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Markante Knicknase: der neue E21.
Markante Knicknase: der neue E21.(Foto: dapd)

"Teufel steckt im Detail": Lotus hat Knicknase vorne

Lotus stellt als erstes Formel-1-Team seinen Wagen für die neue Saison vor. Fahrer Kimi Räikkönen sagt dazu: "Lass mich in Ruhe, ich weiß, was ich tue." Ist aber nur Spaß. Die Top-Teams wie McLaren, Ferrari und Red Bull mit Weltmeister Sebastian Vettel ziehen nach.

Die erste Pole Position des Jahres geht an Lotus. Das Team von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen präsentierte als erstes den neuen Boliden für die Formel-1-Saison 2013 und hatte damit die Knicknase gegenüber der Konkurrenz von McLaren, Ferrari und Red Bull mit Weltmeister Sebastian Vettel vorn. Die drei Top-Teams stellen ihren neuen Boliden am Donnerstag, Freitag und Sonntag vor, während Mercedes am kommenden Montag pünktlich zum Auftakt der Testwoche im spanischen Jerez den neuen Silberpfeil enthüllt.

Mit einer guten Prise englischen Humors startete Lotus den Countdown zur Präsentation des E21. Matt LeBlanc, Star der Kult-TV-Serie "Friends", versuchte als investigativer Journalist, "Iceman" Räikkönen die Geheimnisse des neuen Boliden zu entlocken - vergeblich. Der Finne beendete das kurze Gespräch mit seinem legendären Spruch: "Lass mich in Ruhe, ich weiß, was ich tue." Via YouTube ließ Lotus die weltweite Fangemeinde an der viertelstündigen Präsentation teilhaben, auch wenn es laut Moderator Craig Slater kurz zuvor ein "Aerodynamik-Problem" gegeben hatte: Das britische Winterwetter hatte die Markise, unter der die Veranstaltung ursprünglich stattfinden sollte, in Mitleidenschaft gezogen und einen Umzug ins Werk notwendig gemacht.

Dort gab es schließlich einen äußerlich kaum veränderten Renner in Schwarz, Gold und Rot zu sehen. "Der Teufel steckt im Detail", sagte Technikchef James Allison und erklärte: "Wir haben auf der Grundlage des erfolgreichen Vorgänger-Modells versucht, ein schnelleres und effizienteres Auto zu entwickeln." Markant bleibt die Knicknase. Wegen des zusätzlichen Gewichts und der Aerodynamik verzichtet Lotus vorerst darauf, die von der FIA erlaubte Kosmetik-Blende einzusetzen.

Mercedes will die Lücke schließen

Räikkönen, der in der vergangenen Saison hinter Vettel und Fernando Alonso Platz drei in der Fahrerwertung belegt und den Großen Preis von Abu Dhabi gewonnen hatte, gab sich zurückhaltend optimistisch: "Es wird nicht einfach sein, sich nach dem vergangenen Jahr zu verbessern. Aber das ist unser Ziel. Wenn wir im Qualifying weiter vorn sind, haben wir größere Chancen, Rennen zu gewinnen. " Lotus setzt neben Räikkönen weiter auf Romain Grosjean als zweiten Fahrer. Der Franzose hatte nach teilweise spektakulären Unfällen im Vorjahr viel Kritik geerntet. Entsprechend hofft Teamchef Eric Boullier, dass sein Landsmann "nicht so wie 2012" fährt.

Neu im Team ist der italienische Testfahrer Davide Valsecchi. In dessen Heimatland, genauer gesagt in Maranello, präsentiert Ferrari am Freitag einen Tag nach McLaren den roten Renner, in dem Fernando Alonso Jagd auf Sebastian Vettel machen soll. Allerdings verzichtet der Spanier auf die erste Testwoche in Jerez, um sich stattdessen körperlich in Form zu bringen. Vettel und Mark Webber stellen ihr neues Arbeitsgerät am Sonntag im Werk im englischen Milton Keynes vor. Der RB9 wird wie seine Konkurrenten angesichts des kaum geänderten Regelwerks mehr Evolution als Revolution sein.

Auch deshalb wird 2013 für Mercedes nach Michael Schumacher und Norbert Haug mit dem neuen Star Lewis Hamilton und dem neuen Führungs-Duo Niki Lauda/Toto Wolff ein Übergangsjahr. "Die Lücke zu den Top-Teams schließen" lautet das Motto der Silberpfeile vor der Präsentation am Montag, bevor 2014 mit den Turbo-Motoren eine ganz neue Ära eingeläutet wird. Neben Weltmeister Vettel und Mercedes-Pilot Nico Rosberg geht Nico Hülkenberg als dritter deutscher Fahrer in die Saison. Zusammen mit dem neuen Boliden wird er am Samstag bei seinem neuem Team Sauber vorgestellt.

Quelle: n-tv.de

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