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Wieder Weltmeister: Lewis Hamilton zog durch seine vierte WM-Krone nach Titeln mit Sebastian Vettel gleich.
Wieder Weltmeister: Lewis Hamilton zog durch seine vierte WM-Krone nach Titeln mit Sebastian Vettel gleich.(Foto: AP)
Sonntag, 29. Oktober 2017

Start-Crash mit Vettel in Mexiko: Hamilton krönt sich zum Formel-1-Champion

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton ist am Ziel: In Mexiko holt sich der Brite zum vierten Mal die Formel-1-Krone. Nach einer Startkollision mit WM-Rivale Sebastian Vettel im Ferrari genügt Hamilton dafür Rang neun. Der Sieg geht an Max Verstappen im Red Bull.

Mit dem wehenden Union-Jack in der Hand drehte Lewis Hamilton seine Titelehrenrunde, dankte mit belegter Stimme seinem Mercedes-Team und bekam noch im Auto die Glückwünsche von Kumpel Neymar. Der 32 Jahre alte Brite kürte sich trotz eines Plattfuß-Dramas nach einer Start-Attacke von Sebastian Vettel vorzeitig zum neuen Formel-1-Weltmeister. "Es war nicht das Rennen, das ich mir erhofft hatte, aber ich habe nicht aufgegeben", sagte Hamilton, "das war eine unglaubliche Reise in den vergangenen fünf Jahren. Es fühlt sich sehr surreal an. Ich widme das meiner Familie und meinen Team."

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Der Brite rettete sich nach einem spektakulären Rennverlauf mit ganz frühen Zwangs-Boxenstopps der beiden WM-Duellanten auf Platz neun ins Ziel. Das reichte, Vettel konnte die vierte Krönung des 32 Jahre alten Briten auch nach einer atemraubenden Aufholjagd in der Höhenluft von Mexiko-Stadt nicht länger hinauszögern.

Der 30-jährige Ferrari-Star wurde Vierter. Er hätte angesichts von Hamiltons Platzierung aber zwingend gewinnen müssen, um die WM-Entscheidung zu vertagen. Fair gratulierte Vettel dem Briten noch auf dem Weg in die Box, danach stampfte er mit dem Helm auf den Kopf ins Motorhome der Scuderia. Reden wollte Vettel erstmal nicht. Erst Stunden nach dem Rennen räumte er ein: "Alles in allem war er der bessere Mann und hat den besseren Job gemacht. So einfach ist das."

Den Sieg in Mexiko sicherte sich Red-Bull-Star Max Verstappen vor Hamiltons Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas und Vettels Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen.

Hamilton machte im drittletzten Grand Prix der Saison seinen vierten Titel nach 2008, 2014 und 2015 perfekt. Er zog nach WM-Triumphen mit Vettel gleich, ebenfalls viermal wurde der Franzose Alain Prost Weltmeister. Fünf und mehr Titel gelangen nur Rekordchampion Michael Schumacher (7) und dem Argentinier Juan Manuel Fangio (5). Für Hamiltons Mercedes-Team war es in Fahrer- und Konstruktionswertung der achte WM-Titel seit 2014. Die Silberpfeile gewannen 2014, 2015, 2016 und nun auch 2017 jeweils die Einzel- und Teamwertung.

Vettels Pole ganz früh entwertet

Vettel versuchte auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez noch einmal alles, um das vorzeitige Mercedes-Double zu verhindern, aber es nutzte nichts. Die 50. Pole seiner Karriere war schnell ohne Wert, ausgerechnet er und Hamilton kamen sich schon nach der ersten Kurve zu nah. Zunächst zog Verstappen, von Platz zwei gestartet, spektakulär an Vettel vorbei. Vettel demolierte beim Versuch, sich zu verteidigen, den Frontflügel.

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Teile flogen durch die Luft, aufgeschlitzt wurde Hamiltons rechter Hinterreifen aber von Vettels Restflügel. "Hat er mich bewusst getroffen?", fragte Hamilton seine Box. Die Rennleitung schaute sich die Manöver an und entschied: Keine Strafen. Aber es war ein Start-Drama, das dem Rennen noch mal gehörige zusätzliche Spannung verlieh. Vettel musste in der zweiten Runde in die Box, bekam einen neuen Frontflügel und neue Reifen. Auch Hamilton musste bereits in Runde zwei in die Box und bekam neue Reifen. Beide ließen sich die soften Pneus montieren - damit konnten sie eigentlich durchfahren. Auf den Plätzen 19 und 20 reihten sich Vettel und Hamilton wieder ein.

Für Hamilton kein Grund zur Sorge: Vettel musste mindestens Zweiter werden, um den Titelgewinn des Briten in Mexiko zu verhindern, solange dieser nicht unter die ersten zehn kommen würde. Auf Rang zwei fuhr aber Runde um Runde Hamiltons Teamkollege Bottas, der Rückstand Vettels auf den Finnen betrug zunächst über eine Minute.

Hamilton wirkte aber alles andere als beruhigt. In der 22. Runde musste er sich von Verstappen überrunden lassen und er fragte sich: Wie weit schafft es Vettel nach den Boxenstopps der Konkurrenten nach vorn. Es wurde ein Rechenspiel für die Teamstrategen. Erst recht, als Brendon Hartleys Toro Rosso brannte.

Reifenwechsel dank virtuellem Safety-Car

Die virtuelle Safety-Car-Phase nutzten die Teams zum Reifenwechsel, Vettel stieg auf die ultrasoften Pneus um, Hamilton auf die supersoften. Und beide machten Meter um Meter gut, Position um Position. 13 Runden vor Schluss war Vettel auf Rang vier, nur noch Verstappen, Bottas und Räikkönen waren vor ihm. 23 Sekunden trennten die beiden Ferrari-Kumpels. "Mamma mia, das ist ein bisschen zuviel", kommentierte Vettel via Boxenfunk. Hamilton schaffte es zudem zur gleichen Zeit bis auf Rang zehn und überholte dann auch noch seinen ehemalige McLaren-Kollegen Fernando Alonso.

Es reichte also nicht für Vettel. Die zweite Saisonhälfte mit zu vielen Pannen an seinem Ferrari und zu vielen eigenen Patzern machte die bis zur Sommerpause blendenden Aussichten auf den fünften WM-Triumph zunichte. Vor allem wäre es der erste mit Ferrari gewesen. Aus einem 14-Punkte-Vorsprung von Vettel wurde bis zur Entscheidung in Mexiko ein 66-Punkte-Rückstand. Nach vier Siegen in der ersten Saisonhälfte gelang Vettel im zweiten Abschnitt bis jetzt noch kein Einziger.

Der erneute Titel für Hamilton war nur noch zu einer Frage der Zeit. In Austin hatte es bei der Super-Show der Amerikaner für den Super-Star der Formel 1 vor einer Woche noch nicht geklappt. In Mexiko, wo die Motorsport-Königsklasse seit 2015 wieder fährt, war es soweit. Mit dem Smartphone hielt Hamilton die Gänsehaut-Atmosphäre im umgebauten Baseball-Stadion schon vor dem Start fest.

Quelle: n-tv.de

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