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Mit 21 Punkten Vorsprung ins Finale: Mattias Ekström.
Mit 21 Punkten Vorsprung ins Finale: Mattias Ekström.(Foto: imago/HochZwei)
Donnerstag, 12. Oktober 2017

Vor dem Finale in Hockenheim: Wohin führt der Weg der DTM?

Sportlich birgt das letzte DTM-Wochenende in dieser Saison auf den Hockenheimring eher wenig Brisanz. Der schwedische Audi-Pilot Mattias Ekström wird den Titel ergattern. Dafür wird umso heißer diskutiert: Wohin führt der Weg der kriselnden Tourenwagenserie?

Nein, über die Zukunft der DTM wollen Mattias Ekström, Lucas Auer und Co. lieber nicht sprechen. "Das ist kein Thema", heißt es vor dem Saisonfinale am Wochenende in Hockenheim: "Die volle Konzentration gilt den letzten beiden Rennen." Der schwedische Audi-Pilot Ekström geht mit 21 Punkten Vorsprung ins Finale, der dritte Titel nach 2004 und 2007 scheint nur noch Formsache. Doch der Sport spielt in diesen Tagen nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr drängt sich die Frage auf: Wie geht es weiter für die DTM?

Zu wenig Herzblut? Gerhard Berger.
Zu wenig Herzblut? Gerhard Berger.(Foto: imago/Eibner Europa)

Der Ausstieg von Mercedes Ende 2018 ist beschlossene Sache, zudem gibt es noch immer keine Einigung über eine Verlängerung des auslaufenden TV-Vertrags mit der ARD. Gerhard Berger, Chef des DTM-Vermarkters ITR, kritisierte den öffentlich-rechten Sender jüngst sogar öffentlich. Im Interview mit dem "Kicker" bemängelte er fehlendes Engagement und zu wenig Herzblut seitens der ARD. Auch angesichts dieser Aussagen erscheint eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mehr als fraglich.

Sollten sich die DTM und die ARD tatsächlich nicht einigen können, werden mehrere andere Sender gehandelt, die die Rechte kaufen könnten. Je länger die Gespräche dauern, desto schlechter ist die Verhandlungsbasis der DTM. Denn momentan steht die Serie ohne TV-Partner für 2018 da. Dennoch ist Berger überzeugt, dass die DTM nach der MotoGP, der Motorrad-WM, den spektakulärsten Motorsport bietet und somit auch attraktiver als die Formel 1 ist.

Mercedes hinterlässt große Lücke

Und tatsächlich ging es in der DTM in diesem Jahr in den meisten Rennen eng zu. Es gab elf unterschiedliche Sieger in 16 Rennen, neben Ekström könnten sich fünf weitere Piloten an diesem Wochenende noch den Titel sichern. In Hockenheim werden die DTM-Macher zeigen, wohin sie mit ihrer Serie wollen. So werden im Rahmenprogramm ein Lexus und ein Nismo (Rennsportmarke von Nissan) aus der japanischen Super GT-Serie starten.

In weiteren Schritten sollen die Reglements der Serien angepasst werden, zudem werden DTM-Autos beim Super-GT-Finale im November zu sehen sein. Berger sieht in der Kooperation ein "starkes Zeichen für die Zukunft der DTM". Sie sei "ein Signal, wie ernst die Kooperation mit der japanischen GTA-Organisation sowie den drei Herstellern der Serie zu nehmen ist." Neben Lexus und Nismo startet dort auch Honda.

Ob japanische Fabrikate die Lücke, die Mercedes hinterlässt, stopfen können, scheint fraglich. Allerdings gibt es auch keinen deutschen Hersteller, der einsteigen möchte. Klar ist schon jetzt: Die DTM in ihrer jetzigen Form wird es nicht mehr lange geben. Für ITR-Boss Berger dennoch kein Grund, ans Aufgeben zu denken. "Es wird Lösungen geben", sagte der ehemalige Formel-1-Fahrer: "Und wir werden sie finden."

Quelle: n-tv.de

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