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Weltmeister Sebastian Vettel freut sich in Monza mit dem Überraschungs-Dritten Nico Hülkenberg.
Weltmeister Sebastian Vettel freut sich in Monza mit dem Überraschungs-Dritten Nico Hülkenberg.(Foto: REUTERS)

Monza-Pole für den Formel-1-Champion : Vettel demütigt Alonso im Ferrari-Land

Auch in Monza läuft es für Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel optimal: Der WM-Spitzenreiter holt ausgerechnet beim Heimspiel von Ferrari-Rivale Fernando Alonso seine 40. Pole Position, während seine WM-Verfolger kollektiv patzen. Lewis Hamilton schimpft gar: "Ich bin gefahren wie ein Idiot."

Chancenlos: Fernando Alonso im Qualifying zum Ferrari-Heimspiel in Monza.
Chancenlos: Fernando Alonso im Qualifying zum Ferrari-Heimspiel in Monza.(Foto: AP)

Sebastian Vettel hat in der Höhle des Löwen eiskalt zugebissen und ausgerechnet im Ferrari-Land seinem ewigen Widersacher Fernando Alonso im Kampf um den WM-Titel den nächsten Schlag versetzt. Der Formel-1-Weltmeister sicherte sich überlegen die Pole Position zum Großen Preis von Italien am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und n-tv.de Liveticker) und hat auf der 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke (über 70 Prozent Vollgasanteil, in der Spitze 340 Stundenkilometer) im Königlichen Park von Monza die Chance, auf dem Weg zur neuerlichen Titelverteidigung für eine Vorentscheidung zu sorgen. Alonso enttäuschte die Tifosi auf den Tribünen und startet beim Heimspiel der Scuderia nur von Platz fünf.

"Ich hatte ein fantastisches Auto und bin sehr zufrieden", sagte Vettel nach seiner vierten Pole in diesem Jahr und der 40. seiner Karriere: "Wir waren besser, als wir erwarten konnten." Vettel hat an Monza beste Erinnerungen - vor fünf Jahren holte er hier seinen ersten Grand-Prix-Sieg.

Der 26-Jährige verwies seinen Teamkollegen Mark Webber (Australien) auf Platz zwei. Sauber-Pilot Nico Hülkenberg sorgte mit seinem dritten Platz für eine kleine Sensation. "Das ist eine super Überraschung", sagte der Emmericher: "Das Auto wurde besser und besser, aber damit hätte ich nicht gerechnet." Alonso erlebte dagegen eine Demütigung, sein ewiger Rivale Vettel war ihm wie bereits das ganze Wochenende erneut um die Ohren gefahren - im Ferrari-Land, vor den eigenen Fans.

Alonsos WM-Wende bleibt erstmal aus

WM-Stand nach 11 v. 19 Rennen
  1.  Sebastian VettelRed Bull197
  2.  Fernando Alon so Ferrari151
  3.  Lewis HamiltonMercedes139
  4.  Kimi RäikkönenLotus134
  5.  Mark WebberRed Bull115
  6.  Nico RosbergMercedes  96
  7.  Felipe MassaFerrari  67
  8.  Romain Grosjean Lotus  53
  9.  Jenson ButtonMcLaren  47
10.  Paul di RestaForce India  36

Eine Schmach für den stolzen Spanier, der auch noch von seinem Teamkollegen Felipe Massa geschlagen wurde und sich in der Box verschanzte, als Vettel freudig seinen berühmten Finger in die Luft reckte. Eigentlich wollte Alonso in Monza die Wende im Kampf um die WM einleiten. Doch dieses Vorhaben scheint nach Vettels Machtdemonstration im Qualifying mehr als fraglich.

Dennoch versuchte sich Alonso hinterher Mut zuzusprechen: "Für uns war es ein extrem, extrem, extrem gutes Qualifying", sagte er: "Wir werden ab der ersten Runde attackieren. Es sind nicht viele Autos zwischen uns und den Red Bulls. Wir werden sie jagen." Für die weitere Titelkonkurrenten des Champions endete das Qualifying sogar in einem Debakel: Kimi Räikkönen im Lotus startet nur von Platz elf, Lewis Hamilton geht im Mercedes als Zwölfter ins Rennen.

Hamilton schimpft, Hasselhoff drückt die Daumen

"Ich bin gefahren wie ein Idiot. So schlecht war ich schon seit Jahren nicht mehr", sagte der Brite. Nico Rosberg fuhr im zweiten Silberpfeil auf Rang sechs. Adrian Sutil im Force India qualifizierte sich zunächst zwar für den 14. Platz, wurde jedoch durch die Rennkommissare auf Rang 17 zurückversetzt. Der Gräfelfinger hatte Hamilton im zweiten Qualifikationsabschnitt behindert.

Edelfan: David Hasselhoff beehrte die Red-Bull-Box.
Edelfan: David Hasselhoff beehrte die Red-Bull-Box.(Foto: AP)

Auch Baywatch-Star David Hasselhoff freute sich für Vettel. Der wohl berühmteste Bademeister der Welt tauschte seine rote Badehose für den Hessen sogar gegen das offizielle Red-Bull-Outfit und drückte in der Box die Daumen. Es half: Vettel ließ keine Zweifel an seinem Anspruch auf den vierten Titel in Serie aufkommen und scheint unschlagbar zu sein - auf einer Piste, die eigentlich eher Mercedes und Ferrari hätte liegen sollen. Weiteren Mut kann er aus der Statistik schöpfen: In Monza hat seit 2000 zehnmal der Fahrer vom besten Startplatz gewonnen.

WM-Verfolgern läuft die Zeit davon

Der Druck auf Alonso wird dagegen immer größer. Er muss in Monza unbedingt gewinnen, wenn er Vettel im Kampf um die WM noch einmal gefährlich werden will. Vor dem zwölften von 19 Rennen hat der Hesse mit 197 Punkten bereits 46 Zähler Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger aus Spanien. Hamilton (139) und Räikkönen (134) liegen noch weiter zurück. Gewinnt Vettel, würde er mit Alonso nicht nur nach Rennsiegen (beide 32) gleichziehen - er könnte dann auch schon den Champagner für den Gewinn seines vierten WM-Titels in Serie kaltstellen.

Ex-Weltmeister und RTL-Experte Niki Lauda glaubt nicht mehr an eine Wende. "Gratulieren kann man noch nicht, vielleicht wird Sebastian ja mal krank oder so etwas. Aber realistisch ist, dass er jedes Rennen bestreitet und in jedem Rennen Punkte holt. Die Anderen müssten aber immer vor ihm landen, um aufzuholen. Das ist doch sehr unwahrscheinlich", sagte der Österreicher: "Es geht eigentlich nur darum, wann Sebastian Weltmeister wird."

Quelle: n-tv.de

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