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Montag, 17. Juli 2017

Der Mann aus der Gefriertruhe: Wimbledon-König Federer kriegt nicht genug

Tennis auch noch mit 40? Warum nicht, sagt Roger Federer nach seinem achten Triumph auf dem Rasen von Wimbledon. Doch mit bald 36 Jahren ist das Karriereende nicht mehr fern. Eines gilt jetzt schon: Er wird dem Tennis fehlen wie kaum jemand zuvor.

Garbine Muguruza hatte sich so sehr auf den Tanz gefreut, doch der gehört längst schon nicht mehr zum Protokoll des Champions Dinners von Wimbledon. Im Gegensatz zur Spanierin dürfte Roger Federer nicht allzu traurig gewesen sein, dass es in der Londoner Guildhall bei einem gemütlichen Abendessen mit gelegentlichen Lobhudeleien im Kreise seiner Liebsten blieb. Mit bald 36 Jahren muss sich der Schweizer seine Kraft gut einteilen, denn er trägt mehr als nur die Verantwortung für seine eigene Karriere auf den Schultern.

"I can't dance": Federer und Garbine Muguruza
"I can't dance": Federer und Garbine Muguruza(Foto: dpa)

Federer ist das globale Aushängeschild der Tennistour. Weltweit wird Federer verehrt, oft auch als "unbestritten der Größte der Geschichte" ("Daily Mail") bezeichnet. Nach seinem Rekordsieg an diesem Sonntag im All England Club wurde er hoffnungsvoll gefragt, ob er es sich vielleicht vorstellen könne, auch mit 40 Jahren noch in Wimbledon zu spielen. Federer antwortete: "Das glaube ich schon, wenn die Gesundheit mitmacht. Und ich vor Wimbledon 300 Tage Pause mache, mich in eine Gefriertruhe packe, rauskomme und ein bisschen trainiere."

Mit anderen Worten: Ewig wird Federer nicht mehr spielen, und den meisten Fans und vielen Kolleginnen und Kollegen auf der Tour graut es vor dem Tag, an dem er unwiderruflich aufhört. Nach der 131. Auflage der Championships, die Federer wie noch nie zuvor dominiert und ohne Satzverlust zum achten Mal gewonnen hatte, wurde er mit Liebe überschüttet. Von Herzogin Kate bekam er drei Küsschen, von seinen Anhängern unzählige Glückwünsche über die Sozialen Medien. Stets verbunden mit der Hoffnung, Federer möge noch lange weiterspielen.

"Rogers Geheimnis ist sein Familienleben"

Versprechen wollte der 19-malige Grand-Slam-Sieger allerdings nichts, wie sollte er auch - nach dem vergangenen Jahr, in dem er sich sechs Monate von seinen Knie- und Rückenproblemen erholen musste. "Das Ziel", sagte er, sei "definitiv, im nächsten Jahr zurückzukommen und zu versuchen, den Titel zu verteidigen." Zwölf Monate, weiter nach vorne will der älteste Wimbledonsieger in der Geschichte des Profitennis nicht mehr blicken, am liebsten würde er sogar nur von Tag zu Tag planen.

In dieser Saison hat Federer allerdings gerade erst Schwung aufgenommen, die Pause während der Sandplatzsaison wirkte wie ein Jungbrunnen. Die nächsten Ziele liegen in Nordamerika, vielleicht in Montreal, auf jeden Fall aber in Cincinnati und bei den US Open in New York. Auch dort wird Federer der Mann sein, den es zu schlagen gilt, seine bisherigen Auftritte in diesem Jahr mit den Titeln in Melbourne, Indian Wells, Miami, Halle/Westfalen und Wimbledon haben der Konkurrenz wieder das Fürchten gelehrt.

"Rogers Geheimnis ist sein Familienleben", analysierte Boris Becker für BBC, der vierfache Vater Federer bestätigte: "Meine Frau ist komplett einverstanden damit, dass ich noch immer spiele. Sie ist mein größter Fan. Sie ist unglaublich." Federer hat die Balance gefunden zwischen Wohnzimmer und Tennisplatz und besitzt die Gabe, mit weniger Aufwand maximalen Erfolg zu erzielen. "Ich habe den Eindruck, gerade fast halbtags zu arbeiten. Und das ist ein tolles Gefühl." Das jedoch selbst bei ihm nicht ewig anhalten wird.

Quelle: n-tv.de

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