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Im Qualifying unschlagbar: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.
Im Qualifying unschlagbar: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.(Foto: imago sportfotodienst)

Mercedes bleibt Qualifying-Weltmeister der F1: Hamilton schnappt Vettel die Spa-Pole weg

Im Training in Spa hat Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel zweimal die Nase vorn, zur Pole Position reicht es dennoch nicht. Die geht nach der Sommerpause erneut an Lewis Hamilton, der sein Abo auf Startplatz 1 eindrucksvoll verlängert.

Sebastian Vettel schüttelte den Kopf, er schmunzelte. Zum dritten Mal in Folge hatte der Weltmeister das Privatduell im Qualifying gegen Lewis Hamilton verloren. Beim Großen Preis von Belgien am Sonntag (14 Uhr/RTL und n-tv.de Liveticker) geht der Gesamtführende damit erneut von Startplatz zwei hinter seinem WM-Rivalen im Mercedes ins Rennen - das berüchtigte Ardennen-Wetter hatte mit ständigen Regenschauern über dem Traditionskurs in Spa eine Stunde lang das turbulente Qualifying geprägt. "Schade, dass ich die Pole schon wieder verpasst habe", sagte Vettel: "Aber insgesamt war es ein guter Tag. Wir erwarten morgen die gleichen Bedingungen: Regen, Trockenheit - das dürfte spannend werden."

WM-Stand nach 10 v. 19 Rennen
   Fahrer  Team  Pkt.
  1.  Sebastian Vettel  Red Bull  172
  2.  Kimi Räikkönen  Lotus   134
  3.  Fernando Alonso  Ferrari  133
  4.  Lewis Hamilton  Mercedes  124
  5.  Mark Webber  Red Bull  105
  6.  Nico Rosberg  Mercedes    84
  7.  Felipe Massa  Ferrari    61
  8.  Romain Grosjean  Lotus    49
  9.  Jenson Button  McLaren    39
10.  Paul di Resta  Force India    36

Für Hamilton war es bereits die vierte Pole Position in Folge, die insgesamt fünfte in dieser Saison. "Ich kann's nicht glauben!", brüllte der Engländer in den Boxenfunk. Der WM-Vierte könnte sich am Sonntag mit seinem zweiten Sieg in Folge in der WM-Wertung näher an Vettel heranarbeiten. In das erste Rennen nach der vierwöchigen Sommerpause geht Vettels Teamkollege Mark Webber (Australien) als Dritter und steht damit vor Nico Rosberg (Wiesbaden) im zweiten Mercedes-Silberpfeil.

"Ich bin sehr glücklich, ich fühle mich in diesen wechselhaften Bedingungen immer sehr wohl", sagte Hamilton: "Ich glaube, Red Bull ist uns insgesamt noch leicht voraus, deshalb fühlt sich die Pole noch besser an."

Hamilton winken Big Points

Die Chance für einen Big Point ist für Hamilton besonders groß, denn die übrigen WM-Anwärter patzten. Der Gesamtzweite Kimi Räikkönen (Finnland) geht im Lotus nur von Platz acht ins Rennen, der Dritte Fernando Alonso (Spanien) musste sich im Ferrari mit Platz neun begnügen. Nico Hülkenberg (Emmerich) startet im Sauber vom elften Platz in seinen 50. Grand Prix, Zwölfter wurde der Gräfelfinger Adrian Sutil im Force India.

Dass am Ende wieder Mercedes ganz vorne stehen würde, hatte sich kaum abgezeichnet. Bis zum Zeittraining hatten die Silberpfeile auf der mit 7,004 km längsten Strecke des WM-Kalenders keinen starken Eindruck hinterlassen. Sowohl am Freitag als auch am Samstagmorgen bewegten sich beide Mercedes-Piloten in den freien Trainingssessions mit ihren Zeiten stets im Mittelmaß. Besonders Lewis Hamilton offenbarte mit vielen Verbremsern einige Probleme auf der Berg- und Talbahn in den Ardennen.

Das wechselhafte Wetter über den Wäldern rund um Spa hatte dabei sportliche Vorhersagen für das Qualifying stets erschwert, und dieser Trend setzte sich auch am Samstagnachmittag fort. Die dunklen Wolken sorgten für ständige Unsicherheit. Pünktlich zum Qualifying begann es tatsächlich zu regnen, zunächst blieb es jedoch bei einem kurzen Schauer, der zweite Qualifikations-Abschnitt fand damit bei trockener Ideallinie statt.

Im Slicks durch den Regen

Als die Fahrer auf Slicks in den entscheidenden Abschnitt starteten, setzte überraschend neuer Regen ein - alle Boliden rollten eilig zurück in die Box, Stau in der Boxengasse war die Folge. "Ich glaube, das war ganz gute Unterhaltung", sagte Vettel. Doch noch einmal sollte das Wetter in den letzten zehn Minuten umschwingen, die Bedingungen wurden besser, und die ersten Vier legten ihre Bestzeit in kurzer Folge im jeweils letzten Versuch auf den Asphalt. Für das Rennen am Sonntag sind weitere Schauer angesagt.

Zur Randnotiz wurden derweil die Reifenschäden, die am Freitag für Aufsehen gesorgt hatten. Betroffen waren die Autos von Vettel und Alonso. Am Samstag gab Hersteller Pirelli Entwarnung, ein scharfkantiges Metallteil war als Ursache identifiziert worden. Vorfälle wie die Reifenplatzer beim Großen Preis von England in Silverstone dürften der Königsklasse am Sonntag damit nicht drohen. Vettel geht als Spitzenreiter mit 172 WM-Punkten in das elfte Saisonrennen, seine Verfolger Räikkönen (134), Alonso (133) und Hamilton (124) hoffen am Sonntag auf einen Ausrutscher des Weltmeisters.

Quelle: n-tv.de

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