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Sie wollen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio unbedingt dabei sein, werden aber wohl trotz guter Leistungen scheitern.
Sie wollen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio unbedingt dabei sein, werden aber wohl trotz guter Leistungen scheitern.(Foto: imago/Seskim Photo)

Machtlos in Ankara: Volleyballerinnen sehen "Desaster" mit an

2004 waren die deutschen Volleyball-Frauen das letzte Mal bei Olympia dabei. Dieses Jahr in Rio wollten sie eigentlich wieder um olympische Medaillen kämpfen, stattdessen droht dieser Traum schon beim Qualifikations-Turnier in Ankara zu platzen.

Machtlos mussten die deutschen Volleyballerinnen ihr drohendes Olympia-Aus im Baskent Voleybol Salonu von Ankara mitverfolgen. Die Mannschaft von Bundestrainer Felix Koslowski besiegte in ihrem letzten Vorrundenspiel am Mittwoch Kroatien deutlich mit 3:0 (25:16, 25:14, 25:17). Nach seinem zweiten Erfolg in Gruppe A verfolgte der EM-Fünfte dann von der Tribüne aus, wie der härteste Kontrahent aus den Niederlanden den zuvor ungeschlagenen Gastgeber Türkei mit 3:0 (25:14, 25:10, 25:21) düpierte und die Hoffnungen der Deutschen auf Olympia fast schon zerstörte.

Koslowskis Assistent Andreas Vollmer bezeichnete die Pleite der Türkei später als "Desaster". Da hatte sein enttäuschter Cheftrainer schon die Halle verlassen. "Es ist das eingetreten, was wir alle nicht gehofft haben. Die Türkinnen haben sicher nicht um den allerletzten Ball gekämpft", sagte der Bundestrainer später. "Solange noch ein kleines Fünkchen Hoffnung da ist, hoffen auch wir noch." Die Mannschaft sei aber "realistisch genug" zu wissen, dass die Niederlande Kroatien 3:0 am Donnerstag besiegen werde, "wenn alles normal läuft", räumte Koslowski nach seinem ersten Turnier als DVV-Bundestrainer ein. "Das ist natürlich bitter."

DVV-Frauen hoffen auf kroatisches Wunder

Die Mannschaft um Spielführerin Margareta Kozuch konnte sich nach der Vorrunde im Grunde keine Vorwürfe machen. Schon der 3:2-Auftaktsieg gegen die Niederlande um den früheren Bundestrainer Giovanni Guidetti war keine Selbstverständlichkeit. Auch die keineswegs überraschende 1:3-Niederlage gegen die Türkinnen gab keinen großen Anlass, mit der eigenen Leistung zu hadern. Die mit Rückkehrerin Christiane Fürst verstärkte deutsche Mannschaft spielte am oberen Limit und bot so eine durchaus überzeugende Gruppenphase.

Umso bitterer, dass der Traum von Olympia in Rio voraussichtlich schon vor den Halbfinals platzen wird. Zum dritten Mal in Serie wird das Mega-Event absehbar ohne die deutschen Volleyballerinnen stattfinden. Denn an einem Sieg der Niederländerinnen gegen Kroatien, was das Aus der DVV-Frauen besiegeln würde, zweifelt kaum jemand. "Ich wollte von meinen Spielerinnen einen anderen Ausdruck in den Augen sehen. Ich wollte, dass sie bedingungslos um jeden Punkt kämpfen", hatte Guidetti von Oranje vor dem Coup gegen die Türkei verlangt. "Ich habe sie auch aufgefordert verrückt zu sein, denn ein Sieg wie dieser erfordert, dass man in jedem Ballwechsel ein bisschen verrückt ist." Seine Mannschaft habe "unglaubliche Sachen" abgeliefert. Zum Leidwesen der Deutschen.

Quelle: n-tv.de

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