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Hülkenbergs neuer Technikdirektor sorgt im Fahrerlager für Ärger.
Hülkenbergs neuer Technikdirektor sorgt im Fahrerlager für Ärger.(Foto: imago/Eibner)
Freitag, 06. Oktober 2017

Nutzt Renault Insider-Infos?: Neuer Technikchef erzürnt F1-Konkurrenz

Mit der Verpflichtung des früheren Formel-1-Technikchefs Marcin Budkowski will Renault zur Spitze aufschließen, doch die Personalie ist umstritten. Konkurrenten fürchten, dass der Rennstall Insider-Informationen nutzen könnte und fordern eine längere Sperre.

Das Renault-Werksteam hat trotz heftiger Kritik der Konkurrenz die Verpflichtung des früheren Formel-1-Technikdirektors Marcin Budkowski perfekt gemacht und damit für einen Streitfall in der Königsklasse gesorgt. Der 40-Jährige wird am Sitz des Teams von Nico Hülkenberg im englischen Enstone künftig hauptverantwortlich für die Entwicklung und Produktion des Chassis sein. Problematisch ist dies, weil Budkowski bis zum vergangenen Monat für den Weltverband Fia die Technikfragen überblickte und damit detailgenaues Wissen über bisherige und künftige Pläne der verschiedenen Teams hat.

Trotz seiner Position als Geheimnisträger gilt für Budkowski nach seinem Rücktritt bei der Fia lediglich eine dreimonatige Sperre, bevor er sich innerhalb der Formel 1 einem neuen Arbeitgeber anschließen darf. Renault-Sportchef Cyril Abiteboul gab an, dass derzeit "konstruktive Diskussionen" über eine Verlängerung dieser Auszeit laufen: "Vielleicht ist April 2018 möglich, das wäre die doppelte Dauer. Insgesamt wird er bei uns keine technische Rolle sondern eine Führungsrolle übernehmen."

Nicht nur die Führung der Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull hält in diesem Zusammenhang allerdings Sperren von 12 Monaten oder mehr für angebracht, in diesem Sinne wurde zuletzt bereits die sich abzeichnende Verpflichtung deutlich kritisiert. Renault war 2016 als Werksteam in die Königsklasse zurückgekehrt und will spätestens 2020 wieder um Siege und den WM-Titel kämpfen. Auch die Verpflichtung Hülkenbergs vor der aktuellen Saison spielte bei diesem Plan eine große Rolle.

"Marcins Mission ist es, den Standort Enstone weiter zu stärken, um Renault in die Lage zu bringen, die Top-Teams anzugreifen", sagte Abiteboul: "Seine Verpflichtung ist eine hervorragende Nachricht und zeigt, mit welcher Entschlossenheit wir an unseren Zielen arbeiten." Während das Auto in Enstone entsteht, wird der Renault-Motor im französischen Viry gebaut.

Quelle: n-tv.de

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