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Zwölf gesperrte Essendon-Spieler sind noch aktiv. Sie verpassen die Saison 2016.
Zwölf gesperrte Essendon-Spieler sind noch aktiv. Sie verpassen die Saison 2016.(Foto: picture alliance / dpa)

Dopingskandal in Australien: Sportgerichtshof sperrt 34 Footballer

Ein schwerer Dopingskandal überschattet Australiens beliebtesten Sport. 34 Australien-Football-Spieler werden beschuldigt, unerlaubte Substanzen eingenommen zu haben. Sie trifft nun eine mehrjährige Sperre. Die Spieler hätten Injektionen bei Kontrollen verschwiegen.

Der australische Sport hat seinen nächsten großen Dopingskandal. Der Internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne hat 34 aktuelle und frühere Spieler aus der australischen Football-Liga (AFL) wegen Dopingvergehen rückwirkend vom 31. März 2015 für zwei Jahre gesperrt. Der Cas folgte damit dem Einspruch der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada gegen die Entscheidung der AFL vom März vergangenen Jahres, die Akteure nicht zu bestrafen.

Die meisten Sperren enden im November dieses Jahres, manche gehen auch bis zum Februar 2017. Zwölf der Spieler sind noch aktiv und können damit in der Saison 2016 nicht antreten. Den Spielern des Melbourner Footballklubs Essendon, einem der ältesten Vereine des Landes, war die Einnahme des verbotenen Proteins Thymosin beta-4 nachgewiesen worden. Die australische Anti-Doping-Behörde Asada hatte die Injektionen nicht als Dopingverstöße gewertet und die Spieler freigesprochen. Ein Tribunal in Australien sah dafür nicht genügend Beweise, aber die Wada beurteilte die Sachlage anders.

Die Spieler hätten die Injektionen bei Kontrollen verschwiegen, sagte der Chef der australischen Anti-Doping-Behörde, Ben McDevitt. "Im besten Fall haben sie einfach keine Fragen gestellt, im schlimmsten Fall waren sie Komplizen in einer Kultur der Geheimniskrämerei Verschleierung." Für den Anti-Doping-Kampf in Australien ist die Entscheidung von Lausanne ein herber Rückschlag. Das Land sieht sich seit Jahren mit massiven Dopinganschuldigungen konfrontiert. 2013 hatte eine Verbrechenskommission des Landes in einer einjährigen Untersuchung nicht nur den häufigen Gebrauch von verbotenen Substanzen, sondern auch eine Verbindung des Sports zur organisierten Kriminalität aufgedeckt. Betroffen waren vor allem sechs Klubs aus der Nationalen Rugby Liga. Australian Football ist eine Variante des Football-Spiels mit besonderen Regeln.

Quelle: n-tv.de

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