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Vonn fuhr am Wochenende drei Siege ein.
Vonn fuhr am Wochenende drei Siege ein.(Foto: AP)

Höfl-Riesch sucht nach ihrer Form: Vonn landet Dreifacherfolg

Mit drei Siegen in drei Rennen demonstriert Lindsey Vonn eindrucksvoll, wer die schnellste Frau im alpinen Ski-Weltcup ist. Der Rekord als erfolgreichste Athletin ist nicht mehr weit. Maria Höfl-Riesch schafft in Übersee dagegen nicht den Sprung aufs Treppchen.

Auf ihren "abenteuerlichen Rodeoritt" ließ Rekordjägerin Lindsey Vonn die nächste Speed-Demonstration folgen. Nach dem Abfahrtsieg trotz eines Riesen-Patzers feierte der US-Alpinstar im Super-G den siebten Erfolg in Serie in Lake Louise. Nun nimmt sie Anlauf auf den Titel der erfolgreichsten Athletin der Weltcup-Geschichte. Für die Abfahrts-Sechste Maria Höfl-Riesch erfüllte sich die Hoffnung auf den dritten Podestplatz ihres Winters auch im Super-G als Fünfte nicht.

Maria Höfl-Riesch schaffte es nicht aufs Treppchen.
Maria Höfl-Riesch schaffte es nicht aufs Treppchen.(Foto: AP)

"Das war nicht leicht", sagte Vonn, die nach dem Erreichen ihres 100. Podiumsrangs erschöpft in der Box der Führenden saß. "Im Super-G ist es immer schwieriger für mich. Das war kein perfekter Lauf, aber ich habe wie gestern die Geschwindigkeit vom Steilhang bis ins Ziel mitgenommen." Mit dem 56. Weltcup-Sieg ihrer Karriere ließ sie die Schweizerin Vreni Schneider hinter sich und liegt nur noch sechs Erfolge hinter der Österreicherin Annemarie Moser-Pröll. "Sie hält den Rekord seit 30 Jahren, ich hätte nie gedacht, dass ich mich dem nähern kann", meinte Vonn.

Bestmarken sind für Höfl-Riesch derzeit nicht zu erreichen. Im Super-G fehlte der allerletzte Schwung, und auch in der Abfahrt-Lotterie hatte das gesamte deutsche Speed-Team keine Fortune. "Es ist ein solides Resultat, natürlich nicht das, was ich mir erhofft oder erwartet habe, aber ganz okay", bewertete die Doppel-Olympiasiegerin ihre Fahrt bei "ein bisserl Nebel" und zeigte sich als faire Sportlerin. "Es war schwierig, ein reguläres Rennen zu fahren, aber man kann nicht immer, wenn es drei Flocken schneit, ein Rennen absagen. Manchmal hat man ein bisschen mehr Pech, manchmal aber auch mehr Glück, deswegen hadere ich nicht damit."

"Er ist ein Freund von mir"

Bei ebenfalls widrigen Verhältnissen blieb Viktoria Rebensburg in der Abfahrt als 23. hinter ihren Erwartungen, durfte aber mit Rang zwölf im Super-G zufrieden sein. Gina Stechert sammelte als 34. zwar keine Punkte, schaffte bei ihrem Comeback in der Schussfahrt mit Platz 15 aber bereits frühzeitig die Qualifikation für die WM im Februar in Schladming. "Ich hab schon noch ganz schöne Reserven. Wenn die Sicht dann besser ist, kann ich bestimmt zeigen, was ich noch drauf habe", meinte die Schwester von Tobias Stechert, der sich in Beaver Creek schwer am Knie verletzt hatte.

Den Zusammenstoß mit dem Abfahrt-Fangnetz hatte Vonn in der Nebelsuppe von Kanada nur mit Mühe verhindert. Auch ihr Ausflug in der Fishnet-Kurve konnte das zweite Triple in "Lake Lindsey" nicht verhindern - obwohl sie wegen eines Querstehers fast das komplette Tempo verloren hatte. "Wenn man sagt, man wolle gegen die Männer fahren, muss man die Rennen bei den Frauen gewinnen", meinte die viermalige Gesamtweltcupsiegerin mit Blick auf ihren Wunsch, einmal in der Abfahrt gegen Männer anzutreten.

Bei den Übersee-Rennen der Damen zog die 28-Jährige traditionell nicht nur auf der Strecke alle Aufmerksamkeit auf sich. Mit einem Lächeln äußerte sie sich zu einem Zeitungsartikel, in der ihr eine Beziehung zu Golf-Star Tiger Woods nachgesagt wurde. "Er ist ein Freund von mir", meinte Vonn, die von Ehemann Thomas getrennt ist. "Mein Bruder war Skilehrer seiner zwei Kinder."

Verletzungsserie bei den Herren

Nach der Verletzungsserie im deutschen Herren-Speedteam sorgte derweil das Riesenslalom-Trio um Fritz Dopfer in Beaver Creek für ein starkes Ende der Wettbewerbe in Übersee. Beim Sieg des erneut überragenden US-Stars Ted Ligety kam Dopfer auf Rang sieben, Stefan Luitz fuhr als 13. sogar das beste Resultat seiner Karriere ein. Felix Neureuther fiel nach dem ersten Lauf von Rang 9 noch auf Platz 17 zurück.

Zuvor hatten sich Tobias Stechert, Stephan Keppler und Josef Ferstl - teils schwer - verletzt. Nach Abfahrt und Super-G konnte sich aus dem Speed-Team nur Andreas Sander ohne Blessuren auf den Heimweg nach Europa machen. Prellung des Fibulaköpfchens, Knorpelverletzung im linken Knie, Operation am Montag, kaum noch Hoffnung auf die WM im Februar, lautete bei Stechert das Fazit nach einer Untersuchung in München.

Am Samstag trugen sich noch Stephan Keppler und Josef Ferstl in die Verletztenliste ein. Keppler war als Startläufer des Super-G in einer Linkskurve von der Piste geflogen und nach einer langen Rutschpartie ohne Ski nahezu ungebremst im Fangzaun gelandet. "Alles okay, bloß ein paar blaue Flecken und ein kleiner Cut am Auge", sagte der 29-Jährige. Schwerer waren die Sturzfolgen für seinen Teamkollegen. Blutverschmiert stand Ferstl im Zielraum, die Vorderzähne eingedrückt, das Nasenbein lädiert. "Es kann sein, dass der Knochen gebrochen ist", berichtete Alpin-Direktor Wolfgang Maier nach dem ersten Weltcupsieg von Matteo Marsaglia aus Italien im Super-G. "Wir sind mit einer gewissen Euphorie hier angetreten, und jetzt fällt uns binnen zwei Tagen fast das ganze Team aus", klagte der Alpin-Chef.

Quelle: n-tv.de

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