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"Das ist ein bisschen in die Hose gegangen": Nico Rosberg.
"Das ist ein bisschen in die Hose gegangen": Nico Rosberg.(Foto: AP)

Kein Ende im Qualifying-Streit: Regelchaos nervt die Formel-1-Rennställe

Was denn jetzt? Die Formel 1 will die Regeln für die Qualifikation ändern. Das Problem: Niemand scheint zu wissen, wie genau. Und vor allem nicht, ab wann die Modifikation gelten soll. Wann einigen sich Rechteinhaber Ecclestone und der Automobil-Weltverband?

Mit einer Qualifying-Revolution will die Formel 1 für positive Schlagzeilen sorgen, doch die Umsetzung wird zum PR-Desaster. Gut zwei Wochen vor dem Saisonstart in Melbourne wissen Fans und Teams nicht, wie genau die Pole Position beim Großen Preis von Australien ermittelt wird. "Ich gebe hier die ganze Zeit Interviews, und jedesmal gibt es eine neue Version des Qualifyings", sagte Renndirektor Eric Boullier vom Traditionsrennstall McLaren genervt, "lasst uns lieber abwarten." Denn nach den Wirrungen der vergangenen sieben Tage hat die Formel 1 nun offenbar die nächste Kehrtwende vollzogen.

Wie das Fachmagazin "Auto, Motor und Sport" berichtet, soll das Ausscheidungsrennen in leicht modifizierter Form nun doch schon am 20. März in Australien zum Einsatz kommen. Das Aus für den langsamsten Fahrer werde aber nur in den ersten beiden Qualifying-Abschnitten im 90-Sekunden-Takt erfolgen. Die dritte Qualifikationsrunde Q3 werde wie bisher komplett mit den besten acht Piloten bestritten. Am Dienstag hatten zu diesem Thema Vertreter des Automobil-Weltverbandes Fia und der Teams getagt. Es sei "nichts abschließend entschieden" worden, sagte Boullier: "Das war nur eine Diskussion." Sein Wissen über den Status quo sehe derzeit aber auch folgendermaßen aus: "Änderung am Q1 und Q2, das Q3 bleibt gleich. Zeitpunkt der Einführung unbekannt."

"Toll ist das natürlich nicht"

Nach wie vor braucht eine neue Regelung aber die Zustimmung des Fia-Weltrates, dieser tagt am Freitag. Der Weltverband wollte einen genauen Einführungs-Termin daher auf Anfrage nicht bestätigen. Zweifel an der zeitnahen Umsetzung hatte zuletzt aber ohnehin ausschließlich Formel-1-Boss Bernie Ecclestone geschürt. "Wir haben ja nie etwas Gegenteiliges mitgeteilt", sagte Fia-Sprecher Matteo Bonciani.

In der vergangenen Woche hatte der Weltverband eine Einführung "möglichst schon zum Saisonstart" angepeilt. Ecclestone zeigte sich wenig angetan von der Idee, schloss eine Umsetzung bis Melbourne aus und nannte den Mai als frühesten Termin. Die Software werde nicht vorher fertig. Zuständig für die Zeitnahme ist nicht die Fia, sondern Rechteinhaber Fom. Anschließend zweifelte der Brite sogar laut daran, dass das neue Format überhaupt eingeführt wird. Nun also die Kehrtwende - plötzlich soll die Bereitstellung der Software doch zeitnah möglich sein.

Für die Außendarstellung der kriselnden Königsklasse ist dieser Machtkampf kein Ruhmesblatt, immer wieder liefern sich Ecclestone als Inhaber der kommerziellen Rechte und die Fia als Regelhüter zähe Auseinandersetzung. "Das ist ein bisschen in die Hose gegangen", sagte auch Mercedes-Pilot Nico Rosberg: "Das sieht nicht sonderlich professionell aus." Boullier sah es mit Galgenhumor, immerhin bringe es Aufmerksamkeit. "Toll ist das natürlich nicht", sagte der Franzose, "aber Lärm ist ja immer ganz gut."

Quelle: n-tv.de

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