DFB-Präsident Theo Zwanziger, Bundestrainer Joachim Löw mit seinen Assistenten Hans-Dieter Flick und Andreas Köpke sowie Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack erwiesen am Mittwochabend ihrem toten Freund und Kollegen in der überfüllten Marktkirche von Hannover die Ehre. Rund 700 Menschen drängten sich in dem Gotteshaus, um der Andacht der Landesbischöfin Margot Käßmann zu folgen. Vor der Kirche standen noch mehr als 3000 Menschen.
"Der Tod dieses Sportlers zeigt, dass Fußball nicht alles ist in unserem Leben. Hinter Beliebtheit und Erfolg kann es auch abgrundtiefe Einsamkeit und Verzweiflung geben", sagte Käßmann in ihrer Predigt. "Leid, Schwäche und Krankheit sind Teil unseres Lebens. Dafür darf es keine Pfiffe geben, sondern Empathie und Mitleid." Robert Enke habe nicht gewollt, dass andere Menschen ihm in diesen Weg folgen. "Er hat das Leben geliebt", sagte Käßmann und schloss mit den Worten: "You`ll never walk alone - nein, du gehst nicht allein." Der katholische Pfarrer Heinrich Plochg zeigte Torwarthandschuhe, die Enke ihm nach einem Spiel geschenkt hatte. "Ich habe noch am Sonntag hinter dem Tor gesessen. Es ist ein großer Verlust, nicht nur für die Familie."
"Es ist eine Tragödie"

Robert Enke ist tot
Enkes Frau Teresa, die als Erste eine Kerze zum Gedenken entzündete, kam in Begleitung von Enkes Eltern sowie Enke-Manager und Freund Jörg Neblung. Teresa Enke hatte am Vormittag auf einer sehr emotionalen Pressekonferenz über die schweren Depressionen ihres Mannes, die am Dienstagabend im Freitod des 32-Jährigen endeten, berichtet.
"An dieser großen Anteilnahme sieht man, was Robert Enke den Menschen bedeutet hat. Er hatte nicht nur in Niedersachsen eine große Bedeutung. Das ist eine Tragödie", sagte Karl Rothmund, Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Unter den Trauergästen waren der Trainerstab von Enkes Club Hannover 96 um Coach Andreas Bergmann sowie einige seiner Teamkollegen wie Jiri Stajner, Konstantin Rausch und Hanno Balitsch. Auch die früheren 96-Trainer Dieter Hecking und Mirko Slomka nahmen an der Andacht für ihren ehemaligen Schützling teil. Hannovers Landesregierung war durch Innenminister Uwe Schünemann vertreten.
Stiller Trauermarsch

Nach der Andacht fanden sich etwa 35.000 Menschen zum Trauermarsch zusammen. Leise und in Gedanken bei Enke gingen sie vom Kröpcke-Platz zum Nordeingang der AWD-Arena. An der Spitze trugen unter anderem 96-Manager Jörg Schmadtke, Trainer Andreas Bergmann und der frühere Nationalspieler Hans Siemensmeyer ein schwarzes Banner mit der Aufschrift "Ruhe in Frieden" sowie einem Konterfei von Enke. An der AWD-Arena lagen 18 Kondolenzbücher aus.



