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Sonntag, 25. Oktober 2015

Schwarze Kasse für WM 2006: Zwanziger: Beckenbauer hatte keine Wahl

Das OK der WM 2006 hatte einen eigenen Finanzhaushalt. Die Millionen Euro an die Fifa kamen zweifellos aus einer schwarzen Kasse, sagt der damalige DFB-Schatzmeister Theo Zwanziger. Wegen der Fifa habe Franz Beckenbauer so handeln müssen.

Theo Zwanziger hat Korruption im Zuge der deutschen Bewerbung um die Fußball-WM 2006 als alternativlos bezeichnet. "Der Ausgang dieser Geschichte liegt im richtig verrotteten System der Fifa, in das (Franz) Beckenbauer hineinstolpern musste, um überhaupt eine Chance zu haben, die WM nach Deutschland zu holen", sagte der Ex-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes in einem Interview mit "Spiegel TV".

Der WM-OK-Chef Beckenbauer soll laut DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in einem Vier-Augen-Gespräch mit dem inzwischen suspendierten Fifa-Präsidenten Joseph S. Blatter vereinbart haben, dass die deutschen WM-Macher in Hoffnung auf einen späteren Organisationszuschuss in Höhe von 170 Millionen Euro zunächst 6,7 Millionen Euro an den Weltverband überweisen. Blatter bestritt dies.

Zwanziger bekräftigte in diesem Zusammenhang seinen Vorwurf einer "schwarzen Kasse" im Dunstkreis der deutschen WM-Bewerbung. "Das Organisationskomitee hatte 2002 einen eigenen Haushalt, der Geldtransfer, der da in Rede steht, ist heimlich und damit auch ein Stück illegal erfolgt. Das ist die Bezeichnung für eine schwarze Kasse", sagte er. Es gebe "überhaupt keinen Zweifel daran, dass dies eine schwarze Kasse ist".

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger erhob zudem erneut Vorwürfe gegen Wolfgang Niersbach - er verfolgt allerdings angeblich nicht das Ziel, seinen Amtsnachfolger in der WM-Affäre zu stürzen. "Warum hat dieser Wolfgang Niersbach nicht mit mir gesprochen? Warum hat er nicht gefragt: Theo, was hast Du denn da an Erkenntnissen aus dieser Zeit?", sagte Zwanziger. Rachegelüste in der alten Männerfeindschaft mit Niersbach verspüre er nicht. "Von mir aus kann der da noch 20 Jahre regieren - das ist völlig egal. Aber ich muss mich auch selbst schützen und trete für Wahrheit ein."

Quelle: n-tv.de

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