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DSV-Adler wollen "voll Paroli bieten": Schuster schürt Tournee-Euphorie

Die deutschen Skispringer gehen mit ungeahnter Euphorie in die 61. Vierschanzentournee. Bundestrainer Werner Schuster spricht vor dem Auftakt am Sonntag (16.00 Uhr) über seine Favoriten, die Chancen des deutschen Vorspringers Severin Freund - und die Erwartungen an Routinier Martin Schmitt.

Werner Schuster beflügelt die DSV-Adler.
Werner Schuster beflügelt die DSV-Adler.(Foto: dpa)

Werner Schuster, bleibt ein Tagessieg vor eigenem Publikum Ihr großes Tournee-Ziel?

Ich halte das durchaus für realistisch. Severin Freund und Richard Freitag sind gut in die Saison gestartet, Andreas Wellinger ist hinzugekommen. Das gibt uns erstmalig die Chance, bei der Tournee nicht zu reagieren, sondern zu agieren. Wenn die Jungs sich selber einen Gefallen tun wollen, dann sollten sie in Oberstdorf oder Garmisch gewinnen. Wenn sie mir persönlich einen Gefallen tun wollen, sollten sie in Innsbruck gewinnen.

Wird in Oberstdorf der Grundstein zum Gesamtsieg gelegt?

Wer beim Auftakt ganz vorne ist, erhält definitiv einen riesigen Schub. Das haben viele Springer in der Vergangenheit gezeigt. Daher möchte ich meine Mannschaft so einstellen, dass wir hier voll Paroli bieten können.

Wem trauen Sie das am ehesten zu?

Severin. Er ist hier zu Hause, er kennt die Schanze gut. Ansonsten kann man nichts ausschließen. Andi Wellinger wird frech drauf losspringen und alles riskieren. In Engelberg hat er ein paar Mal die Höchstweite hingeknallt. Aber eigentlich ist es Severin.

Spüren Sie Druck?

Ich habe in der Vergangenheit schon mehr Druck gehabt. Ich habe Tourneen bestreiten müssen, wo ich genau wusste, dass wir keine Chance auf das Podest haben. Jetzt weiß ich: Wenn es einer nicht schafft, kann es ein anderer schaffen oder ein Dritter. Deswegen überwiegt die Zuversicht.

Wer sind Ihre Favoriten auf den Tournee-Sieg?

Gregor Schlierenzauer, Andreas Kofler und Severin waren bislang die drei dominierenden Springer, hinzu kommt Anders Bardal. Einer von diesen Vieren sollte die Tournee gewinnen, wenn es nicht eine Überraschung gibt. Und die hat es ja immer wieder gegeben.

Was sagen Sie zum Sieg von Martin Schmitt in Engelberg?

Das ist perfekt, speziell für ihn. Martin ist sehr vorbildlich den Weg mitgegangen, den wir ihm vorgegeben haben. Er hat schon im Training vor Weihnachten angedeutet, dass er auf dem aufsteigenden Ast ist.

Was kann er bei der Tournee erreichen?

Wir haben Erfahrungswerte. Wenn jemand im Continental Cup gewinnt, kann er sich im Weltcup auf Platz 20 einreihen. Er ist morgen nicht Siegfavorit. Und auch nicht übermorgen.

Quelle: n-tv.de

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