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In der Formel 1 wird neu gemischt: Vettel muss Reifen-Rätsel lösen

Zwei Testtage bleiben Sebastian Vettel nun noch, um sich und seinen Wagen für den Saisonauftakt ab- und einzustimmen. Nicht alles läuft rund, die größten Fragezeichen stehen hinter den Reifen. Vettel & Co versuchen, die neuen Pirelli-Pneus zu verstehen.

Das größte Rätsel sind auch für Sebastian Vettel noch die neuen Reifen. 1574,94 Kilometer hat der dreimalige Weltmeister nun in seinem neuen Red Bull zurückgelegt, nicht immer ohne Probleme. Schnell scheint auch der RB9 wieder zu sein, mit dem Vettel seinen vierten Formel-1-Titel in Serie ansteuern will. Wo er vor seinen letzten beiden Testtagen in der kommenden Woche steht? Vettel weiß es nicht. "Es ist sehr schwer irgendwas rauszulesen, weil die Reifen ein so dominanter Faktor sind", sagte er.

Die Tests in Barcelona geben noch nicht viel Auskunft über das Verhalten der Reifen bei heißen Bedingungen.
Die Tests in Barcelona geben noch nicht viel Auskunft über das Verhalten der Reifen bei heißen Bedingungen.(Foto: dpa)

Das Problem: Die neuen Pneus von Pirelli wurden freilich wieder so konstruiert, dass sie bei Rennen auch unter extremen Hitzebedingungen halten. Nicht aber bei eher kühlen Temperaturen wie bei den Tests zu Monatsbeginn in Jerez de la Frontera oder in dieser und nächster Woche auf dem Circuit de Catalunya. Derartige Bedingungen herrschen normalerweise bei keinem der 19 Rennen.

Entsprechend fiel auch in Barcelona das Verhalten der schwarzen Gummis aus. "Es ist extrem", kommentierte Sergio Perez von McLaren den Reifenabbau, nachdem der Mexikaner am Mittwoch die Tagesbestzeit aufgestellt und Vettel auf Platz zwei verwiesen hatte.

Reifen verschleißen zu schnell

Und so kommt es, dass abends kleine Gummifetzen auf dem Asphalt liegen, wohin man auch schaut. Wenn die Motoren der Rennwagen abgekühlt sind, tuckert die Kehrmaschine den Circuit de Catalunya entlang. Streckenposten pusten mit überdimensionalen Staubsaugerrohren den Asphalt sauber. In den Motorhomes grübeln Fahrer und Ingenieure weiter über den hohen Verschleiß der neuen Pirellis. "Wir kämpfen noch mit den Reifen, damit sie halten", räumt Vettel ein.

Die Herausforderung ist gewollt. "Unsere Reifenpalette für 2013 mischt die Karten noch einmal. Sie soll beim Überholen helfen und zwei bis drei Boxenstopps garantieren", erklärt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery. Analysen der Rennen 2011 und 2012 hatten ergeben, dass die Teams gegen Ende jeweils das Verhalten der Reifen vollständig ergründet und verstanden hatten. Das Ergebnis: "Weniger Wettbewerb und manchmal nur ein Boxenstopp", so Hembery.

Zehn Boxenstops nötig?

Das soll diesmal nicht nur zu Beginn der neuen Saison anders werden. Dadurch, dass bestimmte Reifentypen noch schneller auf Temperatur kommen, genauso fix aber auch abbauen, sind die Rennstrategen gefragt – und Fahrer mit Feingefühl. Perez, von Sauber zu McLaren aufgestiegen, befürchtet für den Auftakt bereits sieben oder bis zu zehn Stopps – pro Wagen. Die Sorge erscheint allerdings reichlich übertrieben. Allein aufgrund der Reifen, die zur Verfügung stehen, könnte es dazu mitnichten kommen. Zudem sollten die Reifen unter den Bedingungen in Melbourne berechenbarer sein.

Vettel bleiben noch zwei Testtage, um sich an die neuen Pneus zu gewöhnen. "Es ist zu kalt", meinte er zu den Bedingungen in Barcelona. Binnen weniger Tage bis zur letzten Testphase vom 28. Februar bis 3. März dürften die Temperaturen auch nicht sprunghaft steigen. Reifen hin, Reifen her. Vettel geht auch jetzt schon davon aus, dass es in diesem Jahr wieder eng wird. "Ich erwarte da keine Veränderungen." Im Moment sei es aber nicht möglich zu sagen, wo Red Bull genau im Vergleich zu den anderen stehe. Auch weil sich vieles noch um die Reifen dreht.

Quelle: n-tv.de

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