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Im vierten Satz ließ das deutsche Team einen Matchball ungenutzt. Polen machte es dann im entscheidenden Durchgang besser.
Im vierten Satz ließ das deutsche Team einen Matchball ungenutzt. Polen machte es dann im entscheidenden Durchgang besser.(Foto: imago/Sebastian Wells)

Fünf-Satz-Krimi ohne Happy End: Volleyballer verpassen Olympia dramatisch

Ein einziger Punkt trennt die deutschen Volleyballer vom Sieg gegen Polen und damit der Wahrung der letzten Olympia-Chance. Doch der Weltmeister schlägt zurück und beschert den DVV-Herren eine bittere Pleite. Für Deutschlands Volleyballsport ist es ein neuer Tiefpunkt.

Für die deutschen Volleyballer ist der Traum von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio auf bittere Art und Weise geplatzt. Die Mannschaft von Trainer Vital Heynen verlor beim Qualifikationsturnier in Berlin das Spiel um Platz drei gegen Weltmeister Polen dramatisch und musste sich in einem wahren Thriller mit 2:3 (25:20, 22:25, 25:16, 26:28, 14:16) geschlagen geben. Damit verpasste das DVV-Team seine letzte Chance auf die Sommerspiele in Brasilien (5. bis 21. August 2016).

Die Volleyball-Herren hätten in Berlin mindestens Platz drei belegen müssen, um noch bei einem weiteren Ausscheidungsturnier im Mai/Juni in Japan starten zu dürfen. Dort treten mit Polen und Frankreich der Zweite und Dritte von Berlin an. Turniersieger in Berlin wurde Olympiasieger Russland, das sich überraschend deutlich mit 3:1 (14:25, 25:16, 25:23, 25:21) gegen den zuvor so souveränen Europameister Frankreich durchsetzte.

Polen mit längerem Atem

Superstar Georg Grozer zeigte eine Topleistung gegen Polen. Olympia muss er trotzdem von der Couch aus verfolgen.
Superstar Georg Grozer zeigte eine Topleistung gegen Polen. Olympia muss er trotzdem von der Couch aus verfolgen.(Foto: imago/Sebastian Wells)

Den deutschen Herren fehlten gegen Polen im fünften Spiel innerhalb von sechs Tagen im entscheidenden Satz die Kraft und die Konzentration. Vor mehr als 7000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle konnten die Gastgeber zunächst an die starke Vorstellung aus dem Gruppenspiel gegen Polen am Freitagabend (3:2) anknüpfen. Vor allem der wiedererstarkte Georg Grozer brachte den EM-Achten immer wieder in Führung. Der Diagonalangreifer zeigte sich im Vergleich zum Vortag beim 1:3 gegen Russland im Halbfinale deutlich verbessert und stellte den Gegner mit seinem brachialen Spiel vor unlösbare Probleme. Allein in den ersten drei Durchgängen gelangen ihm 16 direkte Punkte - eine starke Bilanz.

Der zweite Satz war ebenfalls hart umkämpft. Die DVV-Mannschaft schwächte sich selbst durch schlechte Angaben, stand aber im Block gut. Mit 11:10 und 19:17 hielt der EM-Achte die knappe Führung. In der entscheidenden Phase jedoch scheiterten die deutschen Angreifer dreimal am polnischen Block - und der Weltmeister nutzte den zweiten Satzball zum 25:21.

Polen trotzt der Grozer-Time

Im dritten Satz war dann wieder Grozer-Time. Dank der Angriffe des Zwei-Meter-Hünen zogen die Deutschen auf 18:13 davon und holten sich den Abschnitt am Ende klar mit 25:16. Im vierten Satz machten es die Polen nach langer deutscher Dominanz noch einmal spannend und übernahmen mit 22:21 die Führung. Am Ende hatten sie mit 28:26 noch das bessere Ende für sich. Auch im Tiebreak präsentierte sich der Weltmeister frischer und entschied den Volleyball-Krimi schließlich für sich.

Durch die unglückliche Niederlage ist der DVV an einen Tiefpunkt angekommen. Erstmals seit 1992 ist keines seiner Hallenteams bei Olympia dabei. Die Frauen hatten ihre letzte Chance beim Qualifikationsturnier am letzten Donnerstag in Ankara/Türkei verspielt.
Gegen Polen erlebte die DVV-Auswahl in eigener Halle erneut ein Auswärtsspiel. Das Gros der Zuschauer war rot-weiß geschminkt und feuerte den Weltmeister frenetisch an. In Polen genießt Volleyball eine große Popularität. Entsprechend gut war die Stimmung in der Schmeling-Halle, als das Team die Olympia-Qualifikation perfekt gemacht hatte - obwohl Gastgeber Deutschland dramatisch gescheitert war.

Quelle: n-tv.de

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