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Jubel nach mehr als 96 Minuten. Die Münchner feiern ihren verdienten Sieg.
Jubel nach mehr als 96 Minuten. Die Münchner feiern ihren verdienten Sieg.(Foto: imago/GEPA pictures)
Montag, 10. April 2017

München führt im DEL-Finale: Titelverteidiger erwartet harten Eis-Kampf

Selbst ein Gegner, der nur auf Fehler wartet, macht den Titelverteidiger EHC Red Bull München nicht mürbe. Die Bayern gewinnen das längste Finalspiel in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga. Ein Vorgeschmack auf die nächsten Spiele?

Der 106. Schuss, immerhin der 54., der auf das Tor der Grizzlys Wolfsburg flog, landete dann endlich im Netz. Da waren bereits 96 Minuten und 12 Sekunden gespielt, länger hatte noch nie eine Finalpartie in der Geschichte der Deutschen Eishockey League (DEL) gedauert. "Das war das anstrengendste Spiel, das ich gespielt habe", sagte Dominik Kahun, der mit dem "Sudden Death"-Treffer zum 3:2 (1:1, 1:1, 0:0, 0:0, 1:0) in der zweiten Verlängerung Titelverteidiger Red Bull München jubeln ließ.

Das erste Spiel der Serie "best of seven" zwischen den Finalisten des vergangenen Jahres gab einen Vorgeschmack auf alle weiteren, die noch folgen werden. Schon am morgigen Dienstag (19.30 Uhr/Sport1 und telekomeishockey.de) geht es in Wolfsburg weiter. "Ich bin froh", gestand Münchens Meistertrainer Don Jackson, "dass wir in Führung gegangen sind." Alles andere wäre ja auch ein Witz gewesen: Wolfsburg gab nur 41 Schüsse ab, 26 davon auf das Tor. Vereinfacht gesagt: Die Grizzlys warten gerne darauf, dass andere das Spiel machen - und Fehler.

"Ich weiß, sie wollten unbedingt gewinnen", sagte Jackson über die Wolfsburger. Die tun dafür grundsätzlich eher wenig, sie entnerven ihren Gegner lieber mit ihrer Spielweise. "Bei uns im Drittel war das Eis am Schluss noch relativ gut", betonte Kahun. Will heißen: München machte das Spiel, ab der Schlussphase des letzten Drittels, sagte Jackson, "waren wir besser". Besser, viel aktiver - und trotzdem sehr geduldig beim Warten auf die eine Chance.

"Das war ein harter Kampf"

In den zusätzlichen Pausen, berichtete Jackson, habe er nicht mehr viel gesagt, außer: "Schießen, schießen, schießen." Leichter gesagt, als getan. Siegtorschütze Kahun etwa wurde, ehe er zum schließlich entscheidenden Wechsel aufs Eis sprang, hinter der Bande bereits von den Physiotherapeuten behandelt, ihn plagten Krämpfe. "Wir hatten noch Kraft genug zum Jubeln", sagte er, gestand aber auch: "Wir waren alle froh, dass wir uns hinsetzen konnten."

Die Münchner geben sich keinen Illusionen hin, dass die nächsten Spiele anders laufen werden, dass sie weniger Kraft kosten werden, dass Wolfsburg nach zweimaliger Führung, zweimaligem Ausgleich in Unterzahl und einer Niederlage in der zweiten Verlängerung nun ein wenig geknickt sein könnte. "Das war ein harter Kampf", sagte der Münchner Verteidiger Frank Kettemer über den Kraftakt beider Mannschaften: "Und so wird es weitergehen."

Aber: Ganz so soll es nicht weitergehen - sagt zumindest Pavel Gross. "Wir haben viel zu viele Strafzeiten bekommen", bemängelte der Wolfsburger Trainer, 18 waren es im Vergleich zu deren 8 der Münchner. Das kostet eine Mannschaft, die ohnehin viel rennt und kämpft und rackert, noch zusätzlich Kraft. Kraft, die dann nach 96 Minuten schon mal fehlen kann.

Quelle: n-tv.de

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