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In der Abwehr dürfen die deutschen Handball-Herren gerne noch ein wenig energischer zupacken.
In der Abwehr dürfen die deutschen Handball-Herren gerne noch ein wenig energischer zupacken.(Foto: imago/foto2press)

DHB-Team: Vorne gut, hinten nicht: Sigurdsson tüftelt noch am Masterplan

Deutschlands Handballer zeigen gegen Tunesien eine ganz starke Offensivleistung. Ohne die verletzten Stars um Uwe Gensheimer hapert es aber in der Abwehr gewaltig. Doch der Bundestrainer experimentiert fleißig und bleibt optimistisch.

Neun Tage vor dem Start in die Europameisterschaft tüftelt Dagur Sigurdsson intensiver denn je am Masterplan für die verletzungsgeplagte Handball-Nationalmannschaft. Nach dem 37:30 gegen Tunesien habe er zwar einen "super, super Angriff" gesehen, sagte der Bundestrainer. "Aber man braucht kein Professor zu sein, um zu erkennen, dass Abwehr und Torhüter gerade in der ersten Halbzeit schwach waren."

Auch bei den deutschen Torhütern um Andreas Wolf ist noch Luft nach oben.
Auch bei den deutschen Torhütern um Andreas Wolf ist noch Luft nach oben.(Foto: imago/Eibner)

Das Spiel gegen dem mehrfachen Afrikameister war der erste Härtetest auf dem Weg zum Turnier in Polen. Für Sigurdsson war es gleichzeitig die erste Möglichkeit, seine im Trainingslager in Berlin entwickelten Varianten in der Praxis auszuprobieren. Denn der Isländer ist nach den schwerwiegenden Ausfällen von Kapitän Uwe Gensheimer (Wadenverletzung), Patrick Groetzki (Wadenbeinbruch) und Co. zum Experimentieren gezwungen.

Coach hofft auf Allendorf-Rückkehr

Kein Problem, sagt er. "Wir haben Martin Strobel, wir haben Niclas Pieczkowski, wir haben Simon Ernst, wir haben Steffen Fäth", zählte der 42-Jährige einige der Akteure auf, die sich gegen Tunesien auf Linksaußen probieren durften. Doch keiner der gelernten Rückraumspieler fand sich auf der ungewohnten Position zurecht. Rune Dahmke ist nach dem Ausfall von Gensheimer und seinem Ersatz Michael Allendorf der einzig verbliebene Linksaußen im Kader, er fehlte gegen die Afrikaner aber noch wegen einer Sprunggelenksverletzung. "Ich hoffe, dass er bei den nächsten Spielen wieder dabei ist", sagte Sigurdsson.

Am Samstag und Sonntag schließt die DHB-Auswahl ihre dreiteilige Testspielreihe mit zwei Spielen gegen Island in Kassel und Hannover ab. Noch am Mittwochmorgen absolvierte sein Team ein Krafttraining in Stuttgart. Anschließend machte sich die DHB-Auswahl auf den Weg nach Hannover. Dort setzen die Handballer ihre Vorbereitung auf die am 15. Januar beginnende EM fort.

"Können trotz Ausfällen viele Varianten spielen"

"Wir haben noch ein paar Tage Zeit, um uns zu steigern, speziell, was die Abwehr betrifft", sagte der gegen Tunesien starke Rückraumspieler Christian Dissinger. "Es ist doch klar, dass noch nicht jedes Rad ins andere greift." Doch gerade in der Offensive überraschte das vom Bundestrainer notgedrungen durchgemischte Team. "Das ist das Positive, dass wir trotz der Ausfälle so viele Varianten spielen können", sagte Torhüter Carsten Lichtlein. Denn Sigurdsson rotierte nicht nur auf Linksaußen, auch im Rückraum ließ er seine Akteure immer wieder auf den unterschiedlichsten Positionen auflaufen.

Das könnte auch in der starken Vorrundengruppe C das Mittel zum Erfolg sein. Gleich zum Auftakt trifft die DHB-Auswahl in Breslau auf Ex-Weltmeister Spanien (16. Januar). Anschließend warten Rekordeuropameister Schweden (18. Januar) und Slowenien (20. Januar). Mit einem konkreten Ziel hält sich der WM-Siebte zurück: "Wir wollen auch in Polen unser Spiel machen. Die Gegner sollen sich auf uns einstellen", kündigte Dissinger an. Zumindest das dürfte nach dem Ausfall zahlreicher Stammkräfte schwieriger werden.

Quelle: n-tv.de

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