Sechster Sieg im siebten Rennen

Vonn gewinnt Abfahrtsweltcup

06.03.2010 | 13:38 Uhr
Olympiasiegerin Lindsey Vonn gewinnt in Crans Montana die Weltcup-Abfahrt und sichert sich damit den Sieg in dieser Disziplinwertung - es ist bereits ihre dritte Kristallkugel in diesem Winter. Maria Rieschs Ambitionen auf einen Podestplatz macht das Wetter zunichte.
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Der wechselnde Schneefall vermasselte Maria Riesch das Rennen. (Foto: AP)

Maria Riesch schüttelte enttäuscht den Kopf und ließ sich von Freundin Lindsey Vonn trösten: Die 25-Jährige zeigte zwar beim ersten Weltcup-Rennen nach dem Doppel-Olympiasieg von Vancouver eine starke Leistung, verpasste bei der Abfahrt in Crans Montana aber das Podium. Während Vonn sich mit dem sechsten Sieg in der siebten Abfahrt die kleine Kristallkugel in der Königsdisziplin sicherte, blieb Dauerrivalin Riesch nur Rang sechs.

Als Maria Riesch auf der "Nationale" ins Ziel fuhr, leuchtete vor ihrem Namen noch die zwei auf und die Partenkirchnerin jubelte. Dann ließ im oberen Streckenabschnitt der Schneefall etwas nach, der Wind drehte - und blies noch vier schwächere Rennläuferinnen vor die 25-Jährige. Darunter war auch Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg, die als Fünfte das beste Abfahrtsergebnis ihrer Karriere einfuhr.

"So brutal ist der Sport"

"Das ist schon ärgerlich", sagte Riesch, die im Gesamtweltcup wertvollen Boden auf Vonn verlor. Bei jetzt noch fünf ausstehenden Rennen hat die Amerikanerin 197 Punkte Vorsprung auf Riesch. "Jetzt sieht es ganz schlecht aus. Ich wusste vorher schon, dass die Chance sehr klein ist, den Gesamtweltcup noch zu gewinnen. Aber jetzt ist sie noch kleiner geworden", sagte Riesch. Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold warf schon das Handtuch: "So brutal ist der Sport. Aber wir haben es nicht in diesem einen Rennen, sondern über die gesamte Saison verloren."

Nur Vonn konnten die vom Wind unterstützten Athletinnen nichts mehr anhaben. Die Abfahrts-Olympiasiegerin fuhr in 1:35,26 Minuten zu ihrem zehnten Saisonsieg und sicherte sich damit zum dritten Mal in Folge Rang eins in der Disziplinwertung. "Es war sehr schlecht zu fahren, oben habe ich viel Gegenwind gehabt. Ich habe nur gekämpft", sagte sie. Die Italienerin Johanna Schnarf kam bis auf 0, 01 Sekunden an Vonn heran, der Wind blies sie letztlich auf Rang zwei.

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Vonn fühlt mit Riesch

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Strahlende Siegerin: Lindsey Vonn lag am Ende hauchdünn vor der Italienerin Johanna Scharf. (Foto: dpa)

Auch Platz drei von Marianne Abderhalden aus der Schweiz (0,38) und Rebensburgs Abschneiden (0,61) waren große Überraschungen. Rebensburgs bestes Ergebnis in ihren fünf Weltcup-Abfahrten zuvor war Rang 16 im Januar in Haus. "Für mich ist das nicht die riesige Überraschung, weil ich einfach gut Ski fahre", behauptete die 20-Jährige kess. Riesch lag 0,64 Sekunden zurück, Gina Stechert wurde mit einem Rückstand von 1,97 Sekunden 27.

... und Männer ohne Mannschaft

Für Vonn war es nach dem Super-G und der Super-Kombination die dritte Kristallkugel des Winters. Die Kombinations-Wertung fiel ihr nach der windbedingten Absage des dritten und letzten Wettbewerbs am Freitag vorbehaltlich der Zustimmung des Ski-Weltverbandes FIS zu. "Ich hätte die Kugel gerne mit einem Rennen gewonnen. Es war sicher keine gute Entscheidung, komplett abzusagen. Das hat Maria eine gute Chance im Gesamtweltcup genommen", sagte sie dazu.

Verwendete Quellen: sid