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"Gott sei Dank war der Funk kaputt": Vettel weinte unterm Helm

Im Rennen quält Sebastian Vettel der ausgefallene Teamfunk, im Ziel ist er froh: So hören Millionen Formel-1-Fans sein "Gejaule" nach dem erneuten Titel-Triumph diesmal nicht. Auch Red-Bull-Designer Adrian Newey ist froh - dass Vettels Auto nicht in Flammen aufgeht.

Immer wieder emotional: Auch nach dem dritten WM-Titel kamen Sebastian Vettel die Tränen, vor Freude und Erleichterung.
Immer wieder emotional: Auch nach dem dritten WM-Titel kamen Sebastian Vettel die Tränen, vor Freude und Erleichterung.(Foto: dpa)

Formel-1-König Sebastian Vettel hat sich nach seinem dritten Weltmeister-Titel als harter Kämpfer mit weichem Kern geoutet. "Ja, ich habe geweint unter dem Helm. Und Gott sei Dank war das Funkgerät kaputt, dann hat man mein Gejaule nicht so gehört wie 2010", verriet der Red-Bull-Pilot der "Bild"-Zeitung.

Vor zwei Jahren hatte sich der Heppenheimer nach seinem ersten Triumph mit tränenerstickter und piepsiger Stimme nach der Zieldurchfahrt bei seinem Team bedankt: "Danke Jungs, ich liebe euch alle." Er habe sich angehört "wie ein kleines Mädchen", sagte er damals. Diesmal bekamen seine Fans die Emotionen wegen technischer Probleme nicht mit.

Szenen aus seiner Kindheit

Bilderserie

Vettel hatte am Sonntag in São Paulo als dritter Pilot der Formel-1-Geschichte im spektakulären letzten Saisonrennen den WM-Hattrick perfekt gemacht. Kurz bevor er als Weltmeister vor Ferrari-Pilot Fernando Alonso feststand, liefen Szenen aus seiner Kindheit vor seinem inneren Auge ab.

"Das war verrückt, ganz speziell. Es sind Bilder aufgetaucht von ganz früher. Als ich noch als Kind im Kart gesessen bin", sagte er, "dann wieder sind Personen aufgetaucht, die mich mein ganzes Leben lang begleiten. Und gleichzeitig bist du ja noch voll im Rennen. Ich habe ja bis zum Schluss wieder nicht genau gewusst, ob es reicht. Man hätte mich anstechen können, und ich hätte nichts gemerkt."

Katastrophe war möglich

Das Rennen hätte übrigens durchaus in einer Katastrophe enden können. Red-Bull-Konstrukteur Adrian Newey sagte im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt", Vettels Auto hätte jede Sekunde "einfach in Flammen" aufgehen können. Der alte und neue Weltmeister war nach seiner Kollision in der ersten Runde mit Bruno Senna fast 70 Runden lang mit einer schwer beschädigten Auspuffanlage gefahren.

Vettel bekräftigte, dass er trotz seines historischen Triumphs als jüngster Dreifach-Weltmeister der Geschichte nicht nach den Rekorden von Michael Schumacher strebt. "Schumis Rekorde sind immer noch unendlich weit weg. Mich mit ihm zu vergleichen, ist und bleibt Nonsens", sagte Vettel, dessen Motivation in den nächsten Jahren nicht nachlassen wird: "Das Spannende ist, herauszufinden, was noch kommt. Aber ich spüre: Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Versprechen kann ich: Ich werde sicher nicht nachlassen."

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Quelle: n-tv.de

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