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Im WM-Einzelzeitfahren war Annemiek van Vleuten eine Klasse für sich.
Im WM-Einzelzeitfahren war Annemiek van Vleuten eine Klasse für sich.(Foto: dpa)
Dienstag, 19. September 2017

Hollands van Vleuten krönt sich: WM-Gold heilt olympischen Rad-Horror

Das kleine Radsport-Märchen von Annemiek van Vleuten findet im norwegischen Bergen ein Happy End: Nach ihrem Sturzdrama bei den Olympischen Spielen in Rio, nach dem Beobachter um ihr Leben gefürchtet hatten, gewinnt sie nun ein emotionales WM-Gold.

Mit Freudentränen in den Augen rannte Annemiek van Vleuten in die Arme ihrer Mutter und herzte sie innig. Die Niederländerin wurde von ihren Glücksgefühlen nach dem WM-Titel im Einzelzeitfahren der Frauen regelrecht überwältigt, auch wegen eines einschneidenden Erlebnisses. Vor gut einem Jahr wäre die 34-Jährige bei einem Horrorsturz im olympischen Straßenradrennen fast gestorben - jetzt durfte van Vleuten stolz das Regenbogentrikot überstreifen.

(Foto: REUTERS)

"Es ist so großartig, den Titel mit meiner Mutter zu feiern - gerade nach Rio im letzten Jahr. Das war ein sehr harter Tag für sie", sagte van Vleuten ergriffen. Sie fügte an: "Mit meiner Mutter nicht nur die Tiefen, sondern auch diesen Höhepunkt zu erleben, ist ganz besonders."

Auf der anspruchsvollen WM-Strecke im norwegischen Bergen lag van Vleuten (28:50 Minuten) gut zwölf Sekunden vor ihrer Landsfrau Anna van der Breggen. Die deutschen Frauen blieben im zweiten Jahr in Folge ohne Podestplatz im Kampf gegen die Uhr. Ex-Weltmeisterin Lisa Brennauer und Trixi Worrack enttäuschten auf den Plätzen zwölf und 17, die Niederländerinnen wurden dagegen ihrer Ausnahmestellung eindrucksvoll gerecht.

Horrorsturz auf halsbrecherischer Abfahrt

Van Vleuten genoss den Moment des Triumphs, der ihr die Bilder des Unglücks in der Radsporthölle von Rio de Janeiro noch einmal vor Augen führte. Kopfüber war sie in Führung liegend in einer halsbrecherischen Abfahrt gestürzt und mit dem Genick gegen einen Bordstein geprallt. Van Vleuten war sofort bewusstlos, das Schlimmste musste befürchtet werden. Doch die Niederländerin überstand den Horrorsturz vergleichsweise glimpflich und saß einige Wochen später wieder auf dem Rad.

Am Dienstag krönte van Vleuten ihre herausragende Saison und durfte den ersten WM-Triumph im Einzelzeitfahren ihrer Karriere feiern - vor van der Breggen, die in Rio das Straßenrennen gewonnen hatte. Nach deren Sturz hatte van der Breggen sichtlich geschockt gesagt: "Ich dachte, sie wäre tot." Ihren Titel widmete van der Breggen damals ihrer Landsfrau. Diesmal standen sie gemeinsam auf dem Treppchen.

Quelle: n-tv.de

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