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Aksel-Lund Svindal hat in seiner Karriere fast alles gewonnen - und jetzt auch die Lauberhorn-Abfahrt.
Aksel-Lund Svindal hat in seiner Karriere fast alles gewonnen - und jetzt auch die Lauberhorn-Abfahrt.(Foto: AP)

Chaotisches Nebel-Rennen: Svindal rast zum Lauberhorn-Sieg

Extrem schwierig ist die Lauberhorn-Piste in Wengen schon unter normalen Bedingungen. Diesmal erschwert Nebel die Abfahrt zusätzlich. Am schnellsten beim Ski-Klassiker ist letztlich Aksel Lund Svindal, der damit Norwegens Dominanz untermauert.

Aksel Lund Svindal blickte immer wieder bang zum Lauberhorn hinauf. Dichter Nebel umwaberte den 2472 Meter hohen Berg im Berner Oberland, und weil sich der Dunst nicht verziehen wollte, hing Svindals erster Sieg beim Abfahrtsklassiker von Wengen am seidenen Faden.

Doch letztlich meinte es die Natur gut mit dem Speed King aus Norwegen. Nach mehreren Unterbrechungen konnte die wegen Schneefalls verkürzte Weltcup-Abfahrt noch halbwegs regulär zu Ende gefahren werden - und Svindal sich über seinen sechsten Saisonsieg freuen. Mit ihm atmete Andreas Sander auf, der als guter 13. sein zweitbestes Weltcup-Ergebnis holte.

Premierensieg mit Beigeschmack

Am Ende lag Svindal knapp vor dem Österreicher Hannes Reichel, der im Vorjahr triumphiert hatte.
Am Ende lag Svindal knapp vor dem Österreicher Hannes Reichel, der im Vorjahr triumphiert hatte.(Foto: dpa)

Für Svindal blieb nach der langen Warterei in der "Box" des Führenden ein leicht fader Beigeschmack. "Es ist sicher schön", sagte er über den elften norwegischen Saisonerfolg im 18. Rennen, "aber es ist schöner, wenn alle die gleichen Bedingungen haben". Svindal traf es mit Nummer 18 noch recht gut, ebenso Vorjahressieger Hannes Reichelt aus Österreich direkt nach ihm, der Svindal als Zweiter mit einem Rückstand von 0,19 Sekunden am nächsten kam. Doch schon da war "von Bodensicht nicht mehr zu sprechen", wie Reichelt berichtete, "ich bin fast blind gefahren". Ab Nummer 20 war das Wort "fast" zu streichen.

Mitfavorit Kjetil Jansrud (Norwegen), tags zuvor noch Gewinner der Super-Kombination, hatte mit Nummer 22 keine Chance mehr. Wegen einer Unterbrechung musste der Super-G-Olympiasieger von Sotschi geschlagene 20 Minuten warten, ehe er auf die Strecke durfte - Platz zwölf knapp vor Sander war nicht sein Anspruch. Wenig später wurde das Rennen erneut und diesmal für über eine halbe Stunde unterbrochen. Svindal bangte - und stand schließlich doch jubelnd im Zielraum. "Es war sicher am Limit", sagte er gewohnt ehrlich über dieses chaotische Rennen.

Sander ärgert sich

Während Svindal die Schlüsselstellen wie Kernen-S, Seilersboden oder Ziel-S mit traumwandlerischer Sicherheit meisterte, konnte Sander (+2,31 Sekunden) seine hervorragende Startnummer 5 bei noch guter Sicht nur bedingt nutzen. Nach starkem Beginn stellte der 26 Jahre alte Westfale auf dem "Alpweg" vor der Einfahrt ins "Kernen-S" seinen rechten Ski quer und verlor dadurch massiv an Geschwindigkeit.

"Das war ein blöder Fehler", sagte Sander im ZDF, "der Rest war okay". Immerhin, es war nach den Plätzen 44 (2012) und 32 (2013) seine mit Abstand beste Abfahrt in Wengen - und nach Rang zehn zum Jahreswechsel in Santa Caterina seine zweitbeste überhaupt im Weltcup. "Ich bin sehr zufrieden", meinte Sander.

Quelle: n-tv.de

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