Savchenko/Szolkowy feiern Triumph

Vierter WM-Titel für Eislauf-Duo

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Aliona Savchenko und Robin Szolkowy (Foto: AP)
30.03.2012 | 22:58 Uhr
Die Paarlauf-Favoriten Savchenko/Szolkowy schreiben sich mit ihrer "Pina"-Kür zum vierten Mal in die Siegerliste bei Weltmeisterschaften ein. Ohne großen Wackler stellen die Sachsen den deutschen Rekord von Herber/Baier ein, die von 1936 bis 39 gewannen.

Sie fielen sich in die Arme und waren einfach nur noch glücklich: Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Nizza Paarlauf-Geschichte geschrieben und sich mit einer bravourösen Kür ihren vierten WM-Titel geholt. Mit 201,49 Punkten wiederholten sie ihren Sieg aus dem Vorjahr und begeisterten das Publikum in der französischen Hafenstadt.

"Wir hatten eine harte Vorbereitung, aber jetzt hat sich alles gelohnt", sagte die gebürtige Ukrainerin Savchenko. Ihr Partner ergänzte: "Es ist nicht ganz leicht, über Jahre auf diesem Niveau zu laufen. Aber wir werden uns jetzt ganz bestimmt nicht zurücklehnen, sondern weiter an neuen Elementen arbeiten." Doch die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer mussten zittern, denn mit der besten Kür des Abends kamen die Europameister Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow noch bis auf 0,11 Zähler an die alten und neuen Champions heran. Die mitfavorisierten Russen waren im Kurzprogramm deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben und verbesserten sich von Rang acht auf Rang zwei.

Zuschauer gehen begeistert mit

Dritte wurden die Japaner Narumi Takahashi und Mervin Tran (189,69). Die beiden Chemnitzer kamen weitgehend fehlerfrei durch ihr Programm, lediglich Szolkowy war beim Axel nicht ganz auf der Höhe und drehte ihn nur einfach statt doppelt. Die 7000 Zuschauer gingen begeistert mit, nach nicht einmal einer Minute gab es bereits Szenenapplaus.

Die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer traten mit diesem Triumph in die Fußstapfen der Olympiasieger Maxi Herber und Ernst Baier. Das deutsche Traumpaar der dreißiger Jahre hatte nicht nur 1936 bei den Winterspielen von Garmisch-Partenkirchen die Goldmedaille gewonnen, sondern auch zwischen 1936 und 1939 vier Welttitel in Serie erobert.

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Den Grundstock zu diesem historischen Erfolg legten die viermaligen Europameister schon beim Kurzprogramm am Mittwoch, bei dem die gebürtige Ukrainerin erstmals im Wettkampf den dreifachen Wurf-Axel stehen konnte, aus Sicherheitsgründen allerdings noch auf zwei Füßen.

Silber ging mit 201,38 Punkten an die Europameister Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow. Die mitfavorisierten Russen waren im Kurzprogramm deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben und verbesserten sich mit ihrer "Black-Swam"-Kür noch vom achten auf den zweiten Platz. Rang drei sicherten sich.

Anderen deutschen Paare spielen keine Rolle

Nur eine untergeordnete Rolle spielten erwartungsgemäß die beiden anderen deutschen Paare. Nach drei Patzern kamen die deutschen Meister Maylin Hausch und Daniel Wende aus Oberstdorf nicht über Rang 13 mit 145,80 Punkten hinaus, 14. wurden die Düsseldorferin Mari Vartmann und Aaron van Cleave aus Berlin (143,29). Den Regeln entsprechend sind damit bei den Welttitelkämpfen 2013 in London/Ontario nur noch zwei deutsche Paare startberechtigt.

Bereits am Nachmittag hatten sich die Sturzflüge der deutschen Einzelläufer fortgesetzt: Einen Tag nach dem verunglückten Kurzprogramm der Mannheimerin Sarah Hecken mit Rang 21 legte auch der deutsche Meister Peter Liebers einen Fehlstart hin. Der Berliner kam bei seiner Kurzkür gleich zweimal zu Fall, sammelte lediglich 58,21 Punkte und musste froh sein, als 23. gerade noch das Kürfinale am Samstag (13.00 Uhr) erreicht zu haben.

Bei der Entscheidung dort hat Patrick Chan die besten Karten. Der Titelverteidiger aus Kanada kam zum Jazz-Klassiker "Take Five" auf 89,41 Zähler ungeachtet von Problemen bei der Vierfach-Dreifach-Kombination. Dem 21 Jahre alten Grand-Prix-Sieger am nächsten kamen der Tscheche Michal Brezina (87,67) sowie Ex-Weltmeister Daisuke Takahashi aus Japan (85,72). Der 23 Jahre alte Liebers, der wegen eines Steißbeinbruchs erst verspätet in die Saison gestartet war, verlor nach seiner gelungenen Sprungkombination völlig den Faden. Weder den dreifachen Axel noch den dreifachen Lutz konnte der diesjährige EM-15. stehen, darunter litt auch der Gesamteindruck seines "Blues Deluxe". Völlig deprimiert fuhr Liebers vom Eis und wirkte fast geistesabwesend.

Verwendete Quellen: ntv.de, sid