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Marcel Hirscher fährt immer richtig gut, wenn während des Rennens Kameras abstürzen.
Marcel Hirscher fährt immer richtig gut, wenn während des Rennens Kameras abstürzen.(Foto: AP)

Kameraabsturz bei Hirschers Sieg: Ski-WM entgeht knapp einer Katastrophe

Am Ende jubelt Skistar Marcel Hirscher beim WM-Riesenslalom in St. Moritz über Gold. Vorher ereignet sich an der Strecke ein schwerer Zwischenfall, verursacht von einem Showflugzeug. Nur durch glückliche Umstände bleibt eine Katastrophe aus.

Riesenglück im Unglück: Bei der alpinen Ski-WM in St. Moritz ist es während des Riesenslaloms der Herren beinahe zu einer Katastrophe gekommen. Der Grund: Ein Flugzeug der Showtruppe "PC-7 Team" der Schweizer Luftwaffe durchtrennte das Aufhängekabel einer Seilbahnkamera, worauf Teile der Kamera aus großer Höhe in den Zielraum stürzten. Verletzt wurde nach Angaben der ermittelnden Kantonspolizei Graubünden niemand.

Auswirkungen auf das Rennen, in dem letztlich der Österreicher Marcel Hirscher Gold gewann vor seinem Landsmann Roland Leitinger (+0,25 s) und dem Norweger Leif-Kristian Haugen (+0,71 s), hatte der Zwischenfall dennoch. Wegen des durchtrennten Seils musste vorübergehend der Athleten-Lift angehalten werden, Augenzeugen zufolge soll das defekte Seil auf das Seil des Sessellifts gefallen sein.

"Das ist eine brutale Geschichte"

Im Lift saß zu diesem Zeitpunkt neben dem späteren Sieger Hirscher auch DSV-Star Felix Neureuther, die auf dem Weg zur Besichtigung des Finallaufs im Riesenslalom waren. Die Athleten konnten erst mit einer Verzögerung von rund 15 Minuten weiterfahren, das Rennen um die Medaillen begann deshalb eine halbe Stunde später als geplant. "Das ist eine brutale Geschichte, wir hatten Glück dass nicht mehr passiert ist", sagte FIS-Renndirektor Markus Waldner.

"Das hätte sehr, sehr schlimm ausgehen können", sagte Neureuther, der im Lift von einem italienischen Trainer über die Hintergründe des außerplanmäßigen Halts informiert wurde. Er sei ohnehin kein Freund derartiger Flugshows, ergänzte er. Die Flugstaffel trainierte während der beiden Läufe für ihren für Samstag geplanten Auftritt.

Flugzeug touchiert Seil, Seil reißt

Die abgestürzte mobile Kamera war an einem Seil befestigt, das vom Ziel bis zum Start gespannt war.
Die abgestürzte mobile Kamera war an einem Seil befestigt, das vom Ziel bis zum Start gespannt war.(Foto: dpa)

"Es ist so, dass ein Flugzeug der Schweizer Luftwaffe aus dem PC-7 Team das Tragseil der SRF-Kamera touchiert hat", berichtete Roman Rüegg von der Graubündner Kantonspolizei: "Das Tragseil fiel runter, es wurde dabei niemand verletzt." Der Flieger habe den Flugplatz im nahe gelegenen Samedan "selbstständig" erreicht, "aus Sicherheistgründen stellte die Sesselbahn Salastrains den Betrieb ein, die Polizei sowie die Militärbehörden haben die Untersuchungen aufgenommen."

Weitere Angaben wollte er zunächst nicht machen. Der Vorfall weckte Erinnerungen an weitere ähnliche Zwischenfälle bei verschiedenen Sportveranstaltungen. Am 22. Dezember 2015 krachte beim Weltcup-Slalom in Madonna di Campiglio eine abgestürzte Kameradrohne kurz hinter Hirscher auf die Piste. Im vergangenen August fiel am Rande der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro eine Seilbahnkamera aus rund 20 Metern Höhe zu Boden und verletzte mehrere Menschen. Bei Reparaturarbeiten waren beide Trägerseile gerissen.

DSV-Fahrer ohne Chance

Wie schon in Madonna di Campiglio, als Hirscher trotz Drohnen-Gate Zweiter geworden war, erwies sich der Österreicher erneut als Spezialist für schwierige Umstände. Für den Star aus Österreich war es das erste WM-Gold im Riesenslalom. Überraschender war aber, dass sich mit Roland Leitinger und dem Norweger Leif-Kristian Haugen noch zwei Außenseiter auf dem Treppchen wiederfanden.

Dort fehlten die deutschen Skirennfahrer, die deutlich an den Medaillenrängen vorbeifuhren. Linus Straßer auf Rang zwölf (+1,38 Sekunden) war der beste Deutsche. Stefan Luitz wurde 14. (+1,52 Sekunden), der zuletzt am Rücken verletzte Felix Neureuther kam nur auf Platz 16. Ein schlechteres Resultat in einem WM-Riesenslalom gab es für den DSV zuletzt 2011.

Quelle: n-tv.de

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