Mario Götze, Medhi Benatia, Rafinha und Juan Bernat verzichten muss, sagte er: "Wir sind bereit für unsere Rückrunde." Er selbst auch? Verspürt er vor seinen letzten vier Monaten einen besonderen Zwang zum Erfolg? "Nein, nein, nein, nein. Ich würde sofort unterschreiben, wenn mir angeboten würde, dass wir dieselbe Rückrunde spielen wie in den vergangenen Jahren." Mit einem Unterschied: Er wünscht sich, "dass der Kader im Halbfinale fit ist".

Und schon sind wir wieder bei der Champions League, in der die Münchner in den vergangenen beiden Jahren mit Guardiola in der Vorschlussrunde erst an Real Madrid und dann am FC Barcelona verzweifelten. Möge die Abschiedstournee beginnen. Oder wie es Kapitän Philipp Lahm sagte: "Das Ziel ist, erfolgreich Fußball zu spielen. Das heißt für uns, dass wir am Saisonende drei Titel haben."

Quelle: n-tv.de

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