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Ja wo sind sie denn, meine Nachfolger? Nicht nur Matti Nykänen fragt sich das.
Ja wo sind sie denn, meine Nachfolger? Nicht nur Matti Nykänen fragt sich das.(Foto: imago sportfotodienst)

Nykänens Erben verzweifelt gesucht: Wie Finnlands stolze Skispringer abstürzten

Finnlands Skispringer gehören jahrzehntelang zu den Dominatoren auf den internationalen Schanzen. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. Die "Suomi"-Adler sind übel abgestürzt. Bei den nationalen Meisterschaften offenbart sich nun das ganze Dilemma.

Janne Ahonen ganz vorne, Harri Olli und Toni Nieminen auf den Plätzen 15 und 17: Zumindest Skisprung-Nostalgiker kamen bei den finnischen Meisterschaft Ende Januar voll auf ihre Kosten. Und doch war die Veranstaltung ein Offenbarungseid. Denn wenn am Freitag die Weltcup-Stars um Peter Prevc und Severin Freund zur WM-Generalprobe nach Lahti kommen, spielen die Erben des großen Matti Nykänen nur eine Nebenrolle.

Sieht so Spaß aus? Janne Ahonen ist Finnlands Bester - das ist international derzeit aber kaum noch etwas wert.
Sieht so Spaß aus? Janne Ahonen ist Finnlands Bester - das ist international derzeit aber kaum noch etwas wert.(Foto: imago/Eibner Europa)

Kaum zu glauben: Bester Finne im Gesamtweltcup ist derzeit Lauri Asikainen auf dem 42. Platz. Ein Jahr vor der Heim-WM gibt die einst so stolze Skisprung-Nation ein bescheidenes Bild ab, an dem sich bis 2017 kaum etwas ändern dürfte. "Die Finnen haben irgendwann ihr Nachwuchs-Problem übersehen. Der Erfolg von Janne Ahonen hat viel verdeckt, und dann kann ein Loch entstehen", sagt Bundestrainer Werner Schuster.

Stürze und Skandale

Binnen nicht einmal fünf Jahren ist Finnland so in die sportliche Bedeutungslosigkeit gerutscht. Im Dezember 2010 hatten Ville Larinto und Matti Hautamäki in Kuopio einen Doppelsieg gefeiert, anschließend ging es im Rekordtempo bergab. Larinto galt als Ausnahmetalent, doch seit seinem schweren Sturz beim Neujahrsspringen 2011 ist der 25-Jährige völlig von der Rolle.

Eher Skandalnudel als Hoffnungsträger: Harri Olli.
Eher Skandalnudel als Hoffnungsträger: Harri Olli.(Foto: Screenshot: Youtube)

Und so sollen es diejenigen richten, die eigentlich schon weg vom Fenster waren. Olli beispielsweise, sportlich hoch begnadet, aber mit noch größerem Talent für skandalöse Ausfälle gesegnet. Im Januar 2012 hatte der heute 29-Jährige seine Karriere zum ersten Mal beendet. Zuvor war er aus dem Nationalkader geflogen, nachdem er der Jury in Kuusamo den Mittelfinger gezeigt hatte.

Oder - tatsächlich - der große Nieminen. Der 40-Jährige wagte sich im Januar zwölf Jahre nach seinem Rücktritt wieder auf die Schanze. "Ganz ehrlich: Ich hatte ziemliche Angst. Alles war wie neu für mich", sagte Nieminen, der 1992 mit 16 Jahren wie im Rausch die Vierschanzentournee, Doppel-Gold bei Olympia und den Gesamtweltcup gewonnen hatte.

"Ich möchte einfach nur Spaß haben"

Fragen nach einem Auftritt bei der WM 2017 vor seiner Haustür weicht Nieminen aus. "Ich möchte derzeit einfach nur Spaß haben", sagt er. Zumindest den scheint er zu haben. "Ich kann wieder sagen: Springen ist das Beste, was man mit Skiern machen kann. Ich habe mich wie ein kleiner Junge gefühlt", sagte der einstige Superstar. Oder Tournee-Rekordsieger Ahonen, dessen Denkmal seit seiner 2009 erschienenen Autobiografie Risse hat, weil er beichtete, zumindest semialkoholisiert zum Skifliegen angetreten zu sein. Dass er 2013 zum zweiten Mal zurückkehrte, erklärt er selbst mit dem Ziel, einmal zusammen mit seinem 14 Jahre alten Sohn Mico zu springen.

Finnische Medien erklären es mit chronischen Geldproblemen. Im Weltcup tauchte er nach gesundheitlichen Problemen zuletzt nicht mehr auf. Dafür aber bei den nationalen Meisterschaften, wo Ahonen prompt Erster und Zweiter wurde. Geschlagen wurde Ahonen einzig auf der Normalschanze - von einem gewissen Niko Kytoesaho. Kytoesaho ist gerade 16 Jahre alt geworden. Einen Funken Hoffnung gibt es also noch.

Quelle: n-tv.de

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