
Ein Wechselfehler zwischen Anne Möllinger und 100-m-Europameisterin Verena Sailer hat Deutschlands Leichtathleten bei der Europameisterschaft in Barcelona um eine weitere Goldchance gebracht. Sailer kam im 4x100-m-Vorlauf beim zweiten Versuch, den Stab zu packen, zu Fall. Dagegen erreichten die Männer auf der gleichen Distanz in 38,75 Sekunden als Schnellste der beiden Vorläufe das Finale.
"Die Enttäuschung ist echt hart. Das Rennen lief super, nur zum Schluss hat es nicht geklappt", erklärte Sailer, die damit ihre Hoffnung auf den zweiten Titel nach ihrem Sieg über 100 Meter begraben musste.
Nach einem guten Start von Yasmin Kwadwo und Marion Wagner hatte das deutsche Quartett klar auf Finalkurs gelegen. Doch beim letzten Wechsel lief Möllinger ein wenig zu dicht auf Sailer auf. Die 100-Meter-Siegerin griff ans Handgelenk ihrer Teamkollegin statt an das Staffelholz, und in der Folge fielen Möllinger und der Stab zu Boden. "Keine Ahnung, warum ich plötzlich auf dem Boden lag", sagte die 24-Jährige mit Tränen in den Augen. "Ich hatte mich so konzentriert, ihr das Holz in die Hand zu legen, und plötzlich habe ich nur noch die blaue Bahn gesehen."
Männer souverän
Tobias Unger, Marius Broening, Alexander Kosenkow und Martin Keller gewannen den Vorlauf vor Portugal. Frankreich, das sich in 38,50 Sekunden mit Deutschland die Europajahresbestzeit teilt, erreichte als Sieger des zweiten Vorlaufs ohne den im Finale zum Einsatz kommenden 100- und 200-m-Europameister Christoph Lemaitre 39,12 Sekunden. Auf der Strecke blieb überraschend Mitfavorit Großbritannien, das nach einem Wechselfehler als Fünfter im Rennen der Franzosen ausschied. Disqualifiziert wurde im deutschen Lauf auch Medaillenkandidat Italien.
Die deutsche Staffel nahm kurzfristig eine Umbesetzung vor, nachdem sich 200-m-Spezialist Sebastian Ernst beim Aufwärmen eine leichte Oberschenkelzerrung zugezogen hatte. Für ihn kam Keller ins Team.
Medaillenchancen über 4x400 Meter
Über 4x400 m sind vor allem die deutschen Frauen Medaillenkandidat. Janin Lindenberg, Esther Cremer, Jill Richards und Claudia Hoffmann wurden in ihrem Vorlauf in 3:29,67 Minuten Zweite hinter Italien (3:27,95).
Bei den Männern war Vorlaufsieger Belgien in 3: 03,49 schneller als Kamghe Gaba, Bastian Swillims, Jonas Plass und Thomas Schneider in 3:03,83.


